Neuseeland, Tag 6: Hobbingen.

Als ich Freunden erzählte, dass wir nach Neuseeland fahren würden, war die meistgestellte Frage diese:

Und, fahrt ihr nach Hobbingen?

Natürlich sind wir nach Hobbingen gefahren. Da wir sowieso in Matamata waren war die Fahrt eine Sache von 15 Minuten und wenn man schon mal da ist. 🙂

Ganz günstig war es freilich nicht. Wir hatten einige Wochen vorher online gebucht um in Hobbingen auch wie ein echter Hobbit zu speisen. Leider waren sämtliche Frühstücks-Touren schon ausgebucht, dafür gab es noch welche mit Mittagessen. Insgesamt hat uns der Spaß 120$ (ca. 71€) pro Person gekostet, aber wann ist man schon noch einmal dort? Ohne Mittagessen ist es ca. 20€ günstiger.

Hobbingen liegt inmitten von sanften Hügeln und grünen Wiesen, aber lasst euch von der heimeligen Atmosphäre nicht täuschen: Das hier ist kein Kleinbetrieb.

Wenn man seine reservierten Tickets erhalten hat, stellt man sich für den Bus an, der einen ans richtige Set bringt. Dieser Ort war unter anderem deswegen der perfekte Drehort, weil von außen niemand hineingucken kann. Außerdem kann auch niemand hinaussehen, egal wohin die Kamera schwenkt, sie zeigt immer nur noch mehr Hobbingen.

Das einzige Hobbithaus, in das man hineingehen darf. Deswegen haben alle ihre Fotos von dort. 😉 (100% Größe)

In einer Gruppe von rund 40 Personen wird man dann durch das Set geführt, darf Fotos machen wo man will, aber nicht auf den Rasen treten oder Tore öffnen. Nebenbei erfährt man allerlei Interessantes über den Dreh oder das Set an sich.

Einige der Häuser sind im richtigen Maßstab für Menschen bzw. von Menschen gespielte Hobbits gebaut, andere sind nur 60% so groß, damit sie die richtige Größe für den Zauberer Gandalf sind. Vor allem in den Herr der Ringe-Filmen wurde sehr viel mit solchen praktischen Tricks gearbeitet.

Dieses Haus ist nur 60% groß, wir sehen also nicht so aus, als würden wir hineinpassen.

Bei diesem Set hier handelt es sich übrigens um das, das für die Hobbit-Filme gebaut wurde. Nachdem der Dreh für Herr der Ringe beendet war, wurde das Set abgebaut. Als es für die Hobbit-Filme neu gebaut werden sollte, fragte der Besitzer der Farm auf der das Set steht, ob man nicht dauerhafte Strukturen bauen könnte. Et Voilà!

Hinter den runden Türen befindet sich übrigens bei keinem der Häuser etwas. Die Innenszenen wurden alle in einem Studio in Wellington aufgenommen.

Beutelsend! 🙂

Natürlich wäre es schöner, wenn man das Set etwas freier und mit weniger Leuten besuchen könnte, aber der Ansturm ist einfach riesig und mit mehr Freiheiten würde wahrscheinlich die Schönheit des Sets nicht gewährleistet werden. So ist es einfach wunderschön und man hat wirklich das Gefühl mitten in Hobbingen zu stehen.

Am Ende einer jeden Tour geht es für alle Teilnehmer zum Grünen Drachen, dem Hobbit-Gasthaus. Die Szenen im Grünen Drachen wurden zwar auch in Wellington gedreht, aber für die Besucher wurde das Set komplett nachgebaut. Jeder Besucher bekommt ein alkoholisches oder alkoholfreies Getränk eingeschenkt und kann frei umherlaufen bis es wieder in den Bus geht.

Für uns ging es mit dem Getränk in ein großes Zelt, in dem das Buffet für unser Mittagessen aufgebaut war. Es gab sowohl vegetarische als auch vegane als auch fleischhaltige Speisen und einen ganzen Tisch voller Dessert.

Ich persönlich fand es sehr lecker, mein Mann nur so mittelmäßig. Obwohl es draußen sehr heiß war und die Sonne vom Himmel knallte, war es im Zelt dank einer doppelten Decke angenehm.

So satt ging es für uns erst zurück zum Geschenkeladen und dann mit dem Bus wieder zum Parkplatz, an dem es übrigens auch einen Geschenkeladen und ein Café gibt. Schön war es auf jeden Fall und ich würde den Besuch trotz des relativ hohen Eintrittspreises jedem, der die Filme mag, ans Herz legen.

Wir wollten nicht direkt zurück in unser Airbnb fahren, sondern uns noch ein wenig Natur in der Nähe ansehen. Nur etwa eine halbe Autostunde von Hobbingen entfernt befindet sich der Te Waihou Walkway an der Blue Spring.

Zu diesem wunderschönen blauen Nass, in dem man übrigens nicht baden darf, gibt es zwei Wege. Wir entschieden uns für den kürzeren vom Parkplatz an der Leslie Road. Inzwischen war es wirklich heiß geworden und wir waren schon eine Stunde in der prallen Sonne durch Hobbingen gelaufen.

Die blaue Quelle ist so rein, dass aus ihr etwa 60% des abgefüllten Wassers Neuseelands kommen. Dadurch erhält sie diese wunderschöne blaue Farbe, obwohl der Strom nicht sonderlich tief ist. Es ist einfach richtig klares kaltes Wasser.

An diesem Tag habe ich mir übrigens, zwei Tage vor unserer Heimreise, einen fetten Sonnenbrand auf den Armen zugezogen. Vergesst im neuseeländischen Sommer nie die Sonnencreme oder einen Hut!

Den Rest des Tages verbrachten wir damit, uns emotional von Matamata zu verabschieden. Mit der richtigen Hintergrundmusik natürlich. 🙂

Matamata war der beste Ort, den wir uns hätten wünschen können. Bis auf das Muhen der Kühe und Vogelgesang war es still und abgelegen, genau das richtige um einfach mal die Seele baumeln zu lassen.

Am nächsten Tag ging es zurück ins viel geschäftigere Auckland, von wo zwei Tage später unser Flug zurück nach Tokyo gehen würde.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.