Ups.

Wo sind denn die ganzen Einträge, die ich schreiben wollte? Habe ich seit letztem Dienstag nichts mehr veröffentlicht*?

Ähm, ja. Erst habe ich mich mit einer Freundin getroffen, dann hatte mein Mann von Donnerstag bis heute (Montag) Urlaub, ich am Donnerstag Koreanischunterricht (auf den ich mich vorher auch vorbereiten musste), am Freitag mussten wir dringendst jetzt und sofort ein neues Handy kaufen (wir haben vier Stunden im Laden gewartet, haben jetzt aber beide ein Samsung Galaxy S3) und das Wochenende haben wir mit tollen Dingen verbracht. Heute habe ich Geburtstag (23 Jährchen!), und ausnahmsweise den Tag nicht vorm PC verbummelt. Es ist halt immer so, wenn man viel Zeit hat, hat man wenig zu erzählen, wenn man viel erlebt, kommt man gar nicht dazu es aufzuschreiben. Schrecklich! Zumal ich versuche mich nicht zu sehr zu wiederholen, ich war in der Zwischenzeit zum Beispiel noch zwei weitere Male im Katzen-Café, wollte darüber aber nicht je einen neuen Eintrag verfassen**. Seit letztem Dezember war ich auch schon acht Mal im Disney Resort (Disney Land/Disney Sea). Egal. Demnächst. Neue Einträge! Mit Glitzer (das ist eine Lüge) und süßem Essen (das ist keine Lüge)!

Auf dass ich nie wieder einen Entschuldigungspost schreiben muss, der so komplett ausartet.

* Ich will es ja nicht zu laut sagen, aber der Dienstagspost war schon ein wenig faul. Irgendwelche sehr kurzen Anekdoten habe ich nämlich immer. Die hier zum Beispiel:

Sind mein Mann und ich im Café. Wir reden untereinander ausschließlich Japanisch. Setzten sich zwei alte Männer an den Tisch neben uns, einer fängt an alles, was ihm einfällt, auf Englisch zu sagen. Schließlich spricht er meinen Mann an und lobt ihn ob seiner guten Englischkenntnisse, weil er mit mir kommunizieren kann. Weil es ja komplett abwegig ist, dass das Gespräch, dass er grad gehört haben müsste, auf Japanisch abgelaufen ist. Da war sicher nur etwas faul mit seinen Ohren…
** Beispiel-Katzen-Café-Eintrag:

Ich war heute in einem Katzen-Café. Mal wieder. Katzen sind super. Seht euch diesen süßen Maunzer an!

Nachdem ich letztes Mal im Katzen-Café war, habe ich nach Wohnungen gesucht, in denen wir eine Katze halten könnten. Mein Mann hat sogar mitgeholfen, obwohl er eher ein Hunde-Mensch ist. Bilanz: Wohnen, in denen man Haustiere halten darf, sind entweder sehr teuer, sehr alt oder sehr weit weg vom Schuss. Katzen bekommt man aber kostenlos hinterhergeworfen, quasi.

105 Yen.

Einige Dinge sind in Japan doch besser als in Deutschland. 100-Yen-Läden zum Beispiel sind besser als 1€-Läden. Während 1€-Läden meist sehr ramschig sind und nichts verkaufen, was man brauchen könnte, gibt es in Japan Daiso.

Daiso hat alles. Geschirr, Reinigungsmittel, Kosmetik, Schreibwaren, Unterwäsche, Essen, Gartengeräte und einiges mehr. Die Qualität ist natürlich dem Preis entsprechend, falsche Wimpern würde ich mir dort nicht kaufen, aber für den normalen Bedarf und Kleinkrams ist es absolut zu gebrauchen.

Auch wenn Daiso sich selbst 100-Yen-Shop nennt, kosten alle Artikel* 105 Yen. Bei den fünf Yen handelt es sich um die Mehrwertsteuer von 5%, soll aber demnächst angehoben werden. Diese 5% sind auch ein Grund, warum sich Duty Free Shopping in Japan nicht lohnt.

In Japan ist nicht alles direkt und groß mit der Mehrwertsteuer ausgezeichnet. Es gibt einige Restaurantmenüs, auf denen der Preis ohne Steuern (税別, zeibetsu) groß angepriesen wird, während der Preis mit Steuern (税込, zeikomi) sich ganz klein irgendwo versteckt. Das ist manchmal für eine böse Überraschung gut.

