Taipei, Freitag: Wir sind so selbstständig!

Bisher war ich viermal mit meinem Mann im Ausland. In Deutschland wurden wir von meinen Eltern abgeholt, in Seoul, Da Nang (Vietnam) und auch in Taipei vor zwei Jahren wurden wir vom Flughafen zum Hotel eskortiert. Dieses Mal hatten wir aber kein Gesamtpaket gebucht, es war uns also selbst überlassen den Weg vom 臺灣桃園國際機場 (Flughafen Taiwan Taoyuan, TPE) nach 西門 (Ximen) zu finden.

IMGP1475Letztendlich war ich etwas enttäuscht, weil ich mir natürlich im Kopf schon ein großes Abenteuer ausgemalt hatte, während wir in Wirklichkeit nur den Hinweisschildern in Richtung der Busse folgen, Tickets kaufen und einsteigen mussten. Der Bus selbst war zwar älter, fuhr aber sehr bequem bis zum 臺北車站 (Bahnhof Taipei), von wo aus wir eine Station weiterfuhren und dann vom 西門站 (Bahnhof Ximen) liefen.

IMGP1478Während ich schon ziemlich fertig war, wollte mein Mann unbedingt bei 鼎泰豊 (Din Tai Fung) essen. Das Restaurant hatten wir schon vor zwei Jahren besucht, und waren dann auch in Seoul und Tokyo bei Ablegern, die aber nicht ans Original heranreichten. Wir entschieden uns für den ältesten Laden auf der 信義路 (Xinyi-Straße) in der Nähe vom 東門站 (Bahnhof Dongmen). Dem Laden merkt man ziemlich an, dass es der älteste ist. Normalerweise befindet sich die gesamte Fläche eines Din Tai Fung auf derselben Etage, in diesem muss man viele Treppen steigen und es sieht bei weitem nicht so modern aus, wie man es sonst gewöhnt ist.

Auf den Geschmack wirkte sich das freilich nicht aus, und so befand sich mein Mann im siebten Himmel, während ich versuchte die Augen offen zu halten.

Wieder zurück im Hotel, sahen wir in den Nachrichten, dass uns der Taifun 鳳凰 (Fung-Wong) den Sonntag versauen würde, wir mussten also alles Wichtige am Sonntag abhaken… Wie war das mit dem entspannenden Urlaub?!

Wieder Zuhause.

IMGP1555Wir sind wieder in Japan.

Da unser Flug um halb vier Uhr morgens ging, sind wir allerdings etwas geplättet und werden es heute erst einmal ruhig angehen lassen. Zum Glück ist Feiertag. 🙂

Ansonsten haben wir natürlich mal wieder viel unternommen und den Taifun mit dem schönen Namen 鳳凰 (kantonesisch Fung-Wong, japanisch Hôô) hautnah miterlebt. War ja klar. 😉

Aber wir haben es überlebt und ich denke ab morgen gibt es wieder Einträge. 🙂 Gute Nacht!

Schon soweit?

IMGP2775Ojee, morgen steigen wir in den Flieger in Richtung Taipei und eigentlich wissen wir noch gar nicht, was wir vorhaben. Bei Fragen von Freunden kann ich nur mit

“Essen. Essen. Noch mehr essen.”

antworten, weil wir sonst kaum etwas geplant haben. Die Koffer sind auch noch nicht gepackt…

Das ist aber eine Aufgabe, die wir eh meist erst am Vorabend einer Reise in Angriff nehmen. Einen gepackten Koffer schon Tage vor der Reise herumstehen zu haben fände ich komisch, wenn alles bereit steht soll es bitte auch gleich losgehen!

Übrigens ist für sämtliche Tage, die wir in Taipei sein werden, Regen angesagt. Typisch 雨女 (Ame-Onna) würde mein Mann sagen. Aber da wir das Touri-Programm schon vor zwei Jahren abgehakt haben (Einträge eins, zwei, drei, vier) dürfte das eigentlich keine Probleme mit sich bringen.

Ich wünsche euch auf jeden Fall ein schönes Wochenende, von uns gibt es frühstens am Dienstag wieder etwas zu hören. Bis dann! 🙂

Die liebe Zukunft.

Es gibt so ein paar Dinge, die mich nicht ruhig schlafen lassen. Ungewissheit gehört dazu.

Ich arbeite seit drei Jahren für eine Firma, die ich nicht mag. Angefangen bei komplett unterschiedlichen Arbeitsbedingungen für Muttersprachler und Nichtmuttersprachler*, über den absoluten Unwillen Geld zu investieren, die Unfähigkeit neue Mitarbeiter zu schulen und dann bei der Abwesenheit von Richtlinien noch immer nicht endend… Es macht keinen Spaß für diese Firma zu arbeiten.

* Muttersprachler arbeiten 8 Stunden pro Tag für ab 240,000Yen; Nichtmuttersprachler arbeiten 9 Stunden pro Tag plus einen Samstag im Monat für ab 210,000Yen und müssen für Feiertage Urlaubstage opfern. Und deswegen arbeite ich nicht Vollzeit.

Außerdem ist es nicht unbedingt meine Berufung Kindern Englisch beizubringen. Ich bin nicht gelernte Kindergärtnerin, ich habe nichts in der Richtung studiert, und langsam kristalisiert sich immer weiter heraus, dass ich etwas Anderes machen sollte. Dringend.

Der Zeitpunkt passt auch: Ich habe mein 永住権 (Eijûken; Ewiges Wohnrecht) in der Tasche, ich werde für immer hier bleiben, ich sollte also möglichst schon gestern angefangen haben nach einer Arbeit zu suchen, die ich wirklich langfristig machen möchte. Hier komme ich jetzt nicht mehr weg.

Das wäre natürlich schön und gut, wüsste ich, was das ist. Und würde es mir vor lauter unnötiger Sorge und Versagensanst nicht die Kehle zuschnüren, sobald ich im Internet nach Stellenangeboten suche. Auch wäre es hilfreich, würde ich mich nicht immer auf den Teil der Stellenausschreibung konzentrieren, auf den ich nicht zu 100 Prozent passe. Es ist für mich wirklich eine Tortur, zumal ich natürlich ganz genau weiß, wie irrational ich bin.

Mein Mann hat sich bereit erklärt mir zu helfen. Wo ich ein großes “Für diesen Job sind Sie leider nicht qualifiziert”-Schild sehe, findet er eine Möglichkeit meine bisherige Arbeitserfahrung so zu formulieren, dass es passt.

Dieses Thema beschäftigt mich derzeit auf jeden Fall ziemlich. Vielleicht schreibe ich auch über den ganzen Bewerbungszirkus. Mal schauen. 🙂