Stockholm, Tag 3: Hej då Sverige!

Unser dritter und letzter Tag in Stockholm war von Anfang an sonnig. Nachdem wir ausgecheckt hatten, unser Gepäck wurde in einem Harry Potter würdigen Schrank untergebracht, spazierten wir also frohen Mutes zum Hafen um eine Schärenrundfahrt zu machen.

Dank der Eiszeit sind der Stadt Stockholm etwa 24.000 Inseln vorgelagert, die wir sehen wollten. Leider hatten wir es nicht geschafft, im Voraus online Tickets zu kaufen, und so kam es, wie es kommen musste: Die Tickets für die Fahrt am Morgen waren ausverkauft. Da wir alles wirklich Wichtige schon am Vortag abgeklappert hatten, war es aber gar kein Problem einfach an einer Fahrt anderthalb Stunden später teilzunehmen.

Um die Zeit zu überbrücken, liefen wir durch die Innenstadt, in der an diesen Tagen ein Musikevent stattfand, und sahen uns das Rathaus Stockholms an. Bei sämtlichen Rathäusern, die wir in Europa sahen, war mein Mann ganz verliebt.

In so einem Rathaus würde ich auch gern arbeiten.

Sein Arbeitsplatz befindet sich typisch japanisch in einem ziemlich hässlichen Neubau. Das schöne Rathaus in Stockholm hat einen sonnigen Innenhof und sogar einen Turm, den man besteigen kann. Dafür hatten wir dann aber doch nicht genug Zeit, zumal die Schlange aus dem Gebäude quoll.

Blumen in der Innenstadt

Beim Ticketkauf hatte man uns gesagt, wir müssten zehn Minuten vor Abfahrt am Schiff sein. Einerseits hatte die Dame Recht, andererseits war das Schiff auch eine halbe Stunde vor Abfahrt schon gut gefüllt. Auf den Außendecks war es gerammelt voll, und wir hatten zwar einen Tisch im Innenraum ergattert, dort guckte aber eine kleine, an Schären offensichtlich uninteressierte, Italienerin ohne Kopfhörer YouTube. Auch in Deutschland fanden wir die öffentliche Geräuschbelästigung teilweise ziemlich schlimm. Während es in den Läden im Vergleich zu Japan angenehm ruhig ist, laufen viele Leute mit ihren Blutooth-Lautsprechern mit schlechter Musik durch die Innenstadt, und in der Bahn zwischen Köln und Bonn sah ein kleiner Junge auf voller Lautstärke eine Kindersendung. Das muss wirklich nicht sein, passiert in Japan auch, aber nicht dermaßen häufig. Aber zurück zu unserer Schärenfahrt.

Mehr:   Gegenseitige Rücksichtnahme.

Als das Boot dann abgelegt hatte, stellte mein Mann fest, dass man dort, wo bis eben gerade noch Leute eingestiegen waren, sitzen konnte. Wir riefen also schnell meine Eltern, stellten Stühle auf und ließen uns die nächsten drei Stunden die Sonne ins Gesicht scheinen.

Die Schären sind wirklich unglaublich schön, und ganz anders als die kleinen Inseln, die man in Japan so oft sieht. Hier luken sie wie kleine dreieckige Berge aus dem Wasser, da sie durch Vulkanaktivität entstanden sind. Die Schäreninseln sind flach und sehr adrett. Wenn ich ein wenig Geld, ich hörte etwas von 2 Millionen Euro, über haben sollte, könnte ich es mir auf jeden Fall vorstellen, dort ein kleines rotes Häuschen zu kaufen. 😉

Die Fahrt war an diesem Morgen einfach perfekt. Drei Stunden reinste Entspannung mit gutem Ausblick.

Auf dem Rückweg zum Hotel wollte ich noch in ein Café, das meine schwedische Freundin mir empfohlen hatte, um eine echte schwedische Fika (oder halt „Kaffee und Kuchen“) abzuhalten. Das Vete-Katten ist ein wahres Traditionshaus mit einer köstlichen Kuchenauswahl.

Bei dem guten Wetter fanden wir leider draußen keinen Platz und aßen stattdessen im Obergeschoss des Cafés. Der Kuchen war sehr gut, aber keine Offenbarung, dafür fand ich das Ambiente des Ladens sehr schön. Wer würde auch Nein zu Kuchen sagen?

Der Zeitplan passte perfekt, um noch ein wenig über die Kungsgatan zu schlendern und in den Läden nach Mitbringseln zu gucken, bevor wir den Heimweg antreten würden. Leider guckte mich mein Mann sehr böse an, als ich eine Decke der schwedischen Firma Klippan kaufen wollte und so ließ ich es sein. Dass ich darüber noch immer etwas betrübt bin, zeigt wahrscheinlich, dass ich mich hätte durchsetzen sollen. 😉

Wir holten unsere Koffer aus dem Harry-Potter-esken Schrank unter der Treppe unseres Hotels, liefen zum Hauptbahnhof und stiegen in die Schnellbahn in Richtung Flughafen. Auch dort war wieder niemand an unseren Pässen interessiert, auch dort gab es wieder überteuertes Wasser. Wir flogen im Abendlicht zurück nach Berlin, mit Boardunterhaltung durch die fünfköpfige amerikanische Familie, die sich auf den Plätzen vor uns anzickte.

Also alles perfekt, genau, wie wir es erwartet hatten. 😉

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