Japanisch kochen: Okonomiyaki.

Okonomiyaki (お好み焼き), oder auch “Was du magst-Braten” ist ein japanischer, herzhafter Pfannkuchen. Ein bisschen.

Als ich in Deutschland war, erzählte mir eine Freundin, dass sie das supereinfache Okonomiyaki-Rezept, dass ich ihr vor Jahren gegeben hatte, verloren hätte. Schande auf dein Haupt, Melissa. 😉 Hier noch einmal:

Was ich euch diesmal zeige ist Okonomiyaki nach Osaka-Art (大阪風お好み焼き), bei dem alles zusammengemischt und von zwei Seiten gebraten wird. Es gibt auch Okonomiyaki nach Hiroshima-Art, dort wird der Pfannkuchen einzeln gebraten und Fleisch, Kohl, usw. kommen oben drauf. Zwischen den Schritten muss man alles aus der Pfanne nehmen, was mir viel zu nervig ist, und letztendlich schmeckt’s eh gleich.*

* Sagt bloß nicht meinem Mann, dass ich das gesagt habe – er mag Hiroshima-Okonomiyaki lieber.

お好み焼き Okonomiyaki (für zwei Personen)

150g Mehl
200ml Wasser
1 Tütchen (8g) Dashi
eine Prise Salz
3-4 Eier
1/2 Kohlkopf
nach belieben Schweinefleisch/Oktopus/Garnelen oder was man so im Haus hat
Okonomiyaki-Sauce (gibt’s im Asia-Laden)
Mayonnaise

  1. Alles kleinschneiden.
  2. Mehl, Wasser, Dashi, Eier und Salz vermischen.
  3. Wenn ihr Schweinefleisch habt, das in Scheiben schneiden und anbraten.
  4. Alle anderen Zutaten vermischen und den entstehenden Pfannkuchen auf die angebratenen Schweinefleischscheiben legen. Dabei möglichst versuchen eine runde Form zu erreichen.
  5. Beim Braten einmal umdrehen, bis alles gar ist. Saucen drauf, fertig! 😀

 

25.

Seit gestern bin ich 25 Jahre alt.

Ich: Ich habe heute Geburtstag.

Kind auf Arbeit: Wie alt bist du?

Ich: 25.

Kind: 15?

Ich: 25.

Kind: Woah!

 

Ja, voll woah. 😉

Zur Feier des Tages kam mein Mann früher von der Arbeit und wir trafen uns dort, wo Träume wahr werden: Beim Tokyo Disney Sea! ♥

Instagram

Nun war ich davon ausgegangen, dass wir vielleicht essen gehen würden, es eventuell aber auch der einsamste Geburtstag meines Lebens werden würde – mein Mann arbeitet in letzter Zeit unglaublich viel und ist selten vor um zehn zuhause.

Im Disney Sea holte ich mir natürlich erst einmal meinen Geburtstags-Sticker ab, wenn schon denn schon. 😉

20141119_184326Wir hatten keine Lust großartig irgendwo anzustehen, und so fuhren wir mit lediglich zwei Attraktionen, Aquatopia und Raging Spirits, und bestaunten ansonsten die schöne Weihnachtsdekoration. Während bestimmte Elemente jedes Jahr dieselben sind, überlegen sich die Parkdesigner doch auch immer etwas Neues.

Da hier kaum ein Privathaushalt für Weihnachten dekoriert, sind die Lichter und die Weihnachtsmusik im Disney Resort für mich immer besonders schön. Wie zuhause.*

* Wäre Berlin nur halb so sauber wie Disney Land… und würden meine Eltern für Weihnachten dekorieren. 😉

20141119_201724Natürlich ist es eigentlich noch viel zu früh für Weihnachtsdekoration, aber den ganzen Aufwand für nur vier kurze Wochen zu betreiben, lohnt sich auch nicht. 😀 Mein Mann und ich überlegten, ob wir nicht einfach mal in der Nacht vor dem Start des Weihnachtsevents im Hotel direkt am Park übernachten und uns die Umbauarbeiten ansehen. Wären die Zimmer nicht so teuer…

Neben Weihnachtsdeko gibt es natürlich auch immer spezielles Essen, weil Japaner sich auf alles, wo 期間限定 (Kikan-Gentei; zeitlich begrenzt erhältlich) steht, stürzen. Ich mich auch, wenn ich die Pamphlete mit den Parkinformationen bekomme ist es immer das erste, wonach ich suche.

