Tokyo: Yanesen.

In Tokyo gibt es Yamanote (山の手) und Shitamachi (下町). Yamanote ist der höhergelegene Teil der Stadt, Shitamachi analog dazu der tiefgelegene Teil. Shitamachi hat viele alte Gegenden, mit alten Häusern, kleinen Läden und schönen Tempeln, zu denen man als Tourist eher nicht geht, denn in Tokyo gibt es größere, interessantere und durchaus auch bekanntere Orte.

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Wir waren in Yanesen (谷根千), zusammengesetzt aus Yanaka (谷中), Nezu (根津) und Sendagi (千駄木). Dieser Bereich der Stadt wurde von der Zerstörung im Krieg weitgehend verschont, weswegen die alten Gebäude und Straßen großteils noch erhalten sind. Teilweise kann man alte Häuser auch besichtigen und sich anschauen, wie die Menschen vor dem Krieg gelebt haben. Sehr interessant auf jeden Fall, nur im Winter wird es zu einer Zitterpartie.

Am schönsten fand ich dennoch den Nezu-Schrein (根津神社). Der ist recht groß, hat viele rote Tori (Bögen), Fuchsstatuen und wird wirklich gut erhalten.

Wer also schon alle Touristenziele in Tokyo abgeklappert hat, kann sich hier ganz entspannt durch den Tag bewegen. Es empfiehlt sich trotzdem, vorher zu schauen, wo man vorbeischauen möchte, sonst ist das eine recht ziellose Angelegenheit.

Wir sind die ganze Strecke von Sendagi aus gelaufen, und zum Abschluss in Ueno angekommen. Kann man alles machen, und als Berliner ist man ja eh fußwegerprobt*.

*Dreiste Lüge.

忘年会: Das Jahr vergessen.

Diesen Monat ist es noch öfter einsam als sowieso, denn mein Mann kommt öfter erst sehr spät nach Hause. Dann stinkt er nach Rauch, Alkohol und allem, was ich sonst nicht in der Nase haben will.

Dezember ist 忘年会 (Bônenkai)-Monat. Die drei Kanji bedeuten jeweils “vergessen”, “Jahr” und “Treffen”, es ist also das große Jahr-Vergessens-Treffen. Dort muss er zwangsweise mit Vorgesetzten und Mitarbeitern trinken, um all das Schlechte im vergangenen Jahr zu vergessen. Leider vergessen sich dann manchmal auch die Chefs, und lassen durchblicken, wie rückwärtsgewandt sie sind. Da sagt dann z.B. der Leiter einer Baustelle, dass es seine Aufgabe sei zwei von drei neuen Mitarbeitern zum Aufgeben zu bewegen. Für mich persönlich sind solche Leute einfach Leute, die schon in der Schule gemobbt haben, und jetzt weitermachen – aber angeblich nur zum Besten der Angstellten, denn die müssen hart werden. Ergo sind es Leute, die ich gerne fragen würde, ob sie das für ihr Ego brauchen, jemanden herunterzuputzen.

Für meinen Mann sind es Leute, die ihn überlegen lassen, in eine andere Firma zu wechseln. In eine Firma, bei der auch die oberen Führungsebenen in der neuen Zeit angekommen sind.

Aber darum ging es eigentlich gar nicht, sondern um Bônenkai und eigentlich auch 飲み会 (Nomikai, Trink-Treffen; findet unregelmäßig über’s ganze Jahr verteilt statt). Mein Mann hasst sie. Er muss zu drei solchen Veranstaltungen gehen, so tun als hätte er Spaß und versuchen möglichst schnell abzuhauen. Ich finde sie auch ganz schrecklich. Angeblich gehören sie zur Unternehmenskultur, um die Leute, mit denen man arbeitet, besser kennen zu lernen. Als könnte man das nicht während der Arbeitszeit oder in seiner Freizeit, freiwillig, tun.

Für mich persönlich ist es also großer Mist.

Auf Arbeit haben wir am 22. eine kleine Weihnachtsfeier mit den Mitarbeitern, mit Geschenketauschen und Plauderei. Finde ich sehr viel besser.

Wohntraum: Wohnzimmer.

Wohntraum ist so ein Wort, dass ich nicht hören kann. Deswegen soll es als Überschrift für meine große Wohnungsbesichtigungs-Reihe werden. Es gibt zu unserer Wohnung zuzugeben nicht allzu viel zu sagen, aber warum nicht.

Die Hälfte unseres großen Zimmers ist unser Wohnzimmer / Esszimmer. An sich steht hier nur der Tisch und zwei Bücherschränke. Einen Fernseher haben wir nicht, weil wir eigentlich kein großes Bedürfnis danach haben. Manchmal wäre es ganz nett, aber lebenswichtig ist’s nicht.

Der Bücherschrank hat auf Wunsch des Mannes Türen bekommen, das war ihm sonst zu unordentlich. Inzwischen ist der Schrank auch ziemlich voll, mit CDs, DVDs, Büchern, Unterlagen und allem, was man dort sonst noch reinstopfen kann.

Der große grüne Teppich (letztens von jemandem auf einem Foto mit einer Wiese verwechselt) verbirgt einen Heizteppich und wird unglaublich angenehm warm.

Der Teil zwischen Kühlschrank (von einem Freund meines Mannes bekommen, der umgezogen ist) und Bücherschrank wird noch anders hinbekommen, derzeit ist das eher eine Abstellecke. Das alte Radio beherrbergt auch einen CD-Player und ich liebe es. Wir bräuchten nur noch eine bessere Antenne, irgendwie sind wir dazu noch nicht gekommen. Wir sind auch noch nicht so lange in der Wohnung, da ist nicht alles fertig.

Und ja, am Spiegel (Original-Ikea…) hängt einer meiner Origami-Weihnachtsmänner. Es ist schließlich Weihnachtszeit.

Origami: Rentier.

Der zweite Advent ist schon vorüber, deswegen ein neues Weihnachts-Origami. Das Rentier! Diesmal sogar mit Anleitung in Farbe. Auch diesmal einmal auf’s Bild klicken, um die große Anleitung sehen zu können.

1. Einmal diagonal falten.

2. Die unteren Ecken des Dreickecks nach oben falten.

3. Die Kanten aus der Mitte auf die äußeren Kanten falten.

4. Wie in der Grafik nach innen falten.

5. Die innere Falte auffalten und das längere Stück nach innen falten.

6. Linke und rechte Ecke an die Faltkante aus 3. falten.

7. Das gerade gefaltete minimal versetzt wieder zurückfalten.

8. Wie in der Grafik zur Seite falten. Dafür gibt es keine Faltlinie.

9. Die obere Ecke nach innen falten.

10. Umdrehen.

11. Gesicht malen oder aufkleben.

Fertig!

Im Magazin ist es übrigens als wirklich schwer gekennzeichnet. Ich glaube nicht, dass die Kinder auf Arbeit, selbst die großen (sechs Jahre), das allein und ohne Hilfe falten könnten, weswegen wir andere Rentiere basteln werden.

Ich fand’s trotzdem sehr niedlich und wollte es einfach mal zeigen.

(Anleitung aus Piccolo, einem japanischen Magazin für Erzieher.)