Filmzeit: ステキな金縛り

Am Sonntag waren wir endlich mal wieder im Kino, um ステキな金縛り (Suteki na Kanashibari) zu sehen. Filmstart war nur einen Tag früher, am Samstag, und wir hatten schlauerweise schon vier Stunden früher die Tickets gekauft, denn später war die gesamte Vorstellung ausverkauft.

©東宝

ステキな金縛り Suteki na Kanashibari (2011; Englisch: Once in a Blue Moon) (Trailer)

Regisseur: Mitani Kouki

Darsteller: Fukatsu Eri, Abe Hiroshi, Nakai Kiichi, Nishida Toshiyuki

Ein Mann, der angeklagt wird, seine Frau ermordet zu haben, wird von der erfolglosen Anwältin Houshou vor Gericht vertreten. Als Alibi bringt der Angeklagte hervor, dass er in der Tatnacht von einem Geist heimgesucht worden sei, der ihn daran gehindert habe, sich zu bewegen. Dieser Geist ist der einzige Zeuge für das Alibi, und wird, nachdem er gefunden wird, als Zeuge vor Gericht geladen. Leider können ihn nur wenige Menschen sehen, und außerdem sollte er schon längst niemanden mehr heimsuchen…

Persönliche Meinung: Der Film ist wirklich, wirklich witzig. Wie in vielen japanischen Komödien sind die Charaktere hilflos überzeichnet, machen dafür aber umso mehr Spaß.Da gibt es die total verplante Anwältin, die mit größtem Enthusiasmus größten Unsinn redet, ihren Chef, der quasi nur von Süßigkeiten lebt, und dessen Leben dadurch bedroht wird, einen Richter, der eine kindliche Freude am untoten Zeugen hat, und natürlich den Geist, der nur allzu menschlich ist.

Gruselgeschichten.

Passend zu Halloween eine kleine, wahre Geschichte aus Japan.

Ein alleinlebender Mann bemerkte, wie Gegenstände plötzlich am falschen Platz lagen, wenn er nach Hause kam, oder Lebensmittel fehlten, bei denen er hätte schwören können, sie nie gegessen zu haben. Außerdem hörte er nachts immer wieder eigenartige Geräusche, die er sich nicht erklären konnte. Wenn er Wohnungstür und Fenster überprüfte, waren diese aber immer verschlossen.

Kurz bevor er komplett verrückt werden würde, kaufte er sich Überwachungskameras, um endlich herauszufinden, wer oder was verantwortlich war. Als er von der Arbeit nach Hause kam und sich das Überwachungsvideo ansah, sah er, wie eine Frau vollkommen selbstverständlich durch seine Wohnung lief, duschte, aß und den Tag verbrachte. Der Mann dachte erst, es würde sich um eine Einbrecherin handeln und rief die Polizei.

Diese konnte aber weder an den Fenstern, noch an der Tür Einbruchsspuren feststellen und begann, alle Verstecke im Haus abzusuchen. Als sie die oberste Schiebetür des Wandschranks öffneten, fanden sie eine 58-jährige Frau, die dort auf einer Matratze lebte – seit einem ganzen Jahr.

Weil japanische Wohnungen klein sind, haben sie meist Wandschränke eingebaut, die recht groß sind, damit man sein Hab und Gut verstauen kann. Wir haben einen großen Wandschrank im Schlafzimmer, zum Glück ist der aber so vollgestopft, dass da niemand noch Platz finden könnte. Bettgestelle haben wir auch nicht, die Wahrscheinlichkeit des Nachts von einem Monster verschlungen zu werden ist also gering. Ein Glück.

Ein bisschen Deutschland in Japan: Dallmayr.

Als Privatperson darf man kein Fleisch nach Japan einführen. Was also tun, ohne die gute Wurst?

Im Takashiyama Tokyo gibt es einen Dallmayr-Stand. Es gibt auch andere deutsche Wurst in einigen Supermärkten, obwohl ich mich frage, was an deutschem Schinken so viel besser ist als an japanischem. Aber, wenn man unbedingt 840Yen (=7,94€) für Rollschinken ausgeben möchte, kann man das natürlich machen. Zwei Fliegen mit einer Klappe: Kurbelt die deutsche und die japanische Wirtschaft an.

In der Bahn.

In Japan lebten im Jahr 2010 gut zwei Millionen Ausländer. Bei einer Einwohnerzahl von 128 Millionen sind das nur 1.5%, im Vergleich zu fast 9% in Deutschland. Laut Wikipedia sind die meisten in Japan lebenden Migranten in anderen asiatischen Ländern geboren, während die meisten europäischen Ausländer aus England kommen. Deutsche gibt es etwas weniger als sechstausend, meine Chance auf der Straße einen hier lebenden Deutschen zu treffen ist also eher gering.

Auf jeden Fall bin ich ein rarer Anblick, was ich in der Bahn auf dem Weg von oder zur Arbeit immer wieder merke. Leute, die mich anstarren als hätte ich was im Gesicht. Ja, da ist eine Nase, super, kann ich jetzt wieder schlafen ohne paranoid zu werden?

Ich bin nicht monströs groß (170 cm), ich habe dunkelbraune Haare, ich habe braune Augen, ich trage keine besonders aufregende Kleidung – gibt es nicht spannendere Mitfahrer? Was ist mit der Frau, die jeden Tag in einem unglaublich kurzen Kleid in die Bahn steigt? Oder mit der ganzen Armada von Frauen, die sich in der Bahn schminken? Die finde ich am spannendsten, vor allem beim Augen-Make-Up, wenn die Äuglein plötzlich mindestens 500% größer wirken.

Oder eigentlich muss man ja auch niemanden anstarren. Meinetwegen kann man kurz gucken, oder auch länger, aber zumindest damit aufhören, wenn ich zurückstarre. Nicht, dass ich denken würde, dass mir irgendjemand in der Bahn was Böses will (außer vielleicht bei einigen Opas, aber gegen die könnte ich mich zur Wehr setzen), aber am frühen Morgen oder wenn ich gerade vollkommen ohne Kraft nach fünf Stunden Kleinkinder bespaßen nach Hause fahre, will ich eigentlich nur meine Ruhe.

Wir sind hier schließlich nicht im Zoo.