Eine Serie mit Herz: Nigeru wa Haji da ga Yaku ni Tatsu.

Wer seit 2016 in Japan war ist mit ziemlicher Sicherheit dem Lied „Koi“ (恋; Liebe) von Hoshino Gen (YouTube) begegnet. Dank seiner Ohrwurmqualität und dem zugehörigen Tanz hielt es sich insgesamt 11 Wochen auf Platz 1 der japanischen Billboard Charts. Außerdem war es das Endlied für eine der beliebtesten japanische Fernsehserien der letzten Jahre, „Nigeru wa Haji da ga Yaku ni Tatsu“ (逃げるは恥だが役に立つ) bzw. „Nigehaji“ (逃げ恥).

Derzeit streamt die Serie auf dem japanischen Amazon Prime, und da es im August eh so heiß war, dass man kaum nach draußen gehen konnte, haben wir sie uns endlich angesehen. 🙂

Nigeru wa Haji da ga Yaku ni Tatsu (2016)

Liebeskomödie, 11 Folgen

Darsteller: Hoshino Gen, Aragaki Yui, Ōtani Ryōhei

Moriyama Mikuri hat nach ihrem Masterabschluss keine Festanstellung gefunden und arbeitet bei einer Zeitarbeitsfirma. Als ihr plötzlich gekündigt wird, beginnt sie einmal die Woche den Haushalt von Tsuzaki Hiromasa zu schmeißen. Doch dann ziehen Mikuris Eltern aufs Land und lösen das Haus, in dem sie mit Mikuri gelebt haben, auf. Mikuri schlägt Hiromasa vor, einfach eine Vertragsheirat einzugehen: Sie kümmert sich um den Haushalt und bekommt im Gegenzug Kost, Logie und ein Gehalt. Ihrem Umfeld werden sie vorgeben, verheiratet zu sein, Gefühle sollen in dem Arrangement aber keine Rolle spielen. Na klar. 😉

Persönliche Meinung: Natürlich weiß man von vornherein, wie die Geschichte enden wird. Das ist aber egal, denn zum wohlverdienten Ende führen elf herzalleriebste Folgen, die mich mehrmals zu Tränen gerührt haben. Dabei ist die Serie unglaublich kreativ, lustig und nimmt sich selbst nicht ganz so ernst. Dafür thematisiert sie aber die Rolle der Frau in Japan sehr pointiert und spricht glaube ich vielen aus der Seele.

Von mir eine absolut Empfehlung! Leider gibt es bisher weder für die Serie noch für den gleichnamigen Manga eine offizielle Übersetzung, aber bei Google findet man Seiten mit Fan-Untertiteln.

Der Titel lautet übersetzt übrigens „Wegzulaufen ist zwar peinlich, aber nützlich“ und geht auf ein ungarisches Sprichwort zurück.

Fotos ©️TBS

Buchvorstellung: Abc 4 Japan.

Japan fasziniert viele im Westen, dementsprechend viel Literatur über das Land der aufgehenden Sonne gibt es auch. Leider halten sich aber auch in neueren Büchern viele Klischees und Vorurteile, die schon längst nicht mehr aktuell sind. Dem möchte Martin Fritz, seit langem Japan-Korrespondent für verschiedene deutschsprachige Medien, mit seinem frisch erschienenen Kulturführer etwas mehr Realitität entgegensetzen.

Für diesen Artikel hat mir der Stämpfli Verlag ein Exemplar des Buchs „Abc 4 Japan. Ein Kulturguide“ zur Verfügung gestellt.

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Die Sache mit der Authentizität.

Vor einiger Zeit schrieb ich einen Beitrag darüber, welche Verantwortung Blogger ihren Lesern gegenüber meiner Meinung nach haben. Der Beitrag wurde nie veröffentlicht (so ist das eben manchmal), aber ich schrieb unter anderem darüber, dass ich Authentizität wichtig finde. Um mich kurz einmal zu zitieren:

Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, aber ich schreibe immer über Dinge, die ich auch wirklich erlebt habe. […]

Ich möchte, dass ihr euch auf alles, was ich schreibe, verlassen könnt.

„Welche Verantwortung tragen Blogger?“, unveröffentlicht

Ende letzter Woche ist herausgekommen, dass die bekannte Bloggerin Marie Sophie Hingst von Read On My Dear, Read On (Link ist eine archivierte Version der Seite. Das Internet vergisst eben nie.) sich große Teile ihres Inhalts aus den Fingerspitzen gesaugt hatte.

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