20141119_190843Dieses Jahr gibt es unter anderem Popocorn mit weißer Schokolade (und Salz), was einfach nur himmlisch gut schmeckt. Apropos Mampfen, wir waren auch zum ersten Mal im “Cape Cod Cook-Off”! Das ist das Restaurant in der kleinen amerikanischen Stadt im Disney Sea, und natürlich gibt es Burger.

Die waren nicht halb so schrecklich wie erwartet, auf jeden Fall besser als McDonald’s. Und während ich mich sonst immer ganz weit von Souvenirtassen fernhalte, konnte ich dieses Mal nicht widerstehen. Duffy, der Teddy, den man in Japan nur im Disney Sea bekommt, hat nämlich einen neuen Freund – einen italienischen Kater namens Gelatoni.

Die Mafia-Katze macht dir ein Angebot, das du nicht ablehnen kannst.

Die Mafia-Katze macht dir ein Angebot, das du nicht ablehnen kannst.

Wer sich überlegt hat, dass eine Katze eine wunderbare Ergänzung des Line-Ups wäre, bekommt dieses Jahr sicher einen fetten Bonus. Ich habe so viele Leute mit den großen Plüschtieren zu 3,900Yen (26,33€) herumlaufen sehen, die machen einen riesigen Reibach. Noch gibt es für die Katze nur einen Weihnachtsanzug, den man extra kaufen kann, aber ich wette, dass da noch mehr kommt.

Ich selbst habe Disney natürlich ein klitzekleines bisschen finanziell unterstützt – indem ich drei kleine Gelatonis mitnahm. Einen für mich, zwei für Freundinnen zu Weihnachten.

Zu meiner Verteidigung: Er ist ein grauer Kater mit einer blauen Mütze und einem Pinsel-Schwanz! Ihr habt doch hoffentlich nicht erwartet, dass ich da nein sagen könnte. 😉

Nach Drinks auf der S.S Columbia fuhren wir nach Hause, wo wir um halb 11 erschöpft aber glücklich ins Bett fielen.

Ich würde sagen, an meinem Geburtstag zu Disney Sea zu gehen sollte zu einer Tradition werden. 🙂 Wir haben’s immerhin schon zwei Jahre in Folge hinbekommen.

Tick, Tock, Tick, Tock – Mein Rhythmus ist im Eimer.

Normalerweise habe ich einen recht unverwüstlichen Schlafrhythmus. Wochentags geht es um zehn ins Bett und um fünf Uhr 50 wieder raus, am Wochenende schlafe ich höchstens mal bis um acht.

Scheinbar hat Deutschland diesen wunderbaren Rhythmus zerstört. Ich weiß nicht wie, letztes Jahr im Sommer war dem nämlich nicht so, aber auf jeden Fall muss das ganz schnell wieder rückgängig gemacht werden.

Am Samstag hatte ich um elf einen Termin, alle zwei Wochen rede ich für eine Stunde mit jemandem Englisch und werde dafür bezahlt. Dummerweise musste ich, als ich dann endlich erwachte und einen Blick auf den Wecker warf, feststellen, dass es schon elf Uhr 44 war. Ich weiß gar nicht mehr, wann ich das letzte Mal so lange geschlafen habe.

Um diesem Verfall meines Tagesrhythmuses etwas entgegenzusetzen, ging ich am Samstag Abend, nach meinem Geburtstagessen mit den Schwiegereltern, recht früh zu Bett – um am nächsten Morgen um neun aufzuwachen, und das auch nur, weil ich diesmal den Wecker gestellt hatte. Blöderweise entschied aber mein Körper, dass so ein kleines Nickerchen zwischen halb eins und drei total super wäre, was wiederum dazu führte, dass ich gestern Nacht absolut nicht schafen konnte.

Nun gibt es ja Leute, die generell ein wenig mehr Zeit zum Einschlafen brauchen – Ich gehöre nicht dazu. Wenn ich um zehn ins Bett gehe bin ich spätestens um zehn nach zehn im Tiefschlaf. Dass mir dieser rosarote, plüschige Komfort nicht mehr gewährt wird, macht mich betrübt. Also, vielleicht nicht betrübt, aber zumindest verdammt müde.

Dabei habe ich doch im Moment so viel, das überdacht und geplant werden will. Und eigentlich werde ich diese Woche auch 25. Ojee, ojee, ojee.

