Valentinstag. Mit Kuchen!

Kurz nachdem mein Mann und ich im Januar 2009 zusammenkamen, war Valentinstag. Damals habe ich im Kekse gebacken, über die ganze Geschichte habe ich 2012 schon eimal geschrieben.

Seit diesem Valentinstag habe ich ihm nie wieder etwas gemacht. Warum weiß ich nicht genau, vielleicht lag es daran, dass ich kein Vertrauen in meine Backkünste hatte oder ich dachte, wenn ich ihm etwas anderes schenkte wären Süßigkeiten nicht so wichtig.

20140213_080728Letzten Monat haben wir einen Ofen gekauft, und ich setzte mir in den Kopf ihm dieses Jahr etwas zu backen. Etwas Richtiges. Bei Cuoca gab speziell für Valentinstag Handmade Kits, für verschiedene Kuchen und Kekse, mit fast allem, was man für die Zubereitung so braucht.

Neben bärenförmigen Keksen, Gateaux Chocolat, Deco-Muffins, Deco-Keksen und Käsekuchen gab es auch Fondant Chocolat, einen meiner Lieblingskuchen. 🙂 Zusätzlich brauchte ich nur zwei Eier, Sahne, Zucker und Butter.

vdayGestern stellte ich mich also eine Stunde lang in die Küche und backte.

Ganz professionell kam das Endergebnis leider nicht raus, aber für den ersten Versuch war es nicht schlecht.

Morgens stehe ich vor meinem Mann auf und bereite das Frühstück vor. Heute stellte ich die kleine Schachtel auf den Tisch und als er sie endlich bemerkte und öffnete brach er vor Freude in Tränen aus. 🙂 Es war also eindeutig höchste Zeit ihm etwas zu backen.

20140214_123123Auf Arbeit war natürlich auch Valentinstag angesagt, und so wurde mit fast 30 Kindern gebacken. Muffins, mit Backmischung und einem altersschwachen Ofen.

Insgesamt war es eine ziemliche Sauerei, aber die Muffins waren lecker. Der übriggebliebene Teig auch. 😉

Falls ihr am Valentinstag irgendetwas unternehmen solltet, viel Spaß! Wenn nicht: Schokolade wird bald günstiger. Haut rein. 😉

Wochenende: Chinesischer Soda-Onsen.

Normalerweise sind wir am Wochenende eher faul, dann gehen wir höchstens kurz einkaufen. Mein Mann hat laut Eigenaussage nämlich nicht genug Energie, um etwas zu tun. Alles so anstrengend.

20140201_161932Dieses Wochenende war aber etwas anders. Am Samstag ging es los nach 箱根 (Hakone) zu einem Onsen! Diesmal waren wir beim 箱根湯寮 (Hakone Yuryô), das im Internet sehr hohe Bewertungen erhalten hatte. Als wir ankamen grüßte uns ein Schild, dass der 大浴場 (Daiyokujô; große Badeort, das Bad für alle) derzeit voll und der Einlass begrenzt sei. Zum Glück hatten wir aber vorher ein Privat-Zimmer (貸切個室露天風呂 kashikiri koshitsu rotenburo) reserviert und wurden in das Gemeinschafsbad gelassen.

Die ganze Anlage war sehr schön, neu und sauber und auch der Onsen war sehr angenehm. Nicht so heiß, dass man es gar nicht aushalten könnte, aber sehr entspannend. Wir hatten ausgemacht, dass wir uns um 17 Uhr 15 vorm Eingang treffen würden, aber weil ich es nie so lange aushalte, war ich schon zehn Minuten früher wieder draußen. Zu meiner Überraschung mein Mann auch, im Männerbad waren laut seinen Schilderungen unglaublich viele Leute. Als wir uns im Pausenraum ausruhten sah ich auch, was er meinte: Gruppen über Gruppen von männlichen Studenten.

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Zum Glück hatten wir das Privatzimmer gebucht. Für 3,800Yen (27,60€) hatten wir ein Zimmer nur für uns, mit einem kleinen Bad unter freiem Himmel. Außerdem hatten wir schon vorher Leihhandtücher bekommen, die in dem Angebot für das Privatzimmer enthalten waren, sonst muss man sie kaufen. Beim nächsten Mal würden wir wahrscheinlich nur das Privatzimmer nutzen, es war wirklich hübsch und vor allem waren keine anderen Menschen dort.

