Grün, grün, grün sind alle meine Bahnabteile.

Im Mittelteil vieler Bahnen im Fern- und einiger im Nahverkehr gibt es Abteile, die auch bei voller Auslastung aller anderen Abteile noch Platz bieten. Wenn man sich dort aber einfach hinsetzt, wird man spätestens zur nächsten Station von einer netten Dame angesprochen und gebeten, entweder Geld zu zahlen oder sich ins gut gefüllte Abteil zu bewegen. Klarer Fall von グリーン車 (Green-Sha).

von ISHIDA at ja.wikipedia (Link), Green-Sha einer Bahn auf der 東海道線 (Tôkaidô-Linie)

Green-Shas sind die erste Klasse der japanischen Bahnen, mit mehr Beinfreiheit, weniger Lärm und jemandem, der einem gegen Bezahlung Getränke vorbeibringt. Eine Sitzplatzgarantie hat man nicht, aber dazu später mehr.

Wenn man total fertig ist und keine Energie hat den gesamten Weg zu stehen, kann man für 750Yen (bis 50km Fahrstrecke bei JR Kantô) und mehr ein Green-Sha-Ticket erwerben. Die lädt man einfach am Bahnhof auf seine normale Fahrkarte (Suica) oder erwirbt sie mit Aufpreis im Abteil.

Es gibt natürlich nicht in jedem Zug ein Green-Sha, auf der bekannten Yamanote-Linie sucht man vergeblich (da gibt es dafür Sitze die Werktags vor zehn Uhr nicht heruntergeklappt werden.).

Mein Mann und ich machen das ganz selten mal, letztes Mal, als wir unsere neuen Smartphones kauften und am Freitag kurz vor Mitternacht von Tokyo aus nach Hause fuhren. Leider war auch das Green-Sha komplett voll, aber mit Ticket (und nur dann) darf man auch im Green-Sha im Gang stehen. Supidupi, 750Yen um dann doch zu stehen. Alternativ hätten wir uns den Betrag auch zurückerstatten lassen und ins reguläre Abteil gehen können, aber zu dem Zeitpunkt wollten wir uns schon nicht mehr bewegen. Stehen wir immerhin nicht in einer Sardinenbüchse.

Süßes Essen.

Als wir vor einigen Wochen im Zoo waren, hatten wir die Eltern der Kinder gebeten Essen für die Kinder vorzubereiten, weil wir im Zoo essen wollten. Dass wir die Eltern um so etwas bitten ist sehr selten, und sie haben sich gegenseitig übertroffen mit süßen 弁当 (Bentô).

Bentô sind allgemein Speisen in Kisten, meist zum Mitnehmen. Im Conbini (24-Stunden-Laden) bekommt man sie in Plastikboxen, wenn man etwas mehr Geld bezahlt, bekommt man sogar Styroporboxen in Holzoptik 😉 Drinnen sind meist verschiedene Speisen, in Abteilen voneinander abgetrennt. Bentô bezeichnet nur diese Kisten mit Essen, wobei das so gut wie alles sein kann. Mein Traum: Hefekloß-Hähnchen-Rotkraut-Bentô. 😉

Weil Japan aber das Land des “Wir machen alles niedlich, ob du willst oder nicht!” ist, werden die Bentôs von Kindern gern in putzige Formen gebracht. Der Knaller beim diesmaligen Ausflug war eindeutig das Bienen-Bentô eines Mädchens aus meiner Klasse. Das Gelbe ist Ei, die Streifen getrockneter Seetang.

 

Viele hatten auch einfach Gesichter auf ihren Onigiri-Reisbällen, die kann man ganz einfach aus getrocknetem Seetang ausstechen. Manche Kinder waren selbst ganz fasziniert, eins meiner Mädels kam gar nicht darüber hinweg, dass ihr Essen in Form von Anpanman in ihrer Brotbüchse lag.

Wenn mein Mann und ich mal kleine Monster haben, werde ich ihnen sicher mal ein Spezial-Bentô machen, aber eigentlich bin ich für soetwas etwas zu faul, zumal ich handwerklich nicht sonderlich begabt bin. 😀

Aber da Kinder noch nicht geplant sind (‘Tschuldigung Papa! 😉 ) werde ich mich derzeit nur an den Bentôs der Kinder erfreuen. Das Auge isst eben doch mit.

Gute Dinge kommen zu dem, der wartet.

Letzten Freitag, also am Freitag vor meinem Geburtstag, trafen mein Mann und ich mich mit meiner Schwiegermutter, auf dass sie mir mein Geburtstagsgeschenk kaufen “durfte”. Danach ging es in ein kleines italienisches Restaurant, das offensichtlich mehr Aufmerksamkeit auf die Getränke- denn auf die Speisekarte gerichtet hatte. Und so tranken wir. Ich nicht so viel, mein Mann etwas mehr, aber der verträgt so einiges.

