Filme: Giraffen mit Flügeln*

Vor jedem Film, den wir in letzter Zeit im Kino gesehen haben, lief der Trailer für 麒麟の翼 (Kirin no Tsubasa). Für den Göttergatten war das zu düster, weswegen ich den Film endlich letzten Freitag mit meiner Schwiegermutter gesehen habe. Dank der habe ich auch erfahren, dass es für die Kino-Kette (TOHO Cinema) eine Punktekarte gibt. Für 500 Yen (4,90€) bekommt man die und wenn man sich sechs Filme angeguckt, ist die siebte Karte kostenlos. Am Dienstag bekommt man auch günstiger ins Kino. Schön ist das.

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©東宝

麒麟の翼 Kirin no Tsubasa (2012) (Trailer)

Regisseur: Doi Nobuhiro

Darsteller: Abe Hiroshi, Aragaki Yui, Mizobata Junpei, Matsuzaka Toori

Eines Nachts taumelt ein Mann zur Nihonbashi und fällt, mit einem Messer im Bauch, um und verstirbt im Krankenhaus. Die Polizisten Kaga und Matsumiya machen sich an den Fall, doch der Täter scheint schnell gefunden. Mit der Tasche des Opfers in den Händen wird der direkt nach der Tat angetroffen und wird auf der Flucht von einem LKW ergriffen und liegt im Koma. Kaga und Matsumiya suchen nach Beweisen und dem Hintergrund der Tat.

Persönliche Meinung: Vom Trailer her dachte ich, dass es ein lustiger (daran ist die Musik schuld) Detektivfilm wäre, dem ist aber nicht so. Ein Großteil des Filmes handelt davon, welche Folgen das Verbrechen auf die Familie des Opfers und des Verdächtigen hat, während die beiden Polizisten versuchen Licht ins Dunkel zu bringen. Ich mag zwar, um ehrlich zu sein, Detektivfilme mehr, aber Kirin no Tsubasa war unter keinen Umständen schlecht, sondern recht spannend erzählt und mit überraschenden Wendungen. Geheult hab ich auch, aber das muss ich ja nun nicht mehr bei jedem Film, den ich sehe, schreiben, oder?

P.S.: Der Abe Hiroshi ist sooo groß! Ein Monsterjapaner, mit fast 190cm Körpergröße.

* Das chinesische Sagentier Qilin, das im Film eine Rolle spielt, hat dieselben Kanji (麒麟) und wird genau gesprochen wie das Wort für “Giraffe”, Kirin.

Filmzeit: しあわせのパン

Am Samstag Abend waren wir im Kino, in einem Film, der erst an dem Tag im ganzen Land anlief (in Hokkaido eine Woche früher), ansehen. Natürlich mit dem Lieblingsschauspielers des Göttergatten, Ôizumi Yô. Der Saal war leider recht leer, dabei ist es ein wunderschöner Film.

©アスミック・エース

しあわせのパン Shiawase no Pan (2012) (Trailer)

Regisseur: Mishima Yukiko

Darsteller: Ôizumi Yô, Harada Tomoyo

Ein Ehepaar zieht von Tokyo nach Hokkaido und eröffnet ein Café mit Bäckerei, um den Depressionen der Frau entgegen zu wirken. Auf dem Land verändern sie das Leben ihrer Gäste mit kleinen Gesten und viel gutem Essen, und werden dadurch selbst freier.

Persönliche Meinung: Shiawase no Pan ist ein Film voller Liebe und voller Glück. Das Ehepaar wird wunderbar gespielt, und man merkt immer, wie sehr die beiden sich lieben, auch wenn im ganzen Film ein kurzes Händchenhalten das höchste der Gefühle ist. Man begleitet die beiden und die Landschaft durch die vier Jahreszeiten, wobei jede Jahreszeit einen eigenen kleinen Plot mit den Gästen, die ins Café kommen, hat. Alle der Charaktere sind mir über die kurze Zeit ans Herz gewachsen, und ich war ehrlich daran interessiert, ihnen zuzusehen. Der Film ist ruhig, ohne langweilig zu werden, und zeigt wunderschöne Landschaftsbilder und natürlich unglaublich gutes Brot.  Falls man ein bisschen was für so etwas übrig hat, sollte man sich den Film auf jeden Fall ansehen. Gut verbrachte 114 Minuten.