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(字)steht für 字幕 (jimaku; Untertitel) im Gegensatz zu  吹き替え (fukigae; Synchronisation)

Als wir um halb sieben gen Tokyo fuhren waren wir noch nicht erschöpft, und so wurde beschlossen, dass wir ins Kino gehen würden. Mighty Thor: The Dark World lief nämlich erst am 1. Februar in Japan an. Den Film an sich fanden wir nicht so umwerfend, aber bei TOHO Cinemas kosten alle Tickets für den ersten des Monats nur 1,000Yen (7,25€) statt 1,800Yen (13,07€), es war also kein großer Verlust. Kostenlos dazu gab es kurzweiliges Entertainment dank des Tickets: Auf Japanisch heißt der Film マイティ・ソー ダーク・ワールド (Maiti Sô Dâku Wârudo), der Titel war aber zu lang um auf die Tickets zu passen. So wurde nach ダ abgeschnitten und es ist plötzlich nicht Mighty Thor, sondern Mighty Soda (マイティ・ソーダ).

Ich bin der Gott der kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränke!

Valentinstags-Donut.

Nach diesem Samstag machten wir es uns am Sonntag Morgen bis Mittag gemütlich, aßen Donuts und schliefen. Abends trafen wir uns dann mit einem chinesischen Studienkollegen meines Mannes, der nach sechs Jahren in Japan demnächst aus familiären Gründen nach China zurückkehren wird.

Die ganze Geschichte werde ich hier natürlich nicht wiederkäuen, aber stellt euch ein verrücktes koreanisches Drama mit Kindheitsfreundinnen, Auslandsaufenthalten, Spionen, Schauprozessen, einer labilen Mutter und einer Ex-Freundin, die noch in derselben Wohnung lebt, vor. Egal, was dabei rauskommt, es ist wahrscheinlich nicht halb so unglaublich wie die Wahrheit.

Es wurde also vier Stunden lang getrunken und geredet, und ich glaube es hat dem Freund geholfen Bestätigung zu bekommen – die Situation jetzt ist gelinde gesagt kompliziert, aber letztendlich wird es das beste für alle Beteiligten sein. Das nächste Mal sehen wir uns wohl in Peking.

Außerdem hat es heute in Tokyo geschneit. Verrückte Welt.

Unsere Küche ist komplett!

In japanischen Küchen ist es nicht standard, einen Ofen zu haben. Die meisten Wohnungen sind für einen Gasherd (ガスコンロ) wie auf dem Foto ausgelegt. Für die japanische Küche braucht man höchstens den kleinen Fischofen, der in jedem dieser Gerärte zu finden ist.

Unserer ist wie neu, weil ich keinen Fisch zubereite.

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Wir wollten schon seit längerem einen Ofen kaufen, am besten als Kombigerät mit einer Mikrowellenfunktion, damit wir nicht zwei Geräte herumstehen haben. Unsere Küche ist sehr klein, wir mussten also auch darauf achten, dass der neue Ofen überhaupt hineinpasst.

IMG_20140119_152724Am Sonntag ging es also mit Mann im Schlepptau zu Yodobashi Camera in Akihabara. Es ist wahrscheinlich das größte Elektronikkaufhaus in der Stadt, wir rechneten uns also gute Chancen aus. Und siehe da, wir haben etwas gefunden. 😀 Für ca. 26,000Yen (ca. 185€) haben wir den Toshiba ER-LD7 gekauft. Er ist ziemlich massiv, passt aber problemlos auf unser dafür vorgesehenes Regal. Außerdem ist der Innenraum im Vergleich zu anderen Geräten recht groß. 🙂 Bis 250°C heiß wird er und hat einige voreingestellte Programme. Das praktischste ist eigentlich, dass er piepst wenn er fertig vorgeheizt ist und automatisch ausgeht sobald die angegebene Backzeit erreicht ist – keine verbrannten Pizzen mehr!

Eigentlich wollten wir gleich am ersten Abend Lasagne machen, haben es dann aber bei Muffins belassen. Unsere Küche ist komplett. ♥ Jetzt kann mein Mann auch endlich wieder Kuchen backen, darin ist er nämlich total gut! 😀

Meine Pop-Kultur.

(c)矢沢漫画制作所/集英社・VAP・マッドハウス・NTV

(c)矢沢漫画制作所/集英社・VAP・マッドハウス・NTV
Nana habe ich geliebt!

