Neuseeland, Tag 4: Rotorua.

Unser Grund, nicht in Auckland sondern auf dem Land in Matamata zu übernachten, war ein einfacher: So mussten wir nicht jeden Morgen vom Norden in die Mitte der Nordinsel fahren. Matamata war ein perfekter Ausgangspunkt für alle möglichen Ausflüge.

Als wir am vierten Tag unserer Reise nach Rotorua fahren wollten, dauerte die Fahrt so statt fast drei Stunden in eine Richtung nur eine Stunde.

„Lass uns mal ein Foto wie in der Werbung machen!“

Rotorua hat dank seiner einzigartigen geologischen Lage und seiner Rolle als Zentrum der Maori-Kultur für Touristen so einiges zu bieten. Natürlich ist die Gegend dadurch recht touristisch, aber so ist das eben: Naturwunder werdet ihr nicht völlig unbeachtet am Straßenrand entdecken.

Dank Vulkanaktivität geht es in Rotorua heiß her. Nicht nur kleine heiße Quellen sondern ganze heiße Seen gibt es hier zu bestaunen. In einigen kann man sogar baden, aber an dem Tag war es so heiß, dass selbst mein Onsen-liebender Mann keine Lust darauf hatte.

Am bekanntesten ist wahrscheinlich Wai-O-Tapu (falls ihr euch ob der ganzen „Wai“ in Ortsnamen wundern solltet: Es bedeutet „Wasser“). Dort kann man eine wunderschöne farbenfrohe Landschaft betrachten, die durch die heißen Quellen und verschiedene chemische Elemente zustande gekommen ist. Wirklich überwältigend und es ist kein Wunder, dass es ein wichtiger Ort für die Maori war und ist.

An einigen Stellen hat uns die Landschaft an Yellowstone in den USA erinnert, an anderen war sie einfach nur wie von einem anderen Planeten. Natürlich muss man hier immer brav auf den Pfaden bleiben, die zur Hauptreisezeit auch ziemlich voll werden. Aber es soll ja niemand gedünstet werden. 😉

Zu den Hauptattraktionen kommt man ohne Probleme auch im Rollstuhl oder mit einem Kinderwagen, zu den anderen Bereichen des Gebiets führen aber nur Treppen. Außerdem, Vorsicht: In Wai-O-Tapu wird kein Bargeld angenommen, die 32,50$ (ca. 20€) pro Person müssen also mit Karte bezahlt werden.

In unmittelbarer Entfernung (mit dem Auto) ist Waimangu, ein vulkanisches Tal. Hier bekommt man am Eingang eine Karte auf der sämtliche Sehenswürdigkeiten aufgeführt und kurz erklärt werden, was wir sehr praktisch fanden. Hier war es etwas leerer als bei Wai-O-Tapu, wahrscheinlich auch, weil es sich nicht so gut für große Touristengruppen eignet. Man muss schon recht viel laufen und rollstuhltauglich ist es auch nicht wirklich.

Dafür gibt es hier ganze heiße Seen, sprudelnde Geysire und einen unglaublich blauen Teich. Dieses Ökosystem in seiner heutigen Form ist noch ziemlich neu, die Vulkane, die zur Bildung der Seen geführt haben, sind erst Ende des 19. Jahrhunderts ausgebrochen.

In Waimangu gibt es gleich an drei Stellen Bushaltestellen, von denen aus man zum Eingang zurückgefahren wird. Ein sehr guter Service, denn da es sich um ein Tal handelt müsste man auf dem Rückweg die ganze Zeit bergauf laufen.

Der Eintritt beträgt übrigens pro Person 40$ (ca. 24€). Diese ganzen Sehenswürdigkeiten in Neuseeland läppern sich, es lohnt sich aber auch wirklich und wird zu Erhaltung dieser einzigartigen Natur verwendet.

Apropos einzigartig: Der letzte Punkt unseres Tags in Rotorua war der Rainbow Springs Nature Park. Der ist ein wenig eine Mischung zwischen Spielplatz und Zoo, aber einer der Orte, an denen man Kiwis sehen kann.

Es gibt nicht mehr so viele Kiwis in Neuseeland, wie es einmal gab. Die Überlebenschancen eines Kiwis vom Ei zum erwachsenen Tier sind sehr gering, weswegen es im ganzen Land Brutstationen gibt in denen Kiwis aufgezogen werden. Wir nahmen an einer kurzen Tour der Brutstätten teil, was wirklich interessant war. Die Mitarbeiter konnten uns viel über Kiwis und ihr Brutverhalten erzählen. 🙂

Außerdem kann man Kiwis sehen. Die Vögel sind nachtaktiv und werden in abgedunkelten Gehegen gehalten. Weil Kiwis durch helles Licht migräneähnliche Schmerzen bekommen darf man dort aber absolut nicht fotografieren. Die Brutstätten-Tour kostet noch einmal 10$ (ca. 6€) zusätzlich zum Eintrittspreis von 40$ (ca. 24€) pro Person

Ansonsten ist der Park vor allem für Kinder interessant. So können sie zum Beispiel ausprobieren, wie verschiedene Tiere sehen und es gibt auch anderweitig thematische Spielplätze. Natürlich gibt es auch einheimische Tierarten zu sehen, aber vor allem die Vögel trifft man tatsächlich auch in der freien Natur an.

So war der Park zwar recht klein, aber allein der Kiwibereich war es für uns wert.

Kereru (New Zealand Pigeon)
Tui

Wir hätten durchaus noch einen weiteren Tag in Rotorua verbringen können, weil es noch viel mehr zu sehen gegeben hätte. Letztendlich hatten wir in Neuseeland aber nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung. Ich würde die Stadt aber bei einem erneuten Besuch der Nordinsel auf jeden Fall noch einmal besuchen, denn so dicht beieinander ist in Neuseeland sonst nichts. 🙂

10 Gedanken zu „Neuseeland, Tag 4: Rotorua.

  1. Stephanie sagt:

    Ich bin wohl ein Kiwi, ich bekomme von grellem Licht auch manchmal Migräne. 😉

    Spaß beiseite, ich habe gar nicht gewusst, dass die Kiwis nachtaktiv sind! Danke fürs Horizont erweitern.

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