Ein Spaziergang am Fluss.

Wie im letzten Eintrag beschrieben, habe ich im Moment nicht wirklich entspannende Freizeit. Nach der Arbeit arbeite ich, am Wochenende gehe ich mir Häuser angucken*, ansonsten vegetiere ich vor mich hin. Vorm PC zu versauern erneuert aber nicht wirklich den Energielevel.

* Ich hoffe, sich einen Häuslebauer auszusuchen ist der anstrengendste Teil.

IMGP2122Letzten Freitag hatten wir angenehm warmes Wetter mit Sonnenschein, und so ließ ich Übersetzungsarbeit Übersetzungsarbeit sein und ging stattdessen spazieren. Ich laufe gern durch die Gegend. Sie ist zwar nicht wunderschön, aber es gibt immer etwas zu entdecken und Laufen macht den Kopf frei.

Wir wohnen etwa zehn Laufminuten vom 江戸川 (Edogawa), dem Fluss, der bei uns Tokyo von Chiba trennt, entfernt.

IMGP2129Über unseren Teil des Flusses spannen sich drei Brücken, eine für die JR-Bahnlinien, eine für den Autoverkehr und eine für die Keisei-Bahnlinie. Wenn das Wetter gut ist, kann ich morgens von der Brücke aus den Fuji sehen.

Dank der 東京湾 (Tôkyô-wan; Bucht von Tokyo) sind wir vor Tsunamis zwar recht gut geschützt, zur Sicherheit haben wir aber auch Deiche. Auf denen trifft man unter anderem Fahrradfahrer, Läufer oder Hundebesitzer beim Gassigehen an, während auf den tieferen Arealen Fußballfelder, Baseballfelder oder Biotope angelegt sind. Der Fluss ist unser Naherholungsgebiet. 😉

IMGP2154Der Fluss ist ein Teil meines Lebens hier. Sobald es warm wird, grillen wir am Fluss. Die Erinnerungsfotos für unsere Heirat haben wir einen Tag nach dem Beben vom 11.3.2011 vor Kirschbäumen auf dem Deich geschossen. Im Sommer schauen wir uns Feuerwerke an, oder veranstalten unsere eigenen kleinen. Im Herbst kaufen wir uns gern Bentô und essen sie am Fluss. Zu Neujahr laufen wir am Fluss entlang zum Tempel.

Auf diesem Weg befinden sich auch die kleinen Hütten, die ein Verein für die Straßenkatzen aufgestellt hat. Im Winter schützen die vor der Kälte, im Sommer vor der Sonne. Die Katzen werden jeden Tag gefüttert und Neuzugänge werden sterilisiert bzw. kastriert, um die Straßenkatzenpopulation zu kontrollieren.

IMGP2163Vor Beginn des Projekts, das von der Stadt mitfinanziert wird, gab es an diesem Ort bis zu 60 streunende Katzen, jetzt sind es nur etwa 15 bis 20.

Wegen der Kälte habe ich nicht ganz so viele zu Gesicht bekommen, wahrscheinlich war es auch zeitlich noch etwas zu früh.

Auf dem Weg zurück kam ich dann noch an einer Marching Band vorbei, die am Fluss probte. Ram-Tata-Ram-Tata!

Am Edogawa ist man nämlich nie allein, weil wir aber in Japan sind, wird man allein gelassen. Eine perfekte Möglichkeit um Leute, Tiere und Natur zu beobachten und die Seele baumeln zu lassen. Nur nicht zu lang, dafür ist es dann doch noch etwas kalt. 🙂

Kurze Pause / Projekt Haus: Wie Arbeit.

Ich lege eine kurze Pause ein. Im Moment ist so viel zu tun, dass ich irgendwie keine richtige Zeit finde, um Blogeinträge zu schreiben.

Morgens übersetze ich jeden Tag für mindestens eine Stunde lang ein 15-seitiges Dokument, und sichere mir dadurch hoffentlich in Zukunft Aufträge. Übersetzen ist unglaublich lukrativ.

Auf Arbeit war drei Tage lang die Kollegin, die sich um die kleinen Kinder kümmert, krank, ich hatte also zwei Klassen. Ab Donnerstag dieser Woche nimmt sich der Kollege für die größeren Kinder für einige Zeit frei, also habe ich wieder zwei Klassen an der Backe. Außerdem arbeite ich an ein bis zwei Tagen in der Woche ab sieben Uhr 30, weil Morgens Personal fehlt.

