Ein Treffen mit dem Osterhasen.

Ostern ist in Japan kein besonderer Tag. Weihnachten hat man sich vom Westen stark abgeschaut, aber das Osterfest war wahrscheinlich entweder zu langweilig oder zu abstrus (Stichwort: Zombie-Jesus). Mein Mann fragte letztens, als ich mit meinen Eltern skypte, tatsächlich, was man denn an Ostern so macht. 😉

Wenn man also zumindest so ein bisschen Ostergefühl haben will, muss man sich mit anderen Ausländern zusammentun. So getan dieses Jahr. Obwohl, eigentlich war es glaube ich gar nicht von vornherein ein Osterpicknick, es wurde nur letztendlich dazu.

Jeder brachte etwas zu essen und zu trinken mit, und tatsächlich waren Osterschokolade und gefärbte Eier vertreten. 🙂 Dann spielten wir ein scheinbar deutsches Osterspiel, bei dem die gefärbten Eier aneinandergehauen werden. Das schwächere Ei, also das, dessen Schale zuerst bricht, wird gegessen. Ich kannte das nicht, kennt es einer meiner Leser?

Wir ließen uns also im Yoyogipark (代々木公園 Yoyogikôen) die Sonne auf die Bäuche scheinen, aßen viel und tranken Sekt und anderes. Im Park waren noch viele andere Besucher, so richtig allein ist man hier schließlich nirgendwo, darunter auch ein sehr flauschiger:

Dieses Schlappohr ließ es sich gutgehen und hatte überhaupt keine Angst. 🙂 Super entspannt und super weich, aber wahrscheinlich nicht aktiv genug, um Ostereier zu verstecken.

Ich hoffe, ihr hattet alle ein schönes Osterwochenende, ob mit oder ohne Osterhasen. 🙂

Im Moment.

Im Moment mache ich nichts Spannendes. Ich arbeite, lerne mit meinem Mann Deutsch und liege auf der Couch. Wenn ich nichts Großartiges unternehme, mangelt es hier natürlich immer etwas am Content, aber das passiert halt. 🙂

Die Kirschblüte ist schon fast wieder vorbei, die kleinen pinken Blütenblätter säumen die Straßenränder. Langsam wird es auch endlich wärmer. Stellt euch den Schock vor, wenn ihr online seht, dass es in Berlin wärmer ist als in Tokyo! Inzwischen hat Tokyo natürlich auf- und überholt. Schließlich ist auch der ätzende japanische Sommer nicht mehr weit.

Auch nicht weit, aber absolut nicht ätzend: Meine Eltern und meine Schwester kommen nach Japan! 🙂 Dann herrscht hier, mal wieder, für zwei Wochen Sendepause, aber dafür geht es für uns, mal wieder, auf Reisen.

Für gleich drei Tage fahren wir nach Kanazawa (金沢), und in der näheren Umgebung werden wir auch etwas herumtigern. 🙂 Mal schauen, was sich ergibt, und ob das Wetter mitspielt. Als meine Familie das letzte Mal da war, schneite es eines Tages plötzlich.

Letztes Mal überließen wir meinen Eltern und meiner Schwester unsere alte Wohnung und zogen in das Kinderzimmer meines Mannes. Diesmal gibt es das Kinderzimmer meines Mannes nicht mehr, wir werden also zu fünft in unserer kleinen Wohnung wohnen. Noch bin ich mir nicht sicher, ob das gut klappen wird, aber immerhin haben wir schon drei Luftmatratzen gekauft. Jetzt brauchen wir nur noch Decken und Kopfkissen, und schon können wir eine Notunterkunft eröffnen. 😀

Ansonsten ist im Moment auf Arbeit sehr wenig los, was mir aber um so mehr Zeit lässt, um nach einer neuen Kamera zu suchen.