(Meine einzige Rettung: Kaffee und Zucker, Zucker und Kaffee.)

Deutschland, Teil 2: Berlin.

Am Donnerstag Abend kam ich in Berlin an. Theoretisch mitten im Streik, praktisch fuhr trotzdem zumindest alle 20 Minuten eine Bahn. Wir kamen also ohne größere Probleme zum Haus meiner Eltern in Friedrichshagen.

Erkenntniss Nummer Vier*: Berliner kommunizieren gern und viel.

In Berlin haben mich innerhalb von drei Tagen so viele Leute angesprochen, um über die BVG und die S-Bahn zu lästern, wie in Japan in den letzten vier Jahren insgesamt. Anfangs etwas verwirrend, finde ich die Berliner Schnau… Schlafgfertigkeit noch immer super.

* Falls ihr nach Nummer Drei sucht: Die stand in den Kommentaren des letzten Eintrags und heißt “Mein Deutsch wird schlechter”. 😉

In meinem alten Zuhause saß ich dann noch bis um ein Uhr nachts mit meinem Vater und meiner Schwester quatschend am Küchentisch, bevor es endlich ins Bett ging. Als Begrüßungsgeschenk bekam ich Unmengen an Süßigkeiten, die ich fast alle wieder mit nach Japan genommen habe.

Am Freitag Vormittag ging es dann mit meiner Mutter in die Stadt, um eine Uhr für meinen Mann und eine Tasche für mich zu kaufen. Dummerweise hatte ich die PIN meiner neuen Kreditkarte vergessen, was erstmal innere Panik auslöste, letztendlich lieh mir meine Mutter aber den nicht unbeträchtlichen Betrag.

Aber erstens ist die Tasche ein Geburtstagsgeschenk von meinen Schwiegereltern und Schwiegergroßeltern und zweitens könnte man in Japan für dasselbe Geld nicht einmal die kleinere Version bekommen. 😀 Es passt auch ziemlich viel rein, auch wenn meine Freundin Julia (sie hat zwei Onlineshops, die ich einfach mal bewerbe: Gruftling und Juliette Owl & Beatrice Rabbit) meinte, dass das bei ihr eher als kleinere Tasche laufen würde.

Im Uniqlo am Ku’Damm waren wir übrigens auch und – schön ist er, sehr aufgeräumt und mit nettem Service. Wie ich das aus Japan gewohnt bin. 😉

Später fuhren wir zu MAC Cosmetics am Hackeschen Markt. MAC haben wir in Japan natürlich auch und es ist sogar günstiger, aber in Deutschland gibt es 42 Lidschattenfarben mehr. Da bekomme ich dann doch große Augen. 😉 Vier Lidschatten und noch einen Maskara gab es für mich zum Geburtstag! Vielen Dank dafür!

Falls ich nächstes Jahr für die Arbeit nach Amerika fliegen sollte, muss ich auf jeden Fall groß einkaufen gehen. 😀

Nach diesem kleinen Abstecher ging es zurück zum Ku’Damm, wo wir Karten für die Astor Film Lounge hatten.

Es lief “Monsieur Claude und seine Töchter“, ein ganz hervorragender Film. Es geht um multikulturelle Ehen und die Probleme, die Eltern damit haben können – mit ganz viel Humor. 😀 Bin ich froh, dass meine Eltern nicht so drauf sind. 😉

Abends rollte ich dann ins Bett und telefonierte mit meinem Mann. Ich muss zugeben, dass ich gar nicht gern alleine unterwegs bin, mein Mann fehlt mir immer unglaublich. Zum Glück hatte ich ein deutsches Handy mit Line, so dass ich auch wenn ich nicht zuhause war mit ihm in Kontakt sein konnte.

Das war auch ganz gut, am Samstag war ich nämlich wieder viel draußen unterwegs.

IMGP2034Mittags traf ich mich mit meinen Freundinnen Anna (vom Finanzamt 😉 ) und Charlotte von Einmalwunderland an der Friedrichstraße, von wo aus wir uns auf den Weg zu Fassbender & Rausch, einer Berliner Chocolaterie, machten. Dessert kann man eben auch mittags essen. 😉

Die beiden kenne ich seit 2007, glaube ich, und es macht mich glücklich zu sehen, wie sich das Leben meiner Freunde verändert. Beide haben Ausbildung bzw. Studium abgeschlossen, arbeiten und sind … Erwachsene. 😀 Das klingt vielleicht etwas komisch, aber dadurch, dass wir uns so selten sehen, fallen die Veränderungen viel mehr auf.

