Die Mehrwertsteuer. Noch einmal.

Anders als den Rest Tokyos hat es mich ja absolut nicht angehoben, dass die Mehrwertsteuer von 5% auf 8% angestiegen ist. Als wir am Montag Abend, dem Tag vor der Steuerhöhung, um den Bahnhof Tokyo herum unterwegs waren, standen hunderte Leute an um noch eines der günstigeren Monatstickets für die Bahn zu ergattern und auch in den Elektronikmärkten war unglaublich viel los.

20140402_154024Beim Einkaufen fällt es aber schon auf.

Die Preise stehen jetzt wirklich überall groß ohne und dann kleingedruckt mit Mehrwertsteuer dran, statt wie früher anders herum. Ziemlich nervig, hoffentlich wird das im Oktober 2015 geändert – dann steigt die Mehrwertsteuer erneut an, auf 10%.

Derzeit nervt mich das nämlich schon, dass ich natürlich den großgedruckten Preis sehe, aber an der Kasse einen höheren Preis zahlen muss. Wer sich das überlegt hat… Einen um ca. 3% höheren Preis auf dem Preisschild zu sehen ist ein kleinerer Schock als plötzlich an der Kasse einen 8% höheren Preis genannt zu bekommen…

Was machen Japaner eigentlich mit ihrem Müll?

IMGP0878Letztes Wochenende war das Wetter an zumindest einem Tag so schön, dass wir beschlossen zum 皇居 (Kôkyo; Kaiserpalast) zu fahren und im Palastgarten Bentô zu essen.

Da nach einem ungewöhnlich kalten und langen Winter die Kirschbäume doch unerwartet schon blühten, waren wir bei weitem nicht die einzigen Besucher. Nur waren die anderen besser vorbereitet, wir hatten uns einfach im Kaufhaus am Bahnhof etwas gekauft.

Sehr angenehm, nur hat man natürlich Müll, der entsorgt werden möchte. Wobei ein kleines Problem entsteht, denn in Tokyo gibt es keine* städtischen Mülleimer. Die Straßen sind trotzdem meist sehr sauber. Was macht der gemeine Japaner also mit seinem Müll?

* Ich habe noch nie welche gesehen.

Er packt ihn zuerst einmal in seine Tasche und schleppt den Müll mit sich herum. Denn obwohl es keine städtischen Mülleimer gibt, ist diese Erfindung natürlich auch den Japanern nicht fremd. Man muss nur etwas mehr suchen. 😉

PET-Flaschen kann man meist an Getränkeautomaten entsorgen, so eine Bento-Verpackung passt da aber nicht rein. Nun kann man einen Conbini suchen, die haben oft vor dem Eingang Mülleimer – zumindest in der Innenstadt aber auch nicht immer. In Bahnhöfen gibt es oft Mülleimer, die muss man aber manchmal ziemlich suchen. Bei Einkaufscentern muss man auch wissen, wo einer ist.

Wenn es also nicht absolut nötig ist, etwas direkt wegzuwerfen, ist es meist am einfachsten, es zuhause oder im Hotel zu entsorgen. Dann muss man sich nur noch mit den verschiedenen Bestimmungen zur Müllentsorgung herumärgern.

Neunzig Jahre Träume und Magie.

Gestern war ich mit Anika von Ginkgoleafs in 銀座 (Ginza) unterwegs, weil sie mich lieberweise zu einer Ausstellung im 松屋 (Matsuya) eingeladen hatte. 😀 Warum ging’s? Disney!

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Das Thema war “夢と魔法の90年” (“Yume to Mahōno 90-nen”; “90 Jahre Träume und Magie”) und man konnte tatsächlich Artifakte aus der Anfangszeit der Disney-Studios bestaunen.