Filme. Zwei.

Heute habe ich nach der Arbeit eigentlich nur aufgeräumt (und im Internet herumgehangen, um ganz ehrlich zu sein), deswegen gibt es nur ein paar Filme, die ich gesehen habe.

 

プリンセス・トヨトミ Princess Toyotomi (2011) (Trailer)

 

Regisseur: Suzuki Masayuki

Darsteller: Tsutsumi Shinichi, Haruka Ayase, Okada Masaki

Drei Mitarbeiter des japanischen Rechnungshofes machen sich auf nach Osaka, um die Bücher zu prüfen. In einer Firma vergisst der ranghöchste sein Handy nachdem alles überprüft wurde, und muss dann, als er erneut in das Gebäude geht, davon überrascht, dass alle Mitarbeiter und Unterlagen verschwunden sind. Beim nächsten Besuch sind sie wieder da. Um daraus schlau zu werden, untersuchen sie das Gebäude weiträumiger und stoßen schließlich auf ein unterirdisches Tunnelsystem einer Geheimgesellschaft.

Persönliche Meinung: Ursprünglich wollten wir den Film im Kino sehen, haben ihn uns aber zum Glück nur auf DVD ausgeliehen. Der erste Teil des Films war wirklich gut. Die drei Hauptcharaktere sind witzig, es gibt überzeichnete Szenen von Buchprüfungen und einem wird viel Sehenswertes von Osaka gezeigt. Dann kommt allerdings ein Schulmädchen und ihr Schulfreund, der ein Mädchen sein möchte*, ins Spiel, der Geheimtunnel wird gefunden und alles wird nur komisch und erinnert an Verschwörungstheorien. Der Welt eines Films, die, bis auf die Verschwörung, mit unserer identisch ist, nehme ich einfach nicht ab, dass diese Verschwörung um Osaka zu einem von Japan unabhängigen Stadtstaat zu erheben irgendwie unbemerkt bleiben konnte. Trotzdessen nahm sich der Film in der zweiten Hälfte dermaßen ernst, dass es mir beim Zuschauen ein bisschen peinlich war. Schade.

* Er bekommt kein vernünftiges Ende. Es wird auch nicht näher auf die Problematik eingegangen. An sich hätte man ihn vollkommen aus dem Spiel lassen können und nichts hätte sich geändert. Auch das ist schade.

 

©松竹

子ぎつねヘレン Kogitsune Helen (2006) (Trailer)

 

Regisseur: Kono Keita

Darsteller: Osawa Takao, Fukasawa Arashi

Taichi wird von seiner Mutter in Japan zurückgelassen, als sie für einen Auftrag ins Ausland fliegt. Eines Tages sieht er nach der Schule auf dem Heimweg einen kleinen Fuchs, der nicht wegläuft und nimmt ihn mit in sein vorrübergehendes Heim, das Haus eines Tierarztes. Der ist anfangs gegen das neue Tier, weil er sich auch so unentgeldlich um Wildtiere kümmert und nicht weiß, ob der Fuchs gefährlich ist. Nach einiger Zeit stellt sich heraus, dass der Fuchs, Helen genannt, taub und blind ist. Doch Taichi lässt sich nicht davon abbringen, den Fuchs gesundpflegen zu wollen, und blüht dabei auch selbst auf.

Persönliche Meinung: Ich habe ganz viel geweint. Der Göttergatte hat sich geweigert den Film mit mir zu sehen, weil in Tierfilmen eh immer alle sterben. Es ist ein Kinderfilm, was man teils auch merkt, aber insgesamt wird realistisch gezeigt, wie ein Grundschüler sich in eine Idee hereinsteigert und Erwachsene, die durchaus auch die Risiken sehen, für den großen Feind hält – obwohl auch der Erwachsene hier nicht ganz lupenrein ist, und versucht den Fuchs aus dem Haus zu bekommen. Aber hey, Babyfuchs!

Mal wieder: Filme.

Wenn das Wetter schlecht wird, oder wir nichts zu tun haben, leihen wir uns DVDs und lassen uns berieseln. Diesmal mit den Filmen der letzten paar Wochen.