Etwas was ich immer wieder etwas schade finde ist, dass ich nicht mehr Interesse an der japanischen Popkultur habe. Früher war das natürlich anders. Früher, als ich noch in Deutschland und das alles doch irgendwie recht exotisch war. Seit ich das erste Mal nach Japan gezogen bin hat sich da einiges geändert.

Ich lese keine Manga. Wir haben keinen einzigen zuhause und dabei wimmelt es in den Buchläden nur so davon. Früher habe ich Manga verschlungen, ich weiß gar nicht mehr was ich alles gelesen habe, aber viel. Es gab auch nie einen Punkt an dem ich Manga irgendwie abgeschworen hätte. Ich habe nur einfach keine mehr. Bei Anime war das sehr ähnlich. Früher habe ich sehr viel gesehen, natürlich immer auf Japanisch mit Untertiteln, welcher Anime-Enthusiast mit Selbstrespekt würde es anders tun, jetzt gucke ich gar keine Serie.

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©東宝

Wir gucken nicht einmal viele Real-Serien (Dramas), zumindest nichts Aktuelles: 結婚できない男 (Kekkon dekinai Otoko), 鹿男あをによし (Shika-Otoko Awoniyoshi), タイガー&ドラゴン (Tiger & Dragon) und TRICK fallen mir nach etwas Nachdenken ein. Die leihen wir aus der Videothek aus oder sehen sie online. Einen Fernseher haben wir gar nicht erst, und auch deswegen kenne ich nur wenige der „Berühmtheiten“, vor denen es in Japan nur so strotzt. Wenn wir dann manchmal bei den Schwiegereltern fernsehen muss ich aber nur meine Schwiegermutter fragen, wer eine bestimmte Person ist. Sie kennt jeden!

Japanische Musik höre ich selbst eher wenig, wenn dann Asian Kung-Fu Generation, Radwimps, Art-School oder フジファブリック (Fuji Fabric). Mein Mann und ich, wir hören nicht unbedingt die neueste japanische Musik, einfach weil wir uns nicht mehr damit beschäftigen. Es gibt natürlich Lieder, die ich für Karaoke kenne, und über’s Radio bekomme ich auch noch immer ein wenig mit, aber letztendlich interessiert es mich nicht so sehr.

Das ist es nämlich: Das Interesse. Ich bin nicht interessiert. Ich denke, dass das etwas damit zu tun hat, dass diese Dinge, an denen ich in Deutschland ja durchaus interessiert war, nichts Besonderes mehr sind. Manga, Anime, Serien und Musik kann ich mir unglaublich günstig ausleihen. Kaufen ist in Japan wieder eine andere Sache, DVDs sind teuer, aber ich könnte mit einer einfachen Suche bei Amazon alles bestellen, wonach mein Herz vor fünf oder sechs Jahren begehrte.

Diesen Pudding à la Mode habe ich sicher auch nicht nur wegen des Geschmacks gekauft. 😉

Aus der Ferne sieht Europa jetzt wieder unglaublich attraktiv aus. Europa, vor allem Nordeuropa, hat für uns einen ganz besonderen Charme. Die Gebäude sind schöner*, das Leben entspannter und wenn man Glück hat und weit genug in den Norden kommt, kann man vielleicht sogar Polarlichter sehen. Polarlichter zu sehen steht auf der Liste der Dinge, die ich unbedingt machen möchte.

Außerdem sind die Menschen dort scheinbar glücklicher, Schweden, Dänemark, Norwegen, Finnland und Island sind alle in der Top Ten der glücklichsten Länder, laut dem World Happiness Report. Japan ist auf dem 43. Platz. Leute, die das verwundert: Hände hoch!

* Das klingt vielleicht doof, aber lauft doch mal durch Tokyo (außer Marunouichi und Ginza, die zählen nicht) und schaut, wie viele wirklich hübsche Bauwerke es gibt.

Mein Mann steht total auf England, er atmet „Top Gear„, lernt ausdrücklich British English und hat sein Portmonee hauptsächlich ausgewählt, weil es „Made in England“ ist. Haut eine britische Flagge auf irgendetwas und mein Mann wird es kaufen. Wenn ihr mich haben wollt: Schwedische, norwegische und finnische Flaggen.

So wie es damals mit Japan war eben. 😉