Unsere Neujahrsreise.

Aus arbeitstechnischen Gründen wissen wir derzeit nicht, wann wir nach Januar wieder gemeinsam Urlaub nehmen können werden. Deswegen haben wir den Plan von “Neujahr zuhause unterm Kotatsu” umgestoßen und fahren doch in den Urlaub. 🙂

Die ursprüngliche Überlegung war Taiwan, aber das war wegen des Neujahrszuschlags* und des billigen Yen mit fast 100,000Yen (ca. 700€) pro Person zu teuer für uns. Also musste etwas inländisches her, es gibt schließlich noch immer viele Präfekturen in denen ich noch nicht war.

* Fast jeder hat vom 28. Dezember bis zum 5. Januar frei.

Wir haben uns für Kōbe (神戸) entschieden. Während es auch Angebote für Reisen mit dem Shinkansen gab, haben wir etwas mehr Geld ausgegeben um via Haneda zu fliegen. Außerdem zahlen wir etwas mehr um in einem schöneren Hotel zu übernachten. Nach unserer Neujahrsreise letztes Jahr nach Korea möchten wir einfach auf Nummer sicher gehen, dass es wirklich toll wird. Außerdem feiern wir am 4. Januar auch das fünfjährige Bestehen unserer Beziehung. 😀

Kôbe sieht von dem, was wir bisher recherchiert haben, total schön aus, mit europäischen Häusern (北野異人館, Kitano Ijinkan), niedlichen Läden und Restaurants in alten Bankgebäuden. Außerdem gibt es einen Hafen und von den Bergen in der Umgebung eine wunderschöne Aussicht auf die Stadt bei Nacht. Perfekt für romantische Tage.**

** Wir sind Ich bin so romantisch wie trocken Brot.

Außerdem werden wir wahrscheinlich Kobe-Rind essen, obwohl ich da um ehrlich zu sein gar nicht so scharf drauf bin. 😉

Tag 3, Teil 2: Kagoshima.

Nachdem wir mit der Fähre zurück nach Kagoshima gefahren waren, ging es weiter zum 仙巌園 (Sengan-en).

IMGP9516Der Landschaftsgarten wurde 1658 vom Shimazu-Clan in Auftrag gegeben, und ist für seine Aussicht auf den 桜島 (Sakura-jima) und die Bucht von Kagoshima bekannt.

Man kann ihn sich mit und ohne Führung ansehen, die zugehörige Residenz aber nur mit Führung. Mit Führung ist das Ticket etwas teurer, 1,500Yen (11,23€) statt 1,000Yen (7,49€). Für uns es sich durchaus gelohnt nur durch den Garten zu spazieren, auch wenn ich zugegebenermaßen 1,000Yen etwas happig finde. In den Gärten in Tokyo zahlt man für gewöhnlich nur 300.

IMGP9512Vor allem im Eingangsbereich gibt es einige Läden für Mitbringsel und Plunder, die ließen wir aber alle hinter uns um an die ぢゃんぼ餅 (Janbo-Mochi) zu gelangen.

Wir hatten seit dem Frühstück nämlich nichts gegessen und uns vorgenommen, den ganzen Tag über Kleinigkeiten zu uns zu nehmen.

Auf dem Gelände befindet sich außerdem ein Katzenschrein!

IMGP9532Damals wurde ein hochrangiger Mensch nach Korea entsendet und nahm neun Katzen mit. Davon kehrten leider nur zwei lebend zurück nach Japan, aber in der Zwischenzeit hatte ihr Halter eine Möglichkeit gefunden, an ihren Augen, bzw. der Größe und Form ihrer Pupillen, die Zeit abzulesen. Nachdem er nach Japan zurückgegekehrt war, ließ er im Sengan-en den Katzenschrein errichten, wo er die Katzen als Götter der Zeit ehrte. So ist das zumindest in meinem Kopf geblieben.

Unsere letzte Station war der Zentralbahnhof Kagoshima, wo wir ein bisschen Mitbringsel kaufen wollten. Irgendwie war er aber so klein, dass wir damit nach 20 Minuten fertig waren und noch immer Zeit bis zum Heimflug war.

IMGP9542Also liefen wir bis zum 天文館 (Tenmonkan), wo wir dann doch noch unsere Burger essen wollten. Ihr erinnert euch, in 熊本 (Kumamoto) haben wir es nicht geschafft, Burger zu bekommen. Kagoshima ist unter anderem für seine さつま揚げ (Satsuma-age) bekannt, frittierte Fischpaste. Also haben wir unser Verlangen nach Burgern und unser Verlangen nach Satsuma-age gleichzeitig gestillt, indem wir beim さつま揚げの薩摩屋 (Satsuma-age no Satsuma-ya) Satsuma-age-Burger aßen. Sehr lecker!


