Seoul, Tag 1, Teil 1: Einmal Prinzessin.

Am Sonntag Morgen ging es los, mit ANA von Tokyo Haneda nach Seoul Gimpo, und von dort aus weiter zu unserem Hotel. Diesmal kein Billighotel sondern das InterContinental Seoul COEX, mit meiner Schwiegermutter und einer Freundin von ihr in ein Drei-Mann-Zimmer.

Nachdem wir kurz das Gepäck abgeliefert hatten, wurde Geld getauscht (in 명동; Myeongdong) und es ging weiter nach 이대 (Idae; Ewha Womans University). Dort waren mein Mann und ich beim letzten Mal auch schon, damals war das Studentenviertel aber von Schnee bedeckt. Bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt macht das schon mehr Spaß.

IMGP6878Unser Ziel war das Café 프린세스 다이어리  (Princess Diary), wo man für einen Nachmittag Prinzessin sein kann. Ab 14€ kann man ein Hochzeitskleid leihen und innerhalb des Cafés Fotos machen. Als wir dort waren, waren ansonsten vor allem jüngere Pärchen zu sehen, sehr niedlich. 🙂 Wir waren aber natürlich nicht wegen irgendwelchen Hochzeitskleidern dort, sondern wegen 한복 (Hanbok), der traditionellen koreanischen Kleidung. Wenn wir schon in Korea sind…

IMGP6864Wenn man sich ein Getränk ausgesucht hat, bekommt man kleine geheimnisvolle Tütchen überreicht: Nach Farbe und Muster geordnet findet man die Rockteile des Hanbok, die Oberteile sind in Preisklassen unterteilt. Je mehr Geld man bereit ist auszugeben, umso schönere Oberteile kann man sich natürlich aussuchen. Man kann sich sein Outfit komplett selbst zusammenstellen, wir haben sicher über eine halbe Stunde gebraucht. 😉 In einem anderen Teil des Cafés wird man umgezogen (man kann das meiste anbehalten), Accessoires werden im Haar befestigt und auf zum Fotos schießen!

IMGP6907Mit meinen 171cm war der Hanbok etwas kurz*, aber sooo bequem! Anders als bei einem Kimono wird einem nicht die Luft abgeschnürrt. 🙂 Das Anziehen nimmt kaum Zeit in Anspruch und geht wirklich supereinfach. Außerdem sind Hanbok wunderschön farbenfroh! Wirklich tolle Farben, ich hätte durch die Luft springen können.

Die netten Damen vom Laden haben für uns auch Bilder von uns allen gemacht, fast sogar ein wenig zu sehr. Wir hatten nur kurz gefragt, ob sie Fotos machen könnten, was dann zu einem minutenlangen Photoshooting ausartete.

Nach zwei Stunden verließen wir den Laden wieder, um eine Erfahrung reicher. Kann man wirklich mal machen, kostet auch nicht so viel, wie die normalen Sets**.Natürlich ist das ein absolutes Mädchen-Ding, Männer langweilen sich wahrscheinlich eher. 😉

* Mir wurde kurzerhand ein Unterrock umgeschnallt

** Make-Up, Haare, Outfits, professionelle Fotos, für 20,000Yen (ca. 150€)

26 Ewhayeodae-gil, 54-9 Daehyeon-dong, Seodaemun-gu, Seoul

Alle Jahre wieder.

Heute habe ich die große Freude, endlich mal wieder meine Freunde in der Visa-Stelle des Außenministeriums zu besuchen. Es ist wieder soweit, mein Visum läuft übernächste Woche ab, und weil ich dieses Jahr etwas getrödelt habe, komme ich erst heute zum Beantragen. Das sollte aber eigentlich kein Problem sein, solange ich den Stempel in meinen Pass bekomme, dass der Prozess angestoßen ist.

Etwas nervig ist, dass ich den Wisch vom letzten Jahr schon wieder ausfüllen muss (und ich mich an manche Dinge einfach nicht erinnere), diesmal werde ich mir auf Arbeit eine Kopie machen. Bei mir hat sich beinahe absolut nichts verändert, nur die Adresse ist neu. Trotzdem, vier ausgefüllte Seiten und sechs weitere Dokumente…

Wer eine Auflistung aller benötigten Papiere sucht, hier ist ein Eintrag darüber. Aber ich will nicht meckern, ich hörte, dass das in anderen Ländern noch viel nerviger ist.