©ドリームステージピクチャーズ
©アットムービー・ジャパン

Simsons (2006)

Regisseur: Satô Yûichi

Darsteller: Katô Rosa, Fujii Mina, Hoshii Nanase, Takahashi Mai, Ôizumi Yô

Wako lebt in einem kleinen Dorf auf Hokkaido, das bekannt ist für seine Muscheln und fürs Curling. Sie wünscht sich für ihr Leben etwas mit mehr Funkeln. Ihr Traummann ist ein bekannter Curlingstar, und als er sie fragt, ob sie nicht in sein Curlingteam eintreten wolle, behauptet sie, dass sie Curling spielen könnte und muss, mit zwei unerfahrenen Freundinnen und einer Mitstreiterin auf Profilevel, die eher genervt als erfreut über die neuen Teammitglieder ist, trainieren, um an einem Hokkaido-weiten Curlingtournier teilnehmen zu können.

Persönliche Meinung: Obwohl der Film, als Sportfilm über und für Oberstuflerinnen, teils sehr vorhersehbar ist, hat er mich doch mitgerissen und letztendlich musste ich sogar ein paar Tränchen wegdrücken. Was als Schwärmerei für ein Idol beginnt, entwickelt sich zu ehrlichem Ehrgeiz im Sport und zeigt, wie man in einer Niederlage siegreich sein kann.

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©東宝

The Magic Hour (2008) (Trailer)

Regisseur: Mitani Kôki

Darsteller: Satô Kôichi, Tsumabuki Satoshi, Fukatsu Eri, Ayase Haruka, Nishida Yoshiuki

Bingo wurde mit der Frau des örtlichen Yakuza-Bosses erwischt und kann seinen und ihren Hals nur retten, als er behauptet einen legendären Auftragsmörder zu kennen und Kontakt mit ihm herstellen zu können. Da das absolut nicht der Realität entspricht engagiert er kurzerhand einen Schauspieler und verkauft ihm das Treffen mit seinem Boss als Filmdreh.

Persönliche Meinung: Der Film nimmt sich selbst über große Strecken nicht ernst, und spielt mit Themen aus Gangsterfilmen aus viel früheren Jahren, obwohl er im Heute spielt. Wie Bingo versucht den Schauspieler immer im Glauben zu lassen, in einem Film aufzutreten, und wie der Schauspieler, der sonst keine Aufträge bekommt, absolut keinen Schimmer hat, ist lustig anzusehen, tut aber teils auch weh. Mit über zwei Stunden Laufzeit fühlt sich der Film teilweise etwas gestreckt an.

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©クロックワークス

After School (2008) (Trailer)

Regisseur: Uchida Kenji

Darsteller: Ôizumi Yô, Sakai Masato, Sasaki Kuranosuke, Tokiwa Takako

Freunde des Lehrers Jinno erwarten ein Baby, doch eines Morgens verschwindet der Vater des Kindes, Kimura, und taucht auch nach der Geburt seines Kindes am selben Tag nicht mehr auf. Am nächsten Tag wird Jinno von einem Privatdetektiv, der sich als ehemaliger Mitschüler ausgibt, mit einem Foto, dass Kimura mit einer fremden Frau zeigt, konfrontiert. Auf der Suche nach Kimura geraten die beiden in die japanische Unterwelt und stellen fest, dass die Firma, in der Kimura arbeitet, Verbindungen dorthin hat.

Persönliche Meinung: Ich mag Filme, in denen man im Dunkeln darüber gelassen wird, was wirklich passiert und wer wen in der Hand hat. Dies ist einer dieser Filme, die mit vielen später erklärten Auslassungen und Wendungen Spannung aufbauen, und trotz aller Ernsthaftigkeit ein wenig Platz für Humor lassen. Kann man sich auf jeden Fall ansehen, obwohl es kompliziert sein dürfte, da der Film scheinbar nie im Ausland veröffentlicht wurde.

Außerdem, aus der Reihe “Westliche Filme, die man sich sparen kann”:
9 (2009) Langweilig, bei mir ist keinerlei Sympathie für die Charaktere aufgekommen, und letztendlich hat mich nicht interessiert, ob und wie sie überleben.

An Invisible Sign (2010) Charaktere, die dermaßen überzeichnet und rein unsympathisch sind, dass wir uns ab Minute 30 wirklich durch den Film quälen mussten.