Hier habe ich glaube ich geheiratet. 😉

In dem italienischen Restaurant, in dass es uns dann verschlug, fiel mir plötzlich auf, dass ich in 20 Minuten am Hackeschen Markt sein müsste, um mich mit Julia zu treffen. Ups. 😉 Hat aber noch gut geklappt.

Julia und ich fuhren dann über einen Umweg zum Ku’Damm, wo ich gleich zwei Star Wars Lego Adventskalender kaufte – einen für meinen Vater und einen für meinen Mann. 😀 Absolut sinnvoll angelegtes Geld.

Bei Saturn nahm ich dann noch die DVD des Films “Das Schicksal ist ein mieser Verräter“, der noch immer nicht in Japan erschienen ist, mit. Man, sind DVDs bei euch in Deutschland günstig!

Nach einem leckeren Eisbecher kaufte ich in einem Comic-Laden noch einen englischsprachigen Marvel-Comic-Sammelband für meinen Mann, bevor es dann wieder nach Hause ging – ohne Streik, dafür aber mit Schienenersatzverkehr.

Erkenntniss Nummer Vier: Man vergisst so einiges.

Als ich hörte, dass zwischen Karlshorst und Nöldnerplatz Schienenersatzverkehr herrschen würde, musste ich kurz überlegen, wozu man so etwas denn braucht und wie absurd das ist – haben wir in Japan nicht. Dazu muss man natürlich fairerweise sagen, dass die Bahnen hier jede Nacht für drei bis vier Stunden nicht fahren, während dieser Zeit wird repariert.

Auch verdrängt hatte ich die olfaktorische Note Berlins – Billiger Alkohol und Zigaretten. So viele Leute, die mit einer Flasche eines Alkohols ihrer Wahl in der Hand durch die Gegend laufen. Dummerweise kann man natürlich die Flaschen nicht wegschmeißen oder zurückgeben, nein, die sind Dekoration für die Bahnhöfe. Nicht so schön. :/

An meinem letzten ganzen Tag in Berlin, dem Sonntag, 25. Jahrestag des Mauerfalls, fuhr ich am Morgen zur Boxhagener Straße um im Intimes mit Anna, Melissa von Breedingunicorns und Rae zu brunchen.

Ich hätte wahrscheinlich nicht gleich mit warmem Essen anfangen sollen, so war ich doch sehr schnell voll. 🙁 Aber wir hatten so viel zu quatschen, dass die Kalorien allein dadurch wieder abtrainiert wurden. Ganz sicher! Vorgestern klopften mir die Kinder auf Arbeit auf den Bauch…

IMGP2053Leider musste Melissa nach einer Stunde wieder weg und Rae fuhr auch nach Hause, aber dafür ging es noch mit Anna auf den Flohmarkt. In der eisigen Kälte Berlins. So kalt…

Aber das Leiden hat sich gelohnt, denn auf dem Flohmarkt gab es Nachdrucke von Illustrationen von Ende des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts. Zwei habe ich gekauft, einen von Flughörnchen und einen von Feldmäusen. Die Bilder werden demnächst unser Wohnzimmer verschönern. 🙂

IMGP2063Nach einem kurzen Abstecher zu Annas neuer Wohnung fuhr ich zu meinen Großeltern.

Dort gab es nicht nur leckeren Kuchen, sondern auch gute Unterhaltung. Wir haben doch einen etwas speziellen Humor. Oma, pass auf die Wölfe auf. 😉

Abends sahen wir uns die Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag des Mauerfalls im Fernsehen an, um dort hinzufahren war es viel zu kalt.

Des späten abends wurden wir dann wieder zu meinem Elternhaus kutschiert und ich versuchte möglichst schnell zu schlafen – am Montag ging es schon wieder zurück nach Tokyo.

Während das Flugzeug nach Deutschland voll besetzt war, hatte ich auf dem Rückflug viel Platz. Leider konnte ich trotzdem nicht richtig schlafen, und obwohl mein Mann mich vom Flughafen abholte, war ich für den Rest des Tages zu nichts mehr zu gebrauchen.

Deutschland war schön, aber ich bin auch ganz froh wieder zuhause zu sein. 🙂