鹿児島県鹿児島市金生町7−6

Kagoshima-ken, Kagoshima-shi, Kinsei-chô 7-6

IMGP9559Als dann aber noch immer Zeit war, machten wir uns mit dem Auto auf den Weg zum 霧島神宮 (Kirishima-Jingû; Kirishima-Schrein). Angeblich kam in der Nähe dieses Schreins, oder aber auch an einer anderen Stelle in 宮崎県 (Miyazaki-ken), mit Ninigi no Mikoto das erste Mal ein Gott auf die Erde hinab.

Der Schrein ist sehr schön, aber mein Mann hat ob der ganzen Treppenstufen etwas geächzt. Ich persönlich finde es immer schade, wenn in einem alten Schrein neue Geländer und ähnliches hat, aber irgendwann geht’s da eben auch um die Sicherheit. 😉

IMGP9572Zurück gen Tokyo flogen wir nach einem Abendessen im Flughafen Kagoshima. Ziemlich teuer, aber gar nicht so schlecht. Los ging es leider erst mit einer kurzen Verspätung, die aber in der Luft irgendwie ausgeglichen wurde. Alles besser als sieben Stunden im Shinkansen zu sitzen 😉

Es war ein wirklich schöner Urlaub, ein oder zwei Tage mehr wären aber wirklich schön gewesen. Egal wie oft wir sagen, dass wir “einen ganz entspannten Urlaub” verbringen wollen, bei drei Tagen beeilt man sich doch und versucht all das, was man sehen wollte, auch wirklich zu sehen. Aber da sind wir dann wieder beim Thema “mein Mann und die Arbeit”.

Tag 3, Teil 1: Sakurajima.

IMGP9441Am Morgen des dritten und letzten Tages machten wir uns mit der Fähre auf nach 桜島 (Sakura-jima). Für uns und das Auto haben wir pro Strecke etwas über 1,100Yen (8,15€) bezahlt, die Fähren fahren eigentlich ständig.

Gleich in der Nähe des Hafens auf Sakurajima befindet sich das 桜島ビジターセンター (Sakurajima Visitor Center), in dem man sich kostenlos, auch auf Englisch, über die Insel und den Vulkan informieren kann.

IMGP9497Dank ebendieses Vulkans sieht man an vielen Stellen riesige Brocken Vulkangesteins. Die Insel ist sehr grün und wegen des Gesteins doch ganz speziell. Den Vulkan selbst sieht man von fast überall aus.

Ich hätte eigentlich gedacht, dass kaum Leute auf der Insel leben, aber falsch gedacht: Es gibt sogar mehrere Grundschulen und eine Mittelschule. Persönlich hätte ich ein wenig Angst, dass mittags plötzlich der Vulkan ausbricht. Laut des Sakurajima Visitor Centers ist so ein bisschen Asche aber eh kein Problem für die Schüler von Sakurajima: Dann geht man halt mit Gesichtsschutz und Bauhelm zur Schule.

IMGP9489In der Nähe einer solchen Schule befindet sich das 黒神埋没鳥居 (Kurokami maibotsu Torii; Kurokami begrabene Tor). Worunter ist das begraben? Vulkanasche! Ursprünglich war das Tor so hoch wie das auf dem oberen Foto.

Auch an den Straßen findet man eigenartige Hinweisschilder: “Bei Ascheausbruch Rutschgefahr”. Und wirklich sind einige Straßen mit dem feinen grauen Sand bedeckt, der dermaßen aufwirbelt, dass man kaum das Auto vor einem sehen kann.

IMGP9502Auf dem Weg zurück zum Hafen sahen wir dann vom Auto aus eine Aschewolke aus einem Krater aufsteigen! Für die Einwohner der Insel sicher mehr ein nerviges Problemchen, für uns dann doch ein Highlight. Außerdem ist mein Schwiegervater jetzt total eifersüchtig, als er letztes Mal in Kagoshima war hat der Vulkan sich nämlich gar nicht gerührt.

Bis auf den Ascheregen verursachte das übrigens kein Problem. Nach einigen Stunden auf der Vulkaninsel ging es dann wieder per Fähre zurück nach Kagoshima, wo wir den Nachmittag in der Stadt verbrachten.

Davon dann beim nächsten Mal, und dann geht es auch schon wieder nach Tokyo. 🙁

Tag 2: Kumamoto!