Nun muss ich sagen, dass ich zwar ein Disney-Fan bin, mich aber letztendlich immer die Entstehung der Werke mehr interessiert als eine Analyse der wiederkehrenden Themen in den Geschichten. 😉 Ich schaue mir bei so ziemlich jeder DVD das Making-Of an. Hinter die Kulissen schauen konnte man ein wenig, am imposantesten fand ich eine Entwicklung Disneys, die plastischere Szenen zuließ: Die Multiplan-Kamera. Ziemlich cool. 🙂

Auch die Konzept-Zeichnungen der Filme waren wirklich schön, wenn ich mir einbilden würde, dass ich mir Art Books öfter mal anschauen würde, hätte ich mir welche gekauft. 😉 Disney ist halt magisch. Vielen Dank noch einmal für’s Mitnehmen, Anika!

Dass es etwas voll war, war natürlich nervig, aber etwas anderes hatte ich eh nicht erwartet. Nach dem Ausstellungsbesuch ging’s noch zu Starbucks, von wo wir uns erst um neun (?) nach einem überraschten Blick auf die Uhr auf den Heimweg machten. Man quatscht sich eben doch fest… 😉

Demnächst werden auf derselben Ausstellungsfläche die Mumins auftauchen, ich weiß aber noch nicht ob ich hingehe. Vor zwei Jahren waren wir in Yamanashi schon einmal in einer Mumin-Ausstellung und ich mir nicht sicher bin, ob der Inhalt sich unterscheidet…

Vietnam, Teil 2: Hoi An.

Weil vier Tage nur Entspannung für uns etwas lang sind, haben wir an zwei Tagen die schöne Stadt Hoi An besucht.

IMGP0511Am ersten Tag fuhren wir mit dem hoteleigenen Shuttlebus am Vormittag los und nach einer kurzen Fahrt kamen wir im Herzen der Stadt an.

In Hoi An gibt es haufenweise Klamottenläden, vor allem Maßkleidung für kleine Preise. Wie die Qualität ist, wissen wir aber nicht. Nachdem ich im Vorfeld einige Horrorgeschichten gehört hatte, habe ich davon abgesehen etwas anfertigen zu lassen. Ein Strandkleidchen für umgerechnet 5€ habe ich dennoch mitgenommen. 🙂

Ansonsten haben wir uns manchmal wie Portmonees auf Beinen gefühlt, zumal um die Mittagszeit noch nicht ganz so viele Touristen unterwegs sind. Man versuchte uns also von allen Seiten Zeugs zu verkaufen und ständig hielten Taxen neben uns an – wer weiß, vielleicht fällt uns ja plötzlich ein, dass wir eigentlich woanders sein müssen.

IMGP0824Die Stadt ist wirklich sehr hübsch anzusehen, zumindest der Teil, der touristisch erschlossen ist. Gelbe Häuser, viel grün, viele Blüten und viele Laternen. Einmal im Monat werden in Hoi An Laternen den Fluss heruntergeschickt, leider haben wir es diesmal verpasst, aber trotzdem hat es uns an Laternen nicht gemangelt.

Man kann stundenlang durch Hoi An flanieren und kann unglaublich viele Eindrücke auf sich einprasseln lassen. Vor allem nach der Ruhe im Resort war das auch wirklich nötig, um das Hirn nicht faulen zu lassen. 😉

IMGP0817An unserem letzten Tag sind wir am Abend noch einmal nach Hoi An hingefahren, und ich bin doch etwas traurig geworden. Hoi An ist eine sehr fröhliche Stadt, die Leute leben draußen und es fließt eine riesige Energie durch die Straßen, ganz anders als Tokyo. Auch wenn es sich total abgedroschen anhört, die Leute dort haben sicher einen niedrigeren Lebensstandard als wir, scheinen aber glücklicher zu sein.

Wenn wir noch einmal nach Vietnam fahren sollten, dann würden wir ein Hotel in Laufentfernung zu Hoi An buchen. Das Essen war nämlich auch viel besser und günstiger als das in unserem Hotel. 😉

Vier Tage Vietnam haben vor allem meinem Mann sehr gut getan, wieder zurück in Tokyo war er viel entspannter. Ab heute geht’s bei ihm auch wieder los mit der Arbeit…