61a1drk2DaL._SL1280_Am Morgen hatte er bei einem Elektronikladen gesehen, dass man das Samsung Galaxy S3 derzeit sehr günstig bekommen könnte, und im halbbenebelten Zustand wurde aus der Überlegung, das Handy früher zu wechseln als eigentlich geplant, der Entschluss gleich noch am selben Tag ein neues Gerät in den Händen zu halten.

Am selben Tag nahm unser Handy-Anbieter (Docomo) auch das neue Samsung Galaxy Note 2 und ein neues Sony Xperia in seine Programm auf, was wir leider erst zu spät erfuhren – nachdem wir schon mehrere Stunden gewartet hatten.

Weil der Vertrag für die Handys über mich läuft, musste ich auch alle Dokumente lesen, ausfüllen und unterschreiben, während der Mann, vom Alkohol sehr schläferig, neben mir auf seinem Stuhl herumlungerte. Spaß! Letztendlich wurde uns gesagt, dass wir unsere Geräte kurz vor Ladenschluss, 15 Minuten vor zehn, in Empfang nehmen dürften.

Hat natürlich nicht geklappt, um zehn nach zehn wurde unsere Nummer aufgerufen, zehn Minuten später wurde uns gesagt, dass die Registrierung für ein Handy noch nicht durch sei, weil das Registration Centre ziemlich überlastet sei. Aber nur noch zehn Minuten, ganz sicher! Um zehn Uhr 45 hatten wir unsere Handys in der Hand und waren schrecklich müde. Um uns herum schlossen die Läden, und wir schleppten uns nach Hause.

Wo wir natürlich bis nachts um eins nicht schlafen konnten, weil wir auf unseren neuen Handys herumdrücken mussten.

Es hat sich aber gelohnt, das Gerät ist (natürlich) um einiges schneller als unser altes Samsung Galaxy S(1) und hat einige neue Funktionen, die wir tatsächlich verwenden (Indicator Lights, die blinken, wenn man eine neue Nachricht bekommt – Standard bei “normalen” Handys, revolutionär bei Smartphones).

Es ist für uns vor allem deswegen finanziell so günstig gewesen, weil als Familie zwei Geräte zur gleichen Zeit gekauft haben – das gab 10,000Yen (ca. 100€) Rabatt pro Gerät, und derzeit entfällt die Grundgebühr für LTE-Geräte für’s erste Jahr. Außerdem wurde uns, wenn ich mich recht erinnere, veraten, dass ab Dezember eine höhere Gebühr fürs Gerätwechseln zu entrichten sein wird. Für uns hat’s sich gelohnt, ich hoffe nur, dass die Batterie nicht so schnell schwächer wird wie beim Vorgänger…

Wie man ein Riese wird: Der Tobu World Square

Vorletztes Wochenende haben mein Mann und ich uns das Auto* geschnappt und sind nach Tochigi (栃木) gefahren. Eigentlich war der Plan zum Onsen zu fahren, aber ich hatte mich pünktlich zum Wochenende erkältet. Ich sollte den Blog in “Der Blog von diesem Mädchen, das ständig erkältet ist” umbenennen, denn auch im Moment habe ich wieder eine Erkältung. Es ist ja nicht mal durchgehend, ich fühle mich auch immer mal zwei Tage lang fit – bevor mich wieder eine Rotznase ansteckt.

* Wir machen jetzt Carsharing. Total gut. Schreibe ich demnächst mal drüber.

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New York!

Auf jeden Fall, Tochigi! In Tochigi befindet sich nicht nur der Touristenmagnet Nikkō (日光), sondern auch der Tōbu World Square (東武ワールドスクエア), ein Park voller berühmter Bauwerke im Maßstab 1:25.

Als wir nach ein wenig Gewarte im Stau endlich angekommen waren, überraschte uns der recht hohe Preis, 2,500Yen (25€). Die Modelle zu bauen und in Stand zu halten ist sicher eher teuer, und man kann dort gut Zeit verbringen, aber wir hätten mit einem geringeren Eintrittspreis gerechnet.

Der Park beginnt mit tokyoter Gebäuden, um dann über die USA und Ägypten nach Europa, Asien und letztendlich wieder Japan zu führen. Es ist ganz witzig berühmte Bauwerke mal näher sehen zu können, vor allem auch im Maßstab. Mein Mann, der Architektur studiert hat, war natürlich noch etwas interessierter, zumal ich ja die Kränkelnde mit steifem Hals war. Übrigens steht im World-Square-New-York das World Trade Center noch…

Es lohnt sich um mal ein paar Bauwerke “hautnah” zu sehen und witzige Fotos zu machen. Oder so zu tun, als ob man im Ausland gewesen wäre 😉 In Verbindung mit Onsen und Essen gehen lohnt sich auch der “weite” Weg nach Tochigi dann auch.