Nachdem ich meine Pentax K-r entstaubt hatte, lief sie zwar für einige Tage sehr gut, doch dann trat das Belichtungsproblem (der Spiegel hängt einmal alle fünf bis zehn Fotos, wodurch diese total überbelichtet werden) wieder auf, und eigentlich wäre eine neue Kamera sowieso nett, und meine Eltern und mein Mann würden mich finanziell unterstützen… Es ist also der perfekte Zeitpunkt! 🙂 Im Moment tendiere ich sehr zur Pentax K-70, die letztes Jahr auf den Markt kam. Die ist in vielen Bereichen besser als meine K-r, und auch wasserfest.

Und sonst so: Am Sonntag gehen wir Haare schneiden (endlich wieder Pony!) und zu einem Picknick im Park. 🙂

Was passiert bei euch derzeit so? Ähnlich wenig, wie bei mir?

Von Fisch, Kirschblüten und einem rosanen Kaninchen.

Vorletztes Wochenende war ich mit meinen Schwiegereltern und meinem Mann Sushi essen. Wenn es etwas Besonderes sein soll, gehen wir nicht in einem 08/15 Sushiladen essen, sondern in einem sehr guten aber auch sehr teuren Restaurant in der Nähe des Arbeitsplatzes meiner Schwiegermutter.

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In diesem Sushirestaurant, mit dem schönen Namen Yoshizumi (義純), kann man zu viert schnell mal 50,000 Yen (ca. 425€) lassen, was einer der Gründe ist, warum wir da nicht öfter sind. Der Koch legt eine ziemliche tokyoter Schnauze an den Tag, was einem gefallen kann oder halt nicht, aber der Fisch ist immer sehr lecker. 🙂

Das Restaurant liegt direkt neben dem Kinshi-Kōen (錦糸公園), einem Park. Als wir dort waren, fand dort gerade das Kirschblütenfest statt, und ich konnte es mir natürlich nicht nehmen lassen, Fotos von Kirschblüten, Laternen und dem Skytree zu schießen.

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An dem Tag war es ziemlich kalt, es wird erst so langsam wärmer, und dennoch fanden sich Leute für ihr Blumengucken (花見 Hanami) unter den Bäumen an. Die bewundernswerte Standfestigkeit der Kälte gegenüber mag aber auch etwas dem Alkohol geschuldet gewesen sein, der bei solchen Gelegenheiten gern und viel konsumiert wird.

Als wir uns auf den Heimweg machten, kam uns plötzlich ein rosanes Kaninchen entgegen.

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Was genau das Kaninchen dorthin verschlagen hatte, weiß ich nicht. Neben einigen Luftballons trug es auch eine Plastiktüte mit alkoholischen Getränken, um Kinder zu erfreuen war es also schon einmal nicht dort.

Anfangs sah es aus, als würde es nach jemandem suchen. Dann setzte es sich neben den Straßenmusiker in der Nähe des Bahnhofs.

Hat irgendjemand eine Theorie, was das Kaninchen dort gemacht hat? Ich tippe ja auf ein Blind Date. 😀

Shikoku, Teil 5: Kôchi.

An unserem letzten Tag in Shikoku fuhren wir morgens los, um den Niyodo-Fluss (仁淀川 Niyodogawa) zu sehen. Dieser ist angeblich der schönste Fluss in ganz Japan, und für seinen schönen Blauton bekannt. Um uns das etwas näher anzusehen, ging es über ewige Serpentinen in die Berge, in das Yasui-Tal (安居渓谷 Yasui Keikoku).

Leider war das Wetter noch immer nicht ganz stabil, weswegen wir immer wieder warten mussten, bis die Sonne sich hinter den Wolken hervorschub, damit wir wieder das schöne Blau sehen konnten. Bei Wolken macht das einfach nicht so viel her.

Vom Parkplatz aus liefen wir über Stock und Stein bis zum Hiryû no Taki (飛龍の滝; Fliegender-Drache-Wasserfall). Obwohl der Fluss an vielen Stellen sehr flach ist, war das Blau deutlich zu sehen.

