Abenteuer bei der Botschaft.

20141022_163947Am Dienstag ging ich nach langer Zeit mal wieder zur deutschen Botschaft in 広尾 (Hirô). Der recht einfache Grund war, dass ich endlich meinen im Pass verzeichneten Wohnort ändern wollte, um in Deutschland steuerfrei einkaufen zu können.

Das Konsularreferat der Botschaft hat werktags von 8 bis 11 Uhr und Donnerstags zusätzlich von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Also nicht unbedingt arbeitnehmerfreundliche Uhrzeiten, aber etwas anderes hatte ich auch nicht erwartet. 😉

Ich war zehn Minuten vor Schalteröffnung als zweite dort, legte meine Meldebescheinigung und meinen Pass vor, füllte das Antragsformular an und wartete.

Kennt ihr das, wenn jemand, der nach euch gekommen ist früher gehen kann? Mich ärgert so etwas ja total, zumal ich davon ausging, dass es nicht so lange dauern kann zwei Stempel zu setzen und zwei Worte zu schreiben. Ich weiß natürlich nicht, ob da nicht mehr hinter steckt, aber ich habe 40 Minuten gewartet. VIERZIG!

Fünf Minuten nach 9 ging ich zum Schalter um zu fragen, ob ich den Pass an einem anderen Tag abholen könne, ich müsste schließlich zur Arbeit. Soweit kam ich aber gar nicht, als ich vor dem Schalter stand, gab man mir meinen Pass.

Der Weg zur Arbeit war dann sehr hektisch, weil ich mich durch Menschenmassen zwängen musste um meine jeweiligen Bahnen rechtzeitig zu bekommen. Eine Minute vor Arbeitsbeginn konnte ich dann einstechen. Glück gehabt.

Da habe ich mir das Shoppen in Deutschland eigentlich verdient…

Fast in die Heimat.

In zwei Wochen fliege ich nach Deutschland. Das kommt für mich genauso überraschend, wie für euch, wurde es doch erst gestern entschieden.

Anfang des Monats habe ich für die Firma eines Bekannten meines Schwiegervaters* Übersetzungen angefertigt, einmal ins Deutsche und einmal ins Englische. Die Firma stellt optische Systeme für die verarbeitende Industrie her, und benötigte die Übersetzungen für die Messe Vision in Stuttgart.

* Ja, Vitamin B ist auch in Japan unglaublich wichtig.

Nun stellte die Firma aber fest, dass Übersetzungen zwar schön und gut sind, sie aber eigentlich auch vor Ort jemanden brauchen, der zumindest Deutsch und Japanisch spricht. Und deswegen bin ich in zwei Wochen in Deutschland.

Flüge und Unterkunft werden bezahlt, ein bisschen Taschengeld bekomme ich auch, und ich habe tatsächlich etwa zweieinhalb Tage, die ich in Berlin verbringen kann! 😀 Finanziell lohnt es sich für mich zwar absolut nicht, aber erstens ist es eine super Erfahrung und Referenz für zukünftige Jobs und zweitens wäre ich sonst wahrscheinlich erst in vielen Jahren mal wieder in Deutschland gewesen. 🙂

Derzeit bemühe ich mich, dass mein Wohnort im Pass auf “Japan” geändert wird, damit ich in Deutschland steuerfrei einkaufen gehen kann, und außerdem muss ich mir zumindest ein wenig Grundwissen zur Optik aneignen… Spaß und Freude. 😉

Es heißt leider, dass ich am 2. November nicht zum Shamisen im Rikugien gehen kann, auch unser geplanter Besuch des Tokyo Disneylands fällt flach, aber gut. Halt nächstes Mal.

Japanischer Garten mit Tee: 六義園

Bevor das Wetter durch den Taifun komplett den Bach herunterging, machten mein Mann und ich uns am Sonntag Morgen auf den Weg nach 駒込 (Komagome), um nach langer Zeit mal wieder den 六義園 (Rikugien) zu besuchen.

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Der Rikugien ist einer unserer liebsten japanischen Gärten, unter anderem, weil er ein eigenes Teehaus beherbergt und sich wunderbar für Fotos eignet. 🙂

Seit seiner Erbauung 1695 zählt er mit dem Koishikawa Kōrakuen am Tokyo Dome zu den zwei bedeutenden Gärten Edos (heute Tokyo).

