Ishigakijima, Tag 1: Willkommen im Paradies!

(Den Besuch meiner Eltern und meiner Schwester werde ich nicht chronologisch wiedergeben. Wir beginnen in der Mitte. 🙂 Die meisten Fotos hat mein Vater gemacht.)

IMGP1032Am Freitag klingelte um vier Uhr morgens der Wecker. Nachdem wir uns aus dem Bett geschält, angezogen und etwas gegessen hatten, nahmen wir unseren Koffer und die größte Tasche die ich besitze, und machten uns auf den Weg zum Bahnhof. Von dort aus fährt eine Friendly Airport Limousine (ein Reisebus) zum 羽田空港 (Haneda Kûkô; Flughafen Haneda).

Am Flughafen ging alles sehr schnell und nach einem längeren Flug landeten wir in 那覇 (Naha), dem Verwaltungssitz der 沖縄県 (Okinawa-ken; Präfektur Okinawa). Okinawa ist die südlichste Präfektur Japans. Bis ins späte 19. Jahrhundert war es sogar sein eigenes Königreich: 琉球 (Ryûkyû). Kultur und Sprache* sind noch immer anders als im Rest Japans, und die Okinawaner sind zu Recht stolz darauf.

* Nur noch ältere Menschen sprechen die Ryûkyû-Sprache, die Jüngeren eher nur Japanisch.

IMGP1045Der Flug nach 石垣島 (Ishigaki-jima; Insel Ishigaki) war natürlich verspätet, es fließt eben Inselzeit. 😉

Wir hatten uns riesige Sorgen wegen des Wetters gemacht. Tatsächlich waren wir vor vier Jahren vor unserer Heirat auf Ishigaki und hatten riesiges Pech… Dieses Mal waren uns die Wettergötter aber gewogen, bis auf zehn Minuten Regen am letzten Tag blieb es trocken.

IMGP1082Unser Hotel war das Granvrio Hotel Ishigaki Resort, etwas außerhalb gelegen aber wirklich schön und direkt am Strand. An dem konnte man zwar nicht schwimmen, aber dafür gab es einen Außenpool und einen Innenliegenden. Die Zimmer waren geräumig mit Blick aufs Meer, das Frühstück war gut und zumindest als wir dort übernachteten, war es nicht so voll, dass man sich eingeengt fühlen würde.

IMGP1086Durch den Flug waren meine Mutter und meine Schwester etwas geplättet, und so nutzten mein Vater, mein Mann und ich die Zeit um die Umgebung etwas zu erkunden.

Selbst mit Seetang sind die Strände atemberaubend. So schönes Meer haben wir in Tokyo nicht. 😉

Recht schnell mussten wir feststellen, dass unser Schuhwerk sich nicht für Sandstrände eignet und kauften für je 150yen (ca. 1,16€) Flipflops.

IMGP1128So ausgerüstet fuhren wir zur 川平湾 (Kabira-wan; Bucht Kabira) im Norden der Insel. Was kann ich sagen: Ishigaki ist einfach wunderschön, und Kabira ist noch einmal schöner. Einfach atemberaubend. Wir haben meinen Schwiegervater direkt mit Fotos bombardiert, schließlich war es in Tokyo kalt und regnerisch. 😉

In der Bucht kann man übrigens auch mit einem Boot mit Glasboden fahren, um die Fische zu sehen. Mein Mann meinte aber, dass es nicht viel zu sehen gäbe und so begnügten wir uns damit, den Strand einfach abzulaufen.

IMGP1159Nach gutem Essen bei einem Italiener ging es zurück ins Hotel.

Später setzten wir uns an den Strand. Von Tokyo aus sieht man kaum einmal die Sterne. Die Stadt ist zu hell und die Luft ist zu dreckig. Auf Ishigaki konnten wir selbst bei Vollmond (O-Ton Mann: “Ich habe noch nie vorher gemerkt wie verdammt hell der Mond eigentlich ist.”) unglaublich viele Sterne sehen. Ziemlich romantisch, dabei sind wir sonst für so etwas nicht zu haben. 😉

Nach einer Vorführung traditioneller Musik zogen wir uns in unser Zimmer zurück und fielen in die Betten. Für Samstag war schon viel geplant. 😀

Inlandsflüge aus der Sicht einer verwirrten Deutschen (mir).

IMG_1658Japan ist ein langes Land. Dank dessen ist es oftmals viel praktischer in ein Flugzeug zu steigen, statt ewig mit der Bahn zu fahren. Generell finde ich Fliegen schrecklich, mein Körper mag es nicht – Austrocknen, Gelenkschmerzen, Druckprobleme*. Aber wenn man z.B. nach 石垣島 (Ishigakijima) in 沖縄 (Okinawa) reisen möchte, bleibt einem wenig anderes übrig. Und außerdem mag mein Mann Flugzeuge.