Wir waren an sehr engen Stellen des Flusses, und hatten, eben wegen des nicht idealen Wetters, keinen Nerv, noch zu anderen Stellen am Fluss zu fahren. Dieses ganze Drama mit dem Wetter hat mich sowieso nur davon überzeugt, dass wir noch einmal näher am Sommer nach Shikoku kommen müssen. 😉 Derweil träume ich davon, irgendwo an den Seto-Inlandssee (瀬戸内海 Setonaikai) zu ziehen.

Dass auf einer Insel wie Shikoku das Interesse an der Natur erwacht, ist eigentlich kein Wunder. Wenn man wie Makino Tomitarô (牧野 富太郎) aber 600 neue Pflanzenarten entdeckt, ist das aber schon besonders. Deswegen wird Makino als Vater der japanischen Botanik bezeichnet.

Zu Ehren eben dieses Herren Makino wurde in Kôchi ein großer botanischer Garten angelegt, der Botanische Garten Makino (高知県立牧野植物園 Kôchi kenritsu Makino Shokubutsuen). Er liegt auf einem Berg und beheimatet auf 17,8 Hektar Land über 3000 Pflanzenarten.

Da der März dieses Jahr auch in Shikoku sehr kalt war, blühten nur wenige Kirschbäume, und an vielen Stellen mangelte es an Farbe.

Der Park war dennoch so toll, dass er der ungeschlagene Lieblingsort meines Mannes auf dieser Reise war. Er hat überlegt, ob er nicht in das Forschungszentrum auf dem Gelände einziehen könnte. 😉

Wenn es draußen noch ein bisschen zu kalt ist, kann ein Gewächshaus Abhilfe schaffen. Das Foto oben, mit meinem Mann, habe ich im Gewächshaus geschossen, das unten auch. Dieses Gewächshaus war unglaublich gut aufgemacht, mit extra Hinweisschildern für Pflanzen, deren Früchte man kennt: Kakao, Kaffee, etc.

Im hinteren Teil des Gewächshauses befindet sich ein Wasserfall, und durch das gesamte Haus führen künstliche Bäche, in denen kleine Fische schwimmen.

Insgesamt ist der Park wirklich schön, informativ und zumindest an Wochentagen nicht voll. 🙂 Würde ich jedem ans Herz legen, der einfach mal durchatmen will.

Nach unserem Besuch beim botanischen Garten machten wir uns auf dem Weg zum Flughafen, damit wir dort genug Zeit haben würden, um etwas zu essen. Schlechte Idee, im Flughafen gibt es entweder absolut überteuerte Restaurants oder Kekse. Leider ist es bei diesen kleinen Flughäfen immer wieder mal so, dass man, wenn man keine Lust hat für Curry 1,000 Yen (8,40€, also 16,80DM!) zu bezahlen, keine Alternative findet. Aber Kekse können durchaus auch sättigend sein, und da unser Flug nicht so spät war, würden wir zuhause Abendessen können.

Denkste!

Wir wollten mit dem Bus zurück nach Hause fahren, das machen wir von Haneda aus eigentlich immer so. Die Fahrt dauert eine Stunde, und wir müssen nicht zweimal umsteigen und uns im Berufsverkehr zerquetschen lassen. Diesmal wurde uns, als der Bus schon einfuhr, gesagt, dass es wegen eines Unfalls auf der Strecke zu Verspätungen kommen würde. Natürlich wussten die ganz genau, wie sehr sich der Bus wahrscheinlich verspäten würde, sahen aber davon ab, uns das zu sagen. Sonst hätten wir nämlich unsere Fahrscheine zurückgegeben: Wir kamen erst nach drei Stunden zuhause an. 🙁 Wenn ich nur darüber nachdenke, bekomme ich schon wieder schlechte Laune. Für die Hinfahrt (bei uns meist fünf Uhr morgens) werden wir weiterhin den Bus verwenden, aber bei der Rückfahrt werden wir wohl jedes Mal nachfragen, ob es länger dauern wird. Wenn ja, müssen wir halt in den Berufsverkehr.

Insgesamt war die Shikoku-Reise wirklich schön, obwohl ich gern noch einmal bei besserem Wetter hinfahren würde. In zwei der Präfekturen dort war ich noch nicht, die würden sich anbieten. 🙂