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Nachdem man 300yen (ca. 2,20€) für den Eintritt bezahlt hat, kann man durch den Park wandeln, sich im Frühling an den Kirschblüten und im Herbst an den schönen Laubfarben erfreuen, auf den obersten Punkt des Gartens, den Wisterien-Pass (藤代峠) klettern oder Koi-Karpfen füttern. Selbst wenn das Wetter nicht ganz perfekt ist, ist der Garten dennoch wirklich schön.

Wenn man von diesem ganzen Stress eine kleine Auszeit braucht, kann man im Teehaus Matcha mit Wagashi (和菓子), japanischen Süßigkeiten, für 500yen (ca. 3,70€) oder Amazake (甘酒) für 300yen (2,20€) bestellen und die Aussicht genießen.

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Der Laubwechsel in Tokyo beginnt für gewöhnlich Mitte November, und dann stürmen natürlich die Besucher in Scharen in die Gärten. Doch auch ohne schöne rotgefärbte Bäume war am Sonntag ziemlich viel los. 🙂

Auch sonst, wenn ihr im Urlaub in Tokyo unterwegs seid und genug vom Trubel habt: Gärten (庭園) kosten zwar immer ein wenig Eintritt, sind aber echte Oasen. 🙂

Real Japanese Gardens bietet englischsprachige Informationen zu Gärten in Tokyo, Kyoto und Kamakura.

Das Maskottchen der japanischen Post.

Als wir am Samstag in 丸の内 (Marunouchi) unterwegs waren um nach einem Portmonee für mich zu suchen war viel los: Die 東京味わいフェスタ (Tôkyô Ajiwai Fesuta; Taste of Tokyo) hatte viele Stände, an denen unter anderem Milch aus Tokyo und Gemüse aus Tokyo verkauft wurden. Milch aus Tokyo! Die Kühe stehen natürlich nicht mitten in der Großsstadt vorm Tokyo Tower, sondern in den ländlicheren Regionen im Westen. Außerdem standen am Straßenrand viele Fressbuden auf Rädern, die in ihren Speisen Zutaten aus Tokyo verwendet hatten.

Nebenbei gab es noch einen Stand für das 50-jährige Jubiläum der olympischen Spiele in Tokyo, wo man für das Beantworten einer einfachen Frage Olympia-Kugelschreiber bekommen konnte.

Und dann lief plötzlich ein Teddybär an uns vorbei. Maskottchen trifft man in Tokyo immer mal wieder in der freien Wildbahn an, auch weil es einfach so viele gibt, aber an Teddybären kenne ich eigentlich nur Duffy, und der hat außerhalb von Disney Sea nichts verloren.

 

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Es war ぽすくま (Posukuma, ein zusammengesetztes Wort aus ポスト Posuto; Post und 熊 kuma; Bär), das mir bis dahin noch vollkommen unbekannte Maskottchen der japanischen Post.

Zum ersten Mal erschien er laut Wikipedia 2012 auf Sonderbriefmarken und seit 2013 gibt es auch Merchandise mit ihm – natürlich. Wir bekamen eine Tüte mit allerlei Flyern zu Sonderaktionen der japanischen Post*, einem Booklet übers Versenden internationaler Briefe mit allerlei Floskeln auf Englisch, Koreanisch und Chinesisch und Posukuma Masking Tape in die Hand gedrückt. Kostenloses Masking Tape, ist denn schon Weihnachten?!

* Man kann zum Beispiel einen Brief an den Weihnachtsmann in Finland schreiben, oder einen Liebesbrief über Saint-Valentin in Frankreich umleiten.

Nach einem kleinen Abstecher an die Ginza um mein Portmonee zu kaufen**, liefen wir zum Kaufhaus im Japan Post Tower, KITTE (切手 Kitte heißt Briefmarke), um uns das Posukuma-Event anzuschauen. Während ich mir alles, was man zum Briefeschreiben so braucht, ansah, lief plötzlich eine Parade von sieben Posukumas durchs Erdgeschoss. Eine Posukuma-Kompanie. 😉 Süß sind sie ja schon.

** Es ist mein Geburtstagsgeschenk. Etwas sehr früh, aber das macht meinem Mann nichts aus.

Ich glaube für die Post ist Posukuma ein wirklich gutes Maskottchen. Teddybären sind flauschig und erinnern an “die gute alte Zeit“, in der man noch in Ruhe Briefe schrieb. Mit der ganzen modernen Technik dürfte es eine große Aufgabe für den Teddybären sein, die Menschen davon zu überzeugen, wieder mehr Briefe zu schreiben, aber ich werde jedes Mal beim Briefmarkenkaufen schauen, ob es welche mit Posukuma gibt. Ein kleiner Erfolg? 🙂