Die 5 Yen bei Daiso tun aber sicher niemandem weh. 😉

* Außer denen, die anders gekennzeichnet sind.

Mit den ersten für japanische Verhältnisse wirklich kalten Tagen kam natürlich auch mein Erzfeind wieder aus seinem Versteck: Die Erkältung. Anfangs nur mit Halsschmerzen, dann mit Schnüffelnase, schließlich waren die Ohren auch nicht mehr zu gebrauchen. Eine Erkältung ist nun aber nichts, wofür man zum Arzt müsste. Übers Wochenende zuhause bleiben, rezeptfreie Medizin nehmen, viel trinken, und alles sollte wieder gut sein.

Der Mann sieht das natürlich anders. Man kann ja nie wissen, ob ich nicht doch lebensgefährlich erkrankt bin.

Er: Geh zum Arzt!

Ich: Für eine Erkältung? Das ist doch totale Zeitverschwendung.

Er: Als hättest du sonst etwas zu tun.

Ich: Ich müsste mich umziehen.

Er: Geh zum Arzt, oder ich nehme nächste Woche jemanden anders mit nach Kanazawa!

Das wäre quasi nicht auszuhalten, al so begab ich mich zum Arzt. Am Samstag Morgen. Zum Glück war es nicht halb so voll wie erwartet und nach zwanzig Minuten war ich mit neuer Medizin in den Armen schon wieder draußen. 1200Yen habe ich für die Medizin bezahlt, auf dem Rückweg wurden noch Donuts gekauft und das Wochenende fand im Schlafanzug statt.

Eine Kollegin wünschte mir auf Facebook alles Gute und überlegte, ob ich nicht vielleicht die Kinder angesteckt haben könnte – ich hoffe doch!

Böse Claudia!

Wenn die Kinder nicht wollen wie sie sollen haben wir verschiedene Dinge, die wir ihnen androhen. Das fängt harmlos an mit “Wenn du dich nicht benehmen kannst musst du dich auf den Stuhl setzen.”

“Der Stuhl”, das ist ein kleiner gelber Winnie Pooh-Stuhl, der einzige seiner Art bei uns. Er steht am Rande des Spielbereichs, und wer sich darauf setzen muss darf kurzzeitig nicht mitspielen. Schrecklich! Leider ist “der Stuhl” manchmal nicht ausreichend, und wenn die Kinder sich auf Stühlen sitzend schon nicht ordentlich verhalten können, haben wir noch eine höhere Stufe: Den Babystuhl. Nichts ist für Dreijährige schlimmer als mit einem Baby verglichen zu werden.

Aus einer anderen Kategorie: “Wenn du dich jetzt nicht hinlegst und die Augen zumachst gibt’s keinen Snack.” Das scheint noch schlimmer zu sein, als wie ein Baby behandelt zu werden. Zumindest hinterlässt offenbar es Eindruck.

Bei uns bekommt jeder das gleiche Mittagessen. Manchmal sind da natürlich Sachen dabei, die manche Kinder nicht mögen. Einige beißen sich trotzdem durch*, andere überlegen sich, wie sie da rauskommen. Ein Junge aus meiner letzten Klasse (jetzt also bei einer anderen Lehrerin), tut seit einigen Tagen so, als wäre er schrecklich krank, sobald das Essen auf den Tisch kommt. Stehen wir gar nicht drauf, also wurde ihm gesagt, dass er, wenn er nicht ordentlich essen will, gern in meiner Klasse mit den kleinen Kindern essen kann. Kleine Tränchen bildeten sich in den Augenwinkeln des Jungen als ich dann ins Klassenzimmer kam um ihn “abzuholen”. Nach einer kleinen “So zu tun als wäre man krank ist doof”-Standpauke kam ich wieder zurück in meinen Klassenraum, wo mich folgender Chor empfang:

Claudia bekommt keinen Snack! Claudia bekommt keinen Snack!

Oha! Bekomme ich schon Ärger von kleinen Kindern. 😉 Im Moment sind einige eh in einer Phase, in der sie jedem erzählen, wie er sich zu verhalten hat, aber gegen mich?! Meuterei in der Nursery!

* Unter anderem ich. Ich trinke sogar die blöde Nattô-Suppe. Und esse den Fisch. Ich bin eine Kämpferin! Quatsch, ich glaube einfach, dass ich, wenn ich von den Kindern etwas verlange, das zumindest selbst einhalten sollte.