Verzögerung.

Wegen allgemeiner Erschöpfung verschiebe ich die Einträge über Taiwan ein wenig. So viel: Es hat unglaublich viel Spaß gemacht und Taiwan ist toll!

Wir sind gestern erst spät abends nach Hause gekommen, weil der Flug Verspätung hatte, und heute hatte ich eine etwas längere To-Do-Liste, die abzuarbeiten war. Unter anderem hat meine Kamera plötzlich angefangen Probleme zu machen. Der Shutter ging ohne Provokation einfach los und ließ einen in der Zwischenzeit keine Fotos schießen (wir haben natürlich trotzdem über 1,000 Fotos gemacht), weswegen ich heute den weiten Weg nach Shinjuku zum Pentax Forum auf mich genommen habe. Mein Baby* wird erstmal zum Werk geschickt und zum Glück habe ich noch Garantie, sonst wäre da sicher mächtig teuer.

* Ich habe drei Babies (Kamera, Laptop und Handy), wovon die Kamera mit Abstand am besten behandelt wird.

Auf jeden Fall bin ich aus akuter Erschöpfung nicht in der Verfassung um durch unsere Fotos zu wühlen und einen Eintrag zu schreiben, den irgendjemand lesen wollen würde. Demnächst dann. 😉

Auf Tuchfühlung mit dem Bär.

Letzten Sonntag waren wir in 吉祥寺 (Kichijôji), und nach langem Herumgelaufe dort dann im Loft. Dort hatte sich eine kleine Menschenmenge eingefunden und der Grund stand auch bereit: くまモン (Kumamon)!

Kumamon ist das Maskottchen der Präfektur Kumamoto und ein Bär. Die meisten Präfekturen und Städte haben Maskottchen, mal mehr und mal minder erfolgreich – Kumamon ist sehr, wenn nicht sogar zu erfolgreich. Es gibt wohl Stimmen, wonach zu viele Leute Kumamon nicht mit der Präfektur Kumamoto verbinden sondern als eigenständigen Charakter sehen. Laut des offiziellen Steckbriefs arbeitet Kumamon übrigens als verbeamteter Abteilungsleiter im Sales Department.

Ich kenne Kumamon erst, seit mein Schwiegervater der Arbeit wegen in Kumamoto war und uns allen Souvenirs mitgebracht hat. Seit dem hängt ein Kumamon mit ständig staunend aufgerissenen Mund an meiner Kamera.

Leider war die Show als wir im Loft angekommen waren schon fast vorbei, und wir konnten nur noch beim Pantomime zusehen. Als Kumamon dann den Laden verlassen hatte und die Absperrungen abgebaut waren begann auch sofort der Ansturm auf die verschiedenen Kumamon-Artikel.

Weil mir das ein wenig zu heftig war, haben mein Mann und ich uns erst im Rest des Ladens umgesehen, um dann noch ein, zwei Dinge zu ergattern: Ein paar Socken und ein Handtuch. So kann ich mir wenigstens vormachen, dass es zumindest Dinge sind, die ich auch verwenden werde. 😉

Den Rest des Nachmittags war ich dann recht aufgedreht. Ich habe Kumamon gesehen! Kumamon! Mein Schwiegervater war übrigens ganz neidisch, als ich ihm das erzählt habe. 🙂

Kein Freitagseintrag diese Woche, denn wir sind ab morgen in Taipei! Woohoo!

Sushi im Kreis.

Letzte Woche war ich das erste Mal beim 回転寿司 (Kaiten Sushi; Umdrehungs-Sushi?) in Japan. Die Besonderheit ist, dass das Sushi auf einem Laufband auf kleinen Tellern an einem vorbeifährt und zum Schluss nach Tellern abgerechnet wird. Das gibt es auch in Deutschland, zum Beispiel als “Sushi Circle”.

Der einzige Grund, dass ich vorher in Japan noch nie dort war ist, dass ich keinen Fisch mag. Ich kann Fisch essen, aber wenn es sich vermeiden lässt, halte ich Abstand. Sushi ist nun aber leider meist mit Fisch. Die Variationen ohne Fisch (mit Gurke, mit anderem Gemüse oder in Tofu-Taschen (いなり寿司; Inari Sushi)) esse ich aber sehr gern.

Entschieden haben wir uns für ein eher günstiges Ketten-Restaurant namens スシロー (Sushirô). Die meisten Teller kosten nur 105 Yen (ca. 1€), und schmecken tut’s trotz des geringen Preises durchaus. Die Japaner haben das mit dem Fisch auch einfach raus.

Auf dem Foto nicht zu sehen ist ein Touchscreen, auf dem man weiteres Essen bestellen kann, wenn es einem gerade nicht vor der Nase herumfährt. Jeder Tisch hat eine zugeordnete Farbe (unsere war 若草色; die Farbe von jungem Gras – oder auch “Neongrün”), und die bestellten Waren kommen in einer Schüssel in der Farbe des Tisches angerollt – nachdem es einen Alarm gibt, damit man’s bloß nicht verpasst. Das macht durchaus Spaß und an einem Nebentisch saß ein kleiner Knirps von etwa zwei Jahren, der immer wieder Sushi vom Laufband nahm und nur den Inhalt der Rollen aß – seine Mutter fand das nicht ganz so lustig, aber vielleicht sollte man auch keine kleinen Kinder direkt neben sich bewegendes Essen setzen.

Zum Schluss wurden die Teller gezählt. Wir hatten zwölf Teller mit Sushi, zwei Desserts und zwei Misosuppen mit Muscheln, und haben letztendlich (glaube ich) ca. 2,400Yen (24€) bezahlt. Ein guter Deal, finde ich.

Crossaint-Gyôza.

Meine Schwiegermutter hatte über’s Internet 餃子 (Gyôza) bestellt, die im Fernsehen vorgestellt wurden.

Gyôza sind Teigtaschen mit Fleisch- und Gemüsefüllung. Man bekommt sie in vielen Läden mit japanischen Speisen, manchmal aus Haupt-, meist als Nebengericht. Mal gebraten, mal gedämpft, mal gekocht. So gut wie immer lecker. Meine Freundin Anna und ich waren, als sie hier war, auch im 王将 (Ôshô), einer Restaurant-Kette, die auf Gyôza spezialisiert ist.

Sehen nicht so lecker aus, wie sie sind. 😉

Aber zurück zu den im Internet bestellten Gyôza. Erst wurde gesagt, bis zur Lieferung würde es zwei Monate dauern. Dann sechs. Dann kam vor einigen Wochen die E-Mail, dass die Gyôza endlich ankommen würden – nach eineinhalb Jahren.

Das besondere an diesen Gyôza ist wohl unter anderem der Teig, der ihnen den Namen Croissant-Gyôza eingebracht hat. Wenn man sie zubereitet ist die eine Seite ganz knusprig (wie Croissants außen) und die andere noch weich (wie Crossaints innen). So soll’s sein, so ist’s lecker.

Zehn Stück hat mir meine Schwiegermutter noch zum Mitnehmen gebraten, und wenn mein Ehemann nicht rechtzeitig zuhause ist, wird er wohl keine mehr abbekommen. 😉

Eineinhalb Jahre würde ich aber nicht drauf warten…