Dann komme ich nach Hause, übersetze noch einmal eine Stunde, schaue mir Pläne für Wohnungen an, versuche Bewerbungsunterlagen zu schreiben. Und bin auf YouTube.

Am Wochenende schauen wir uns entweder Modellhäuser an oder sind auf irgendwelchen Veranstaltungen von Hausbaufirmen.

Das ist nicht nur zeitraubend, es passiert auch sonst nichts Spannendes. Weder will irgendjemand Einträge über die Verwendung von Artikeln vor Ordnungszahlen* lesen, noch interessiert sich jemand für 500 Einträge über Verhandlungen mit Firmen, oder welche dämlichen britische Dokumentationen ich mir anschaue**.

* Das ist tatsächlich etwas, was mich beschäftigt.

** “Geordie Finishing School for Girls” ist so ein neues Tief.

Von daher – weniger Einträge. Bis demnächst! 🙂

Origami: Pinguin.

Dinge, die ihr nie über mich wissen wolltet: Neben Katzen sind Pinguine meine liebsten Tiere. Ich meine, was gibt es an Pinguinen auszusetzen? Sie sind elegant angezogen, watscheln aber auf kleinen Beinchen durch den Schnee, und sie kuscheln gern. Fast wie ich. 😀

Einen Origami-Pinguin zu machen ist an sich ganz einfach, wenn man ein bisschen mithilft, schaffen auch 3-Jährige das. 🙂 Auch die Anleitung ist an sich gut verständig, nach Schritt 4 muss man das Papier einmal wenden.
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Pinguine gehen meiner Meinung nach übrigens nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer sind sie eine putzige Dekoration. Außerdem: Pastellfarbene Pinguine sind supersüß. ♥ Viel Spaß! 🙂

(Die Anleitung stammt wie immer aus dem Magazin Piccolo, das in Japan für Erzieher herausgegeben wird)

Tokyo Café Tour: Cinnabon.

Vor einigen Wochen postete eine Freundin von mir Fotos von Zimtrollen, und schrieb über einen Zimtrollenspezialladen. Nach kurzem Googlen war der Laden dann auch gefunden: Cinnabon.

IMG_0852Cinnabon ist eine amerikanische Firma, die für eben ihre Zimtrollen bekannt ist. In Deutschland gibt es Cinnabon scheinbar nur in den Anlagen der US-Streitkräfte, in Österreich gibt es Filialen im Großraum Wien. Sagt Wikipedia. 😉

In Japan gab es zwischen 1999 und 2009 recht viele Läden, die aber alle schließen mussten. Die Portionen waren zu groß und die Zimtrollen zu süß. Seit 2012 gibt es Cinnabon wieder in Japan, diesmal von einem anderen Betreiber. Im Moment hat man die Qual der Wahl zwischen der Filiale in 六本木 (Roppongi) und der in 原宿 (Harajuku). Wir waren in Harajuku.

IMG_0846Der Laden an sich ist nicht sonderlich groß, wir hatten Glück, einen Platz zu bekommen. Man kann Zimtrollen auch zum Mitnehmen bestellen, aber um draußen zu essen ist es dann doch zu kalt. Wir bestellten zwei Original Cinnabon, einen Minichocobon (mit Schokolade statt Zimt), einen Eiscafé und einen Chai Latte. Insgesamt waren das um die 1,800Yen (ca. 13,60€), in etwa auf Starbucks-Preisniveau.

Ich weiß nicht, ob man die Süße und Größe heruntergeschraubt hat, aber wenn ja, möchte ich nicht wissen, wie süß es vorher war. Versteht mich nicht falsch, es war wirklich lecker, aber gleichzeitig soooo süß. Die Rolle tropfte förmlich vor Zimtsauce und Glasur, und musste deswegen mit Messer und Gabel gegessen werden. Mir haben übrigens dann doch die Rosinen etwas gefehlt. 🙁 Nach einer großen Zimtrolle und der Hälfte einer kleinen Schokorolle, die schmeckte, als würde man Schokosauce direkt aus der Flasche trinken, waren wir pappsatt.

Es war zwar durchaus lecker, aber jede Woche oder gar jeden Tag könnte ich das nicht. 😉


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