Die Herkunftsfrage.

Zwei Mädchen aus meiner Klasse stehen plötzlich an meinem Tisch:

Mädchen 1 (auf Englisch): Bist du aus Russland?
Ich: Nein, aus Deutschland. Wie kommst du darauf, dass ich aus Russland komme?
Mädchen 1: Du bist so groß.
Mädchen 2 (auf Japanisch zu sich selbst): Das muss toll sein so groß zu sein.

Gut zu wissen. Große Frauen kommen also aus Russland. Ob ich mit ca. 170 cm Körpergröße wirklich als groß zu bezeichnen bin ist eine andere Frage.

Yamanashi.

Mein Mann und ich haben unseren Sommerurlaub genutzt, um nach Yamanashi zu fahren. Eigentlich wollten wir woanders hinfahren, aber dafür haben die Finanzen dann nicht ganz gereicht, und man muss ja nicht immer weit weg …

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Nun hatten wir uns natürlich vorher darüber informiert, was es in Yamanashi so gibt. Eine Recherche unter dem einen Freund meines Mannes, der aus Yamanashi stammt, ergab – nichts. Im Vergleich zu Tokyo gibt es in Yamanashi nicht viel zu sehen – davon aber viel.

Eine Attraktion muss man natürlich erwähnen: Der Berg Fuji steht zum Teil in Yamanashi, und bietet einen recht schönen Anblick, wenn auch im Sommer keine Schneekuppe zu sehen ist. Wenn man möchte, kann man ihn natürlich besteigen, aber wir haben uns dagegen entschieden, wegen akuter Umfallgefahr.

Yamanashi hat viele Berge, mit vielen Wasserfällen, die aus diversen Bergquellen befüllt werden, und die teilweise sehr beeindruckend sind. Reinfallen will man da nicht, oder erst nachdem man sein Testament fertiggetippt hat. Das kühle Wasser bietet dennoch eine willkommene Erfrischung, denn auch wenn die Luftfeuchtigkeit in Yamanashi nicht so hoch ist, wie in Tokyo, ist es doch ein Tal – und das heißt, dass es heiß ist. Wenn man in den Bergen umherstreift merkt man das jedoch nicht so sehr, und eigentlich war es sehr angenehm nicht nach drei Schritten klamme Kleidung zu tragen.

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Ansonsten gibt es in Yamanashi auch viel Landwirtschaft. Bekannt ist es vor allem für seine Pfirsiche und Trauben, die man auf diversen Fruchtfeldern auch gegen Gebühr selbst pflücken kann. Das haben wir Stadtkinder uns nicht entgehen lassen, und nun haben wir so viel Obst, dass wir sicher auch noch über den Winter kommen (Ach Quatsch, es sind noch zwei Pfirsiche übrig).

Das war’s dann aber eigentlich auch schon mit Yamanashi – Fuji, Wasserfälle, Pfirsiche. Wahrscheinlich haben wir irgendwas sehr Spektakuläres übersehen, aber wir hatten auch so einen wirklich entspannenden Urlaub, wenn wir auch nur drei Tage dort waren und am letzten Tag recht früh wieder den Heimweg antraten.

Die Heimfahrt hat uns ein riesiges Regengebiet versüßt, durch das wir mehr als eine Stunde länger brauchten. Aber hey, dafür ist die Luft abgekühlt, und die Zikaden schreien nicht, wenn es regnet. Hat halt alles sein Gutes.

Der Feind lauert vorm Fenster.

Es ist, noch immer, Sommer. Über den japanischen Sommer habe ich ja bereits gemeckert, aber über das fast Schlimmste habe ich noch gar nicht berichtet: Singzikaden.

Das fette Viech auf dem Foto saß übrigens auf meinem Balkon, aber die verirren sich auch gern in meine Wäsche (und sind dann unfähig sich aus den Maschen der Handtücher zu befreien).

Ich habe den Wikipedia-Beitrag nicht gelesen, deswegen weiß ich nicht, warum die einen dermaßenen Krach veranstalten, aber ich gehe einfach davon aus, dass es um Sex geht. Alles nur stumpfe Angeberei auf meinen Kosten. Ich habe sogar versucht, das Geräusch für euch aufzunehmen, aber meine Kamera hat die Töne aus Selbstschutz nicht ordentlich aufgenommen. Hier ist mein Versuch, die Geräusche sind übrigens fast ausschließlich durch die kleinen Biester entstanden, denn unsere Wohnung liegt sehr ruhig. Mit Fenster zu einigen Bäumen, wo die Zikaden wohl bis zum bitteren Ende ausharren werden.

Nachts sind sie übrigens ruhig, so dass man schlafen kann, aber ansonsten habe ich hier ständige Lärmbelästigung. Wären sie wenigstens hübsch anzusehen….

Asakusa.

Der Göttergatte und ich waren vor einigen Wochen in Asakusa. Das ist quasi um die Ecke, von unserer Wohnung aus braucht man nicht mehr als eine halbe Stunde um zu diesem Touristenmagneten zu gelangen.

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Mit dem Sensō-ji (浅草寺) steht der älteste buddhistische Tempel Tokyos in Asakusa, inklusive einer langen Einkaufsstraße mit allerlei Souvenirs für allerlei Touristen, deren Dichte dort um einiges höher ist als im Rest der Stadt. Auf den Omikuji (おみくじ) wird einem das Schicksal sogar auf Englisch erläutert. Wir hatten dieses Mal Glück, und werden auf immer glücklich sein. Und ja, es gibt auch Orakelzettel mit schlechten Vorhersagen.

Um den Tempel herum finden sich auch viele Läden für Yukata und Kimono, in denen man mehr oder weniger erschwinglich solch ein Stück Stoff erwerben kann. Außerdem: Japanische Süßgikeiten, ein Thema, zu dem ich irgendwann einen sehr ausführlichen Eintrag schreiben muss.

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Was viele Leute fasziniert, wenn sie das erste Mal nach Japan kommen, sind die Repliken in Restaurantauslagen, durch die man sich ein Bild vom angebotenen Essen machen kann. In Asakusa gibt es die Läden, die diese Samples verkaufen. Täuschend echt, und auch zum Mitnehmen als Schlüsselanhänger und Magnet.

SAMSUNGDie Plastikgerichte, die von Ladeninhabern gekauft werden, sind übrigens meist handgefertigt, um auch wirklich das Essen des Geschäfts zu reflektieren, und kosten teils über 200€.

Wir waren übrigens in Asakusa, weil wir von den Großeltern meines Mannes eine Übernachtung in einem schönen Hotel geschenkt bekommen hatten, und so übernachteten wir in einem Hotel mit Blick auf den Skytree, den neuen Funkturm, der sich derzeit im Bau befindet.

Derzeit werden noch Arbeiten am Interieur vorgenommen, und ab dem kommenden Frühjahr sollte man hochfahren können. Mit 634 Metern Höhe, wogegen der Tokyo Tower mit 333 Metern recht klein dasteht, dürfte man von dort einen schönen Ausblick genießen können. Vielleicht sieht man sogar den Göttergatten und mich winken, wenn wir am Edogawa-Fluss sitzen, aber das ist eher unwahrscheinlich, denn wenn man dabei erwischt wird, wie man in eine unbestimmte Richtung winkt, wird man meist für bescheuert erklärt. Schade.