Einträge über Seoul dann demnächst. 🙂

So arbeite ich.

Während ich noch in Seoul bin, hier ein Eintrag:

Scheinbar lesen tatsächlich Leute diesen Blog. Und manche interagieren sogar mit mir und verlinken mich. Für mich etwas unglaublich, aber Smilla von anders anziehen will wissen, wie ich arbeite. Beziehungsweise blogge. Hauptberuflich lasse ich mir bekanntlich meine Nerven von Kleinkindern ruinieren. Aber los!

Bloggerinnen-Typ:
Herumgeplappere aus dem Land der aufgehenden Sonne. Ich schreibe über meine neue Heimat (Japan, fast in Tokyo. Ich muss nur einen Fluss überqueren), meinen Mann (noch immer super), unsere Reisen (und wenn ihr diesen Eintrag am Veröffentlichungstag seht, befinde ich mich sogar gerade auf einer) und generell, Krams.

Gerätschaften digital:
Mein langsam altersschwaches MacBook*, die Fotos kommen entweder aus der Pentax k-r, der Pentax Q10 oder meinem Handy (Samsung Galaxy S3). Auf dem Handy habe ich zwar die WordPress-App, aber die verwende ich nur zum Moderieren und Beantworten von Kommentaren. Ganze Einträge möchte ich darauf nicht tippen, da würden mir die Finger abfallen.

*ich backuppe ganz fleißig

Gerätschaften analog:
Das einzige wichtige Analoge ist mein Kalender. Moleskine, in der “Der Kleine Prinz”-Version. 🙂 Ich erinnere mich an alle Termine besser, wenn ich sie mir einmal aufgeschrieben habe – soll heißen, ich brauche meinen Kalender mehr zum Aufschreiben als zum Nachschlagen.

Arbeitsweise:
Wenn etwas passiert, ich irgendwo war, und ich noch nicht darüber geschrieben habe*, schreibe ich einen Eintrag. Manchmal liegt der dann noch ein wenig herum, meist wird er aber direkt geplant – denn meist schreibe ich mehrere Einträge hintereinander, möchte sie aber nicht alle am selben Tag veröffentlichen. Das würde nur darin resultieren, dass länger keine Einträge kommen, und daran erinnert sich jeder mehr als daran, dass zwischendurch aber ganz viele auf einmal kamen. Wenn sie dann veröffentlicht sind, guckt meist mein Korrekturleser Vater von Deutschland aus drüber und schreibt mir eine E-Mail, wenn es einen logischen oder rechtschreibtechnischen Fehler gibt. Das passiert immer mal wieder, weil ich schlampig arbeite.

* Ich habe es schon einmal erwähnt, aber wenn ich diese Regel nicht befolgen würde, hättet ihr hier schon fünfzig Katzeneinträge.

Welche Tools nutzt du zum Bloggen, Recherchieren und Bookmark-Verwaltung?
Die Frage klingt, als sollte ich da ein großartiges Konzept haben. Habe ich aber nicht. Bloggen geht übers WordPress-Interface, Recherchieren per Google (oder tatsächlich auch nachfragen, ich bin hier schließlich von Japanern umgeben) und für Reisen auch über Reiseführer, Bookmarks macht Firefox für mich.

Wo sammelst du deine Blogideen?
Es gibt eine Evernote-Notiz mit Themen, falls ich mal echt nichts mehr haben sollte. Ansonsten schreibe ich, was mir grad in den Sinn kommt. Vielleicht, weil mich mal jemand danach gefragt hat, oder auch einfach, weil ich es selbst ganz spannend finde.

Was ist dein bester Zeitspar-Trick/Shortcut fürs Bloggen/im Internet?
… Wenn jemand einen guten hat, immer her damit?

Benutzt du eine To-Do List-App? Welche?
Nein. Manchmal schreibe ich in meinen Kalender, was ich einkaufen muss. Zählt das?