* Ich habe sehr oft Probleme mit meinen Ohren oder meiner Nase. Wenn der Flug dann nicht ruhig ist, kann das unglaublich schmerzhaft werden.

Im Inland zu fliegen ist dabei wirklich viel einfacher als in Deutschland. Das ist auch, was mich verwirrt: Wenn man als Ausländer nach Japan einreist werden Fingerabdrücke genommen und ein Foto gemacht. Egal wie oft man schon eingereist ist, auch wenn man in Japan lebt.

Bei Inlandsflügen hingegen wird nichts überprüft. Bin ich wirklich die Person, deren Name auf dem Ticket steht? Keine Ahnung. Japaner haben keine Personalausweise, für Identifikationszwecke werden Führerscheine und Krankenkassenkarten verwendet.

Die Boardkarte bekommt man am Automaten, am Gate selbst piepst man sich mit dem QR-Code einfach durch. Dass das manchmal nicht ganz so gut klappt haben wir gestern feststellen müssen: Der Flug verspätete sich um eine Stunde weil (wahrscheinlich) jemand im Flugzeug war, der dort nicht hingehörte. “Wir müssen die Anzahl der Passagiere überprüfen” – Ganz klar.

Aber noch einmal zurück, und zwar zur Sicherheitskontrolle. Ich habe noch nie gepiepst. In Deutschland sind die Geräte unglaublich empfindlich, in Japan müsste man wahrscheinlich eine Waffe ans Bein geschnallt haben.

Auch Flüssigkeiten darf man mitnehmen. Mein Schwiegervater mag 泡盛 (Awamori; Alkohol von Okinawa), wir hatten etwas Sorge, dass wir keine Flüssigkeiten mit ins Flugzeug nehmen dürften, weil wir nur mit Handgepäck gereist sind. Schnell gegoogelt, alles kein Problem. Man darf fünf Liter Alkohol transportieren. Fünf Liter! Die 100ml-Begrenzung gibt es natürlich auch nicht. (Bei Auslandsflügen gelten dieselben Beschränkungen wie in Deutschland.)

Natürlich bleibt das alles nur so locker solang nichts passiert, aber bis dahin ist alles ganz entspannt. 😀

Leere Versprechen und Preview.

Soviel zu “Ich schreibe bestimmt Blog, wenn meine Eltern da sind”. 😉

Meine neuste Ausrede: Mein Vater hat eine neue Kamera und macht tolle Fotos mit denen ich meine Einträge illustrieren will, aber die Fotos sind noch nicht auf meinem Computer.

Was ihr ab… demnächst erwarten könnt!

  • 桜 (Sakura; Kirschblüten) und 花見 (Hanami; Blütengucken)
  • 石垣島 (Ishigakijima)
  • Inländische Flüge aus der Sicht einer verwirrten Ausländerin (mir)
  • Cup Noodle Museum in 横浜 (Yokohama)
  • Bewerbungskrams
  • … und was mir sonst so einfällt!

Bis dann!

Letzter Arbeitstag und Abschiedsfeier.

Letzten Freitag hatte ich meinen letzten Arbeitstag im Kindergarten. Es ist sehr eigenartig, weil ich dreieinhalb Jahre lang denselben Rhythmus hatte und plötzlich – nichts mehr.

Um ehrlich zu sein, weiß ich, dass ich die Kinder nicht vermissen werde. Nicht, weil sie so unglaublich schrecklich waren*, sondern weil ich auch den Kindern in der alten Schule keine Träne nachgeweint habe. Es ist eben letztendlich Arbeit.

* Aber doch schrecklicher als die Kinder in meiner alten Klasse.

Am Samstag fand die 送迎会 (Sôgeikai; Verabschiedungs- und Begrüßungsfeier) statt, erst drei Stunden essen und trinken, dann zwei Stunden Karaoke. Spaß hat’s gemacht. Meine Mitarbeiter mochte ich persönlich fast alle gern, auch wenn es manchmal vom Arbeiten her nicht perfekt gepasst hat.

Weil meine Eltern und meine Schwester am Dienstag nach Japan kommen und bei uns übernachten**, haben wir gestern stundenlang die Wohnung geputzt und aufgeräumt. Nicht, weil unsere Wohnung super dreckig wäre, aber es bleibt doch immer mal was liegen. Am Wochende geht es mit der Familie und meinem Mann nach 石垣島 (Ishigakijima), was eine wunderschöne Insel im Süden ist, und am 9. April fliegen sie wieder zurück.

** Wir ziehen derzeit zu den Schwiegereltern.

Ich denke aber, dass ich Zeit zum Bloggen finden werde! 😀 Yay!