Der liebe Schlaf.

Seit kurzem bin ich total fertig. Ich wache auf und könnte eigentlich gleich weiterschlafen, die Schwerkraft zieht nicht nur meine Lider sondern den gesamten Körper nach unten. Auch Kaffee hilft nur insofern, dass ich nicht mehr einschlafen kann – wach bin ich nicht wirklich. Mein Mann hat natürlich so seine Theorien, warum das so ist.

Der größte Übeltäter in seinen Augen ist mein Kopfkissen, laut ihm so hart und flach wie せんべい (Senbei; Reiscracker). Es ist eben ein billiges von MUJI, kann ja nicht jeder wie er ein Spezialkissen aus Italien für über 13,000Yen (ca. 92€) sein Eigen nennen. Wenn er mal einen Abend arbeitsbedingt nicht nach Hause kommt, werde ich mir sein Kopfkissen ausleihen und schauen, ob es etwas bringt.

Ich bin tatsächlich ein wenig verzweifelt, denn auf der neuen Arbeit habe ich mehrmals die Woche die Frühschicht. Das heißt, dass ich Morgens in unseren Schulbus steige und Kinder einsammeln gehe. Was ein Spaß im Halbschlaf. Während die Arbeit im neuen Kindergarten einfacher ist und mein Arbeitsweg sich um einiges verkürzt hat nagen natürlich auch so einige Veränderungen an mir. Ich muss mich erst einmal an alles gewöhnen.Auch sonst gibt es natürlich so einige Gründe, so stehen wir seit kurzem eine halbe Stunde früher auf, weil mein Mann die Baustelle gewechselt hat. Aber eigentlich kann es so nicht weitergehen… Obwohl, mysteriöserweise habe ich in diesem Zustand im Koreanischunterricht mal was Brauchbares zusammengestammelt.

Habt ihr irgendeine Morgenroutine um richtig aufzwachen? Fünf Tassen Kaffee? Drei frische Frösche mit Pfefferminz in den Mixer, und auf Ex? Generell will ich anfangen zumindest 15 Minuten Morgen-Yoga zu machen, vielleicht hilft das ja.

Über Ideen zum richtigen Schlafen und Aufwachen würde ich mich auf jeden Fall freuen!

Die Mehrwertsteuer. Noch einmal.

Anders als den Rest Tokyos hat es mich ja absolut nicht angehoben, dass die Mehrwertsteuer von 5% auf 8% angestiegen ist. Als wir am Montag Abend, dem Tag vor der Steuerhöhung, um den Bahnhof Tokyo herum unterwegs waren, standen hunderte Leute an um noch eines der günstigeren Monatstickets für die Bahn zu ergattern und auch in den Elektronikmärkten war unglaublich viel los.

20140402_154024Beim Einkaufen fällt es aber schon auf.

Die Preise stehen jetzt wirklich überall groß ohne und dann kleingedruckt mit Mehrwertsteuer dran, statt wie früher anders herum. Ziemlich nervig, hoffentlich wird das im Oktober 2015 geändert – dann steigt die Mehrwertsteuer erneut an, auf 10%.

Derzeit nervt mich das nämlich schon, dass ich natürlich den großgedruckten Preis sehe, aber an der Kasse einen höheren Preis zahlen muss. Wer sich das überlegt hat… Einen um ca. 3% höheren Preis auf dem Preisschild zu sehen ist ein kleinerer Schock als plötzlich an der Kasse einen 8% höheren Preis genannt zu bekommen…

Was machen Japaner eigentlich mit ihrem Müll?

IMGP0878Letztes Wochenende war das Wetter an zumindest einem Tag so schön, dass wir beschlossen zum 皇居 (Kôkyo; Kaiserpalast) zu fahren und im Palastgarten Bentô zu essen.

Da nach einem ungewöhnlich kalten und langen Winter die Kirschbäume doch unerwartet schon blühten, waren wir bei weitem nicht die einzigen Besucher. Nur waren die anderen besser vorbereitet, wir hatten uns einfach im Kaufhaus am Bahnhof etwas gekauft.

Sehr angenehm, nur hat man natürlich Müll, der entsorgt werden möchte. Wobei ein kleines Problem entsteht, denn in Tokyo gibt es keine* städtischen Mülleimer. Die Straßen sind trotzdem meist sehr sauber. Was macht der gemeine Japaner also mit seinem Müll?

* Ich habe noch nie welche gesehen.

Er packt ihn zuerst einmal in seine Tasche und schleppt den Müll mit sich herum. Denn obwohl es keine städtischen Mülleimer gibt, ist diese Erfindung natürlich auch den Japanern nicht fremd. Man muss nur etwas mehr suchen. 😉

PET-Flaschen kann man meist an Getränkeautomaten entsorgen, so eine Bento-Verpackung passt da aber nicht rein. Nun kann man einen Conbini suchen, die haben oft vor dem Eingang Mülleimer – zumindest in der Innenstadt aber auch nicht immer. In Bahnhöfen gibt es oft Mülleimer, die muss man aber manchmal ziemlich suchen. Bei Einkaufscentern muss man auch wissen, wo einer ist.

Wenn es also nicht absolut nötig ist, etwas direkt wegzuwerfen, ist es meist am einfachsten, es zuhause oder im Hotel zu entsorgen. Dann muss man sich nur noch mit den verschiedenen Bestimmungen zur Müllentsorgung herumärgern.

Neunzig Jahre Träume und Magie.

Gestern war ich mit Anika von Ginkgoleafs in 銀座 (Ginza) unterwegs, weil sie mich lieberweise zu einer Ausstellung im 松屋 (Matsuya) eingeladen hatte. 😀 Warum ging’s? Disney!

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Das Thema war “夢と魔法の90年” (“Yume to Mahōno 90-nen”; “90 Jahre Träume und Magie”) und man konnte tatsächlich Artifakte aus der Anfangszeit der Disney-Studios bestaunen.

Nun muss ich sagen, dass ich zwar ein Disney-Fan bin, mich aber letztendlich immer die Entstehung der Werke mehr interessiert als eine Analyse der wiederkehrenden Themen in den Geschichten. 😉 Ich schaue mir bei so ziemlich jeder DVD das Making-Of an. Hinter die Kulissen schauen konnte man ein wenig, am imposantesten fand ich eine Entwicklung Disneys, die plastischere Szenen zuließ: Die Multiplan-Kamera. Ziemlich cool. 🙂

Auch die Konzept-Zeichnungen der Filme waren wirklich schön, wenn ich mir einbilden würde, dass ich mir Art Books öfter mal anschauen würde, hätte ich mir welche gekauft. 😉 Disney ist halt magisch. Vielen Dank noch einmal für’s Mitnehmen, Anika!

Dass es etwas voll war, war natürlich nervig, aber etwas anderes hatte ich eh nicht erwartet. Nach dem Ausstellungsbesuch ging’s noch zu Starbucks, von wo wir uns erst um neun (?) nach einem überraschten Blick auf die Uhr auf den Heimweg machten. Man quatscht sich eben doch fest… 😉

Demnächst werden auf derselben Ausstellungsfläche die Mumins auftauchen, ich weiß aber noch nicht ob ich hingehe. Vor zwei Jahren waren wir in Yamanashi schon einmal in einer Mumin-Ausstellung und ich mir nicht sicher bin, ob der Inhalt sich unterscheidet…