Gibt es neben Telefon und Computer ein Gerät, ohne das du nicht leben kannst?
Ohne meine Kamera ginge es mir schlechter. Außerdem ohne Yoga, aber da habe ich keine Gerätschaften.

Gibt es etwas, das du besser kannst als andere?
Geradeheraus sein. Sagt mein Mann.

Was begleitet dich musikalisch beim Bloggen?
Das kommt drauf an, manchmal Serien, aber meist nur Umgebungsgeräusche.

Wie ist dein Schlafrhythmus – Eule oder Nachtigall?
Ich stehe arbeitsbedingt früh auf, und eigentlich mag ich das so auch ganz gut. Wenn ich aus irgendeinem Grund mal bis nach Mitternacht wach bin, wird’s komisch.

Eher introvertiert oder extrovertiert?
Das kommt drauf an, wie lange man mich kennt und wie wohl ich mich fühle. Wie bei denke ich jedem.

Wer sollte diese Fragen auch beantworten?
Anna und Melissa vom Euro Asia Imbiss, und wenn er Zeit hat, der Tabibito.

Der beste Rat den du je bekommen hast?
Zum Thema Blog? “Schreib das bloß weiter”, von meinem Opa. Das nenne ich mal Motivation 😀

Noch irgendwas Wichtiges?
Und Fernbeziehungen klappen doch! Auch über 8900km! Nicht aufgeben. 😀

Dieser Fragebogen hat seinen (deutschen) Ursprung übrigens bei Isabella Donnerhall.

Wie ich meinen Mann kennengelernt habe.

Immer wenn ich erzähle, dass ich seit inzwischen zwei Jahren mit einem Japaner verheiratet bin, und dass wir uns in Japan getroffen haben, werde ich gefragt, wie und wo und überhaupt. Hier also eine kleine Zeitreise.

Ins Jahr 2008.

Damals war ich immer mit recht vielen anderen Ausländern unterwegs, und um Weihnachten herum kam auch eine deutsche Freundin wieder nach Tokyo. Am 24. Dezember gingen wir zusammen zur Wohnung schwedischer Freunde, um dort mit vielen anderen Leuten das Weihnachtsfest zu begehen. Ein koreanischer Freund hatte einen weiteren koreanischen Freund dabei, der meine deutsche Freundin unglaublich dringend am nächsten Tag noch einmal sehen musste.

Ein Foto von unserer japanischen Hochzeit

Ein Foto von unserer japanischen Hochzeit

Problem: Er sprach nur Japanisch und Koreanisch, meine Freundin nur ein wenig Japanisch und ansonsten Englisch und Deutsch. Was macht man also? Man schleppt mich mit, zum Übersetzen. Weil man aber nicht zu dritt zu einem Date geht, wurde ein Freund herbeitelefoniert um eine grade Zahl zu ergeben. Dieser Freund: Mein jetziger Mann.

Nachdem wir alle Sukiyaki essen waren, wurde ich von ihm nach Hause gebracht, so richtig funkte es aber noch nicht. E-Mail-Adressen wurden trotzdem ausgetauscht.

Über die nächsten Tage und Wochen sind wir uns dennoch immer näher gekommen und irgendwann schickte ich ihm eine E-Mail: “大好き!” (Daisuki!, Ich mag dich!*), woraufhin ich folgende romantische Nachricht direkt vom Herzen bekam: “ありがとう” (arigatô, danke). Super.

* Bzw. auch “Ich liebe dich”, obwohl es dafür auch 愛してる (aishiteru) gibt.

Auf Nachfrage sagte er mir, dass er annahm, ich würde ihn nur wie einen Kumpel mögen… Da öffne ich mein Herz, und dann das. Das Missverständnis konnte aber offensichtlich aufgeklärt werden. Leider waren nur noch etwa sechs Monate meines Working Holiday-Visums übrig, aber das hat uns beiden ausgereicht festzulegen, dass wir heiraten, sobald mein Mann sein Studium abschließt. Und so geschah es nach etwas über zwei Jahren Beziehung (davon eineinhalb Jahre Fernbeziehung). Den Rest könnt ihr hier im Blog lesen. 😉