Diät mit Hausschuhen.

Wenn man an Japaner denkt, denkt man immer auch an ein recht schlankes Volk, zumindest der Teil der Bevölkerung der nicht Sumo-Ringer ist. 😉 Nun sind in Japan allein dadurch schon die Standards anders. Was in Deutschland als gesund gilt, wird hier schon als pummelig gesehen – und niemand will pummelig sein, da hat die japanische Gesellschaft ihre Frauen fest im Griff.

20140304_155034Und so sind haufenweise Frauen auf Diät, auch viele, die es wirklich nicht nötig haben. Es gibt natürlich alle möglichen eigenartigen Diäten, aber die für mich lustigste sind ダイエットスリッパー (Diet Slipper). Als ich sie das erste Mal gesehen habe, dachte ich, dass Hausschuhe für so kleine Kinder mit so hohen Absätzen eigenartig seien. Erst viel später bekam ich mit, dass die nicht für kleine Kinder gedacht sind.

Die Idee hinter den Schuhen ist, dass man damit ständig auf Zehenspitzen stehen und dadurch die Muskeln anstrengen muss, wodurch man Fett verbrennt. Oder so. Eigentlich müsste ich es mal ausprobieren, aber 1,575Yen (11,25€) ist mir für solchen Unsinn etwas zu viel.

Kurz eingeschoben: Die Deutschen.

20140304_161518#1Letztens suchte ich bei LOFT nach Aufklebern und fand dieses schöne Set.

Das Klischee, dass die Japaner von den Deutschen im Kopf haben ist eigentlich durchweg positiv, und ja: Deutschland heißt Würstchen, Bier und Autos. 😉

Die meisten japanischen Deutschlandbesucher bereisen die romantische Straße, sehen also hauptsächlich Bayern. Nun habe ich vielleicht auch bairische Leser aber mal ganz im Ernst: Ich als Berlinerin fühle mich durch Bayern nicht repräsentiert. 😉

Letztendlich steigen diese Touristen aber natürlich mit der Erwartungshaltung, dieses Deutschland zu sehen, ins Flugzeug, wenn sie das bekommen – kein Ding. Leute die das alte Japan sehen wollen fahren nach 京都 (Kyôto), Leute die auf’s moderne Japan mit Manga, Anime und Mode stehen kommen nach 東京 (Tôkyô). Wie differenziert man Japan nach so einem Urlaub sieht, weiß ich auch nicht. Von daher kann man sich eigentlich gar nicht über die Unwissenheit der Japaner aufregen.

Brennende Autos in Berlin machen sich auch sowieso viel schlechter auf Aufklebern.

Wie man an ein Visum für Vietnam kommt.

In zwei Wochen fliegen wir nach Vietnam, an den Strand. Nun brauchen Japaner kein Visum für Vietnam, weswegen ich davon ausging, dass ich auch keins bräuchte – schließlich bin ich Deutsche!

pass.PNGZum Glück fand ich rechtzeitig heraus, dass ich doch eines brauche. Leider hilft die Seite der Vietnamesischen Botschaft in Japan absolut gar nicht weiter, dort finden sich gar keine Informationen zu Visas. Also rief ich bei der Botschaft an, und um das anderen Leuten zu ersparen, hier eine Liste der Dinge, die man braucht um ein Touristenvisum für Vietnam zu erhalten.

① Das Antragsformular findet man auf der Seite der Vietnamesischen Botschaft in Deutschland, einfach nach unten scrollen. Notfalls könnte man die Informationen wohl auch auf ein Blatt Papier schreiben, ich habe aber lieber ein Dokument, so dass ich keine notwendigen Informationen aus Versehen auslassen kann.

② Ein Passfoto, ich habe einfach eines im Automaten anfertigen lassen. Eigenartigerweise ist auf dem fertigen Visum kein Foto, ich bin mir also nicht ganz sicher, wie es verwendet wird. Im Moment würde ich darauf tippen, dass die mein Gesicht mit dem Foto, eingespeist in ihr System, abgleichen, wenn ich ins Land einreise.

③ Reisepass. Das hat mir am meisten Kopfschmerzen bereitet, er ist aber nicht verlorengegangen.

④ Ein an sich selbst adressiertes Label für eine Nachnamesendung (着払い chakubarai), z.B. von クロネコヤマト (Kuroneko Yamato).

⑤Derzeit 8,500Yen (ca. 59,50€) in bar.

Wegen des Bargeldes muss man die Sendung als 現金書留 (Genkin Kakitome) schicken, wofür ein besonderer Umschlag verwendet wird. Es bringt also nichts einen normalen Umschlag zuhause schon vorzubereiten, man bekommt eh einen neuen.

visumDie Adresse der Botschaft lautet:

在日ベトナム大使館
〒151-0062 東京都渋谷区元代々木町10−4
Vietnamese Embassy
〒151-0062 Tôkyô-to, Shibuya-ku, Moto-Yoyogichô 10-4

Nach einer Woche des Wartens kam mein Pass gestern wieder, mit Visum. Es sieht etwas sehr simpel aus, vor allem verglichen mit meinem Japan-Visum, aber immerhin ist alles gutgegangen. 🙂

P.S.: Es gibt noch eine andere Art, an ein Visum zu kommen, und zwar sogenannte Visa on Arrival. Das habe ich aber nicht gemacht und kann deswegen nicht viel drüber sagen.

Die Dinge ändern sich um 3%.

Ab April, also in genau einem Monat, ändert sich etwas erheblich in Japan. Finden zumindest die Japaner. Die Umsatzsteuer/Mehrwertsteuer (消費税 Shôhizei) wird von 5% auf 8% angehoben.

Ich persönlich, aufgewachsen mit 16 und später dann 19% MwSt., finde das natürlich eigentlich nicht weiter tragisch, drei Prozentpunkte sind verkraftbar. Sogar die 10%, die ab Oktober 2015 erhoben werden sollen, sind zwar plötzlich das Doppelte, aber nicht übermäßig hoch.

Allerdings hatte Japan bis 1989 gar keine Mehrwertsteuer. Null. Meine Schwiegereltern und alle über sagen wir 34* erinnern sich noch an diese “gute alte Zeit”, für sie sind 10% fast Diebstahl.

* Wenn man damals zehn Jahre alt war, hat man vielleicht etwas mitbekommen.

Also werden jetzt die Läden eingerannt, alle kaufen sich noch schnell das neue Auto, den neuen Fernseher, etc. Wir hatten kurz überlegt, ob wir einen neuen Mac kaufen, aber letztendlich würde der Preisunterschied nur ca. 3,500Yen (ca. 25€) betragen, und so muss der derzeitige noch etwas durchhalten.

20140301_134924In einigen Läden werden inzwischen statt den Preisen mit Mehrwertsteuer die reinen Warenpreise mit dem Zusatz “+ MwSt.” ausgeschildert – dann muss man immerhin diese Schilder nicht alle am 1.4. plötzlich ersetzen.

Leider werden auch die Preise für Postsendungen und Fahrkarten angehoben, was zu einigen krummen Beträgen führen wird – super nervig. 🙁 Aber da wir die 8% nur für 18 Monate haben werden, bringt es wahrscheinlich nichts das System nur dafür neu zu überdenken. Das geschieht dann vielleicht 2015.

Immerhin bringt es dann vielleicht endlich etwas als Tourist in Japan steuerfrei einzukaufen… Bisher war es den Papierkram eigentlich nicht wert.