Gleich über der Präfektur Kagoshima (鹿児島県; Kagoshima-ken) liegt die Präfektur Kumamoto (熊本県; Kumamoto-ken). Kann ja so weit nicht sein, dachten wir uns.

IMGP9219War es dann aber irgendwie doch. Teilweise mag das an unserem komplett bescheuerten Navi gelegen haben, dass uns öfters in die Irre führte… Als wir endlich am 熊本城 (Kumamoto-jô; Schloss Kumamoto) angekommen waren, war es noch immer recht bewölkt, doch je länger wir uns dort aufhielten, umso sonniger wurde es.

Für die Schlossanlage zahlt man 500Yen (3,70€) Eintritt, es gibt aber wirklich viel zu sehen uns das Schloss ist wunderschön wiederaufgebaut worden.

IMGP9190Wenn man genug Energie hat, kann man in beiden Gebäudeteilen, die ihr auf dem Foto sieht, bis ganz nach oben laufen und den Ausblick über die Stadt genießen. Außerdem gibt es ein Schlossmuseum, welches Geschichte und Aufbau des Schlosses beschreibt. Wir waren am Samstag dort, dementsprechend viele Menschen waren natürlich auf dem Gelände, was es manchmal ein wenig anstrengend gemacht hat. Aber man kann schließlich nicht alles haben.

IMGP9245Anschließend besuchten wir noch die 旧細川刑部邸 (Kyû-Hosogawa-Gyôbu-Tei; frühere Residenz von Hosogawa Gyôbu).

Beim Anblick dieses doch recht stattlichen Anwesens und des schönen Gartens beschlossen wir, dort einzuziehen. Hach, schön wär’s 😉

In der Residenz waren außer uns nur wenige Touristen, was es nach den Massen im Schloss sehr angenehm machte. Ruhig, schön, absolut sehenswert. Der Eintritt beträgt 300Yen (2,20€).

IMGP9273Weiter ging es durch das absolut undursichtige Kumamotoer Verkehrsnetz zum くまモンスクエア (Kumamon Square). Über Kumamon habe ich schon einmal geschrieben, er ist das Maskottchen der Präfektur Kumamoto und unglaublich beliebt.

Im Kumamon Square kann man Kumamon treffen und limitiertes Merchandise kaufen. Generell hatte ich erwartet, dass es auch außerhalb des limitierten Krams viel zu kaufen gibt, doch Pusteblume. Trotzdem habe ich natürlich ein bisschen etwas mitgenommen, sonst hätte sich der Weg gar nicht gelohnt.

Weiter ging es zum 阿蘇山 (Aso-san, Berg Aso), wo wir eigentlich zu Mittag essen wollten. Leider hatte sich unser Zeitplan schon so weit nach hinten verschoben, dass das Restaurant vor unserer Ankunft geschlossen hätte. Als wir zu einem alternativen Restaurant fuhren, war das wegen einer Veranstaltung geschlossen und so aßen wir letztendlich nichts in Kumomoto. Schade.

IMGP9336Dafür machten wir uns aber auf den Weg zum 阿蘇ファームランド (Aso Farm Land). Dort gibt es einiges zu tun, wir hatten es aber auf die Capybaras abgesehen. Seit ich in unserem Reiseführer gelesen hatte, dass diese Tiere dort anfassen kann, war das ein wichtiger Punkt auf unserem Reiseplan.

Nicht nur, dass die Tiere wirklich sehr entspannt waren, nein, sie hatten auch Babys. Kleine, niedliche Capybara-Babys. 😀

Nach ausgiebigem Bespaßen der Tiere ging es für uns wieder nach Kagoshima. An die Autofahrt erinnere ich mich nicht so sehr, vor allem weil ich die halbe Zeit geschlafen habe. 😉

IMGP9416An diesem Abend wollten wir dem 黒豚 (Kuro-buta; Schwarzschwein) noch einmal eine Chance geben und gingen zum 茶寮つるや (Saryô Tsuruya) um Shabu shabu mit grünem Tee zu essen.

Das Fleisch war besser als am Vortrag und die Idee, Tee zu verwenden, ist super. Es beeinflusst den Geschmack des Fleischs zwar nur ein wenig, aber vor allem das Gemüse schmeckt gleich viel besser! Könnte man auch gern so in Tokyo anbieten.

Nachdem wir ins Hotel zurückgegekehrt waren, ging es wieder in den Onsen mit Blick auf den Vulkan um dann ins Bett zu fallen. Der nächste Tag war der letzte. Schade.