Filmzeit: Thermae Romae 2.

Am Samstag lief テルマエ・ロマエⅡ (Thermae Romae 2) in den Kinos an, und mein Mann und ich mussten natürlich sofort hin. Ohne groß Worte zu verschwenden:

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(c)「 テルマエ・ロマエⅡ」製作委員会

テルマエ・ロマエⅡ Thermae Romae Ⅱ (2014) (Trailer)

Regisseur: Takeuchi Hideki

Darsteller: Abe Hiroshi, Ueno Aya, Ichimura Masachika

Der ideenlose Thermenarchitekt Lucius wird beauftragt ein Bad zu entwickeln, dass den Gladiatoren hilft nach ihren Kämpfen zu genesen. Er landet durch einen Wasserstrudel im Japan des 21. Jahrhunderts und lernt immer neue Dinge, die er dann im alten Rom umsetzt. Doch seine “Erfindungen” sind zu erfolgreich in der Beruhigung der Massen und bescheren ihm Feinde in Menschen, die gar nichts davon halten, dass Rom plötzlich friedfertig geworden ist.

Persönliche Meinung: Dieser Film ist etwas mehr episodenhaft als der erste. Zuerst muss Lucius eine Therme für Gladiatoren, dann eine für Kinder, dann eine für den an der Front zitternden nächsten Kaiser, erfinden und findet seine Ideen jeweils im modernen Japan. Im Hintergrund wird eine übergreifende Geschichte erzählt, sie tritt jedoch erst zum Ende des Films hin in den Vordergrund. Er war trotzdem wirklich lustig, auch wenn ich das Gefühl hatte, dass Elemente, die im ersten Film beliebt waren, übermäßig eingesetzt wurden. Wie die japanische Kultur im alten Rom umgesetzt wird, ist auf jeden Fall spaßig anzusehen, man muss aber wahrscheinlich zumindest ein wenig über die japanische Badekultur wissen. 🙂

Das Tal der Tränen: ツレがうつになりまして。

Habe ich eigentlich jemals erzählt, dass mein Mann und ich in Sachen Filmgeschmack nur bedingt kompatibel sind? Action-Filme können wir ohne Weiteres zusammen sehen, vernünftige Komödien auch, Liebesfilme mit etwas Zähneknirschen meinerseits, aber da hört es eigentlich schon auf. Mein Mann kann keine traurigen oder übermäßig ernsten Filme sehen. Keine komplizierten Filme, die einen nachdenklich zurücklassen. Dafür hat er ein Faible für absolut dämliche Komödien.

Generell bin ich bei Filmen ja eine ziemliche Heulsuse*, ob nun im Kino oder zuhause, zusammen mit meinem Mann oder allein. Letzten Freitag war ich bei Tsutaya um eine DVD auszuleihen, letztendlich wurden es vier und an der Kasse wurde mir gesagt, dass es günstiger sei fünf auszuleihen. Also schnell noch einmal durch die Regale getigert und einen Film geschnappt, den ich eigentlich schon im Kino sehen wollte aber aus obengenannten Gründen nicht sehen konnte.

* Dinge, die mich garantiert zum Weinen bringen: Traurige Geschichten, tragische Geschichten, schöne Geschichten, weinende Menschen. Falls sich irgendjemand fragen sollte: Ja, ich heule bei so gut wie jedem Film.

(C) 2011「ツレがうつになりまして。」製作委員会

(C) 2011「ツレがうつになりまして。」製作委員会

ツレがうつになりまして。 Tsure ga Utsu ni narimashite. (2011) (Trailer)

Regisseur: Sasabe Kiyoshi

Darsteller: Sakai Masato, Miyazaki Aoi

Tsure fällt es immer schwerer zu essen, zu schlafen und zur Arbeit zu gehen. Eines Morgens eröffnet er seiner Frau Haruko, einer recht erfolglosen Mangazeichnerin, dass er sterben möchte. Bei einem Arztbesuch bekommt er die Diagnose “Depression” und im Rest des Films geht es darum, wie diese Krankheit das Leben der beiden verändert.

Persönliche Meinung: Ihr erinnert euch an den Absatz darüber, dass ich viel weine. Ich habe bei diesem Film sowas von geweint, von Anfang bis Ende, obwohl eigentlich klar war, wie er endet. Bis auf eine etwas fantastische Sequenz gegen Ende des Films fand ich ihn wirklich gut und sehenswert. 🙂 Wenn ihr auch nur ein wenig wie ich sein solltet müsst ihr aber vorher überprüfen, ob euer Taschentuchvorrat ausreicht. Es ist nicht nur eine Geschichte über eine Krankheit, die viele Leute betrifft, sondern auch eine Geschichte über die Liebe. 🙂

Wochenende: Chinesischer Soda-Onsen.

Normalerweise sind wir am Wochenende eher faul, dann gehen wir höchstens kurz einkaufen. Mein Mann hat laut Eigenaussage nämlich nicht genug Energie, um etwas zu tun. Alles so anstrengend.

20140201_161932Dieses Wochenende war aber etwas anders. Am Samstag ging es los nach 箱根 (Hakone) zu einem Onsen! Diesmal waren wir beim 箱根湯寮 (Hakone Yuryô), das im Internet sehr hohe Bewertungen erhalten hatte. Als wir ankamen grüßte uns ein Schild, dass der 大浴場 (Daiyokujô; große Badeort, das Bad für alle) derzeit voll und der Einlass begrenzt sei. Zum Glück hatten wir aber vorher ein Privat-Zimmer (貸切個室露天風呂 kashikiri koshitsu rotenburo) reserviert und wurden in das Gemeinschafsbad gelassen.

Die ganze Anlage war sehr schön, neu und sauber und auch der Onsen war sehr angenehm. Nicht so heiß, dass man es gar nicht aushalten könnte, aber sehr entspannend. Wir hatten ausgemacht, dass wir uns um 17 Uhr 15 vorm Eingang treffen würden, aber weil ich es nie so lange aushalte, war ich schon zehn Minuten früher wieder draußen. Zu meiner Überraschung mein Mann auch, im Männerbad waren laut seinen Schilderungen unglaublich viele Leute. Als wir uns im Pausenraum ausruhten sah ich auch, was er meinte: Gruppen über Gruppen von männlichen Studenten.

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Zum Glück hatten wir das Privatzimmer gebucht. Für 3,800Yen (27,60€) hatten wir ein Zimmer nur für uns, mit einem kleinen Bad unter freiem Himmel. Außerdem hatten wir schon vorher Leihhandtücher bekommen, die in dem Angebot für das Privatzimmer enthalten waren, sonst muss man sie kaufen. Beim nächsten Mal würden wir wahrscheinlich nur das Privatzimmer nutzen, es war wirklich hübsch und vor allem waren keine anderen Menschen dort.

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(字)steht für 字幕 (jimaku; Untertitel) im Gegensatz zu  吹き替え (fukigae; Synchronisation)

Als wir um halb sieben gen Tokyo fuhren waren wir noch nicht erschöpft, und so wurde beschlossen, dass wir ins Kino gehen würden. Mighty Thor: The Dark World lief nämlich erst am 1. Februar in Japan an. Den Film an sich fanden wir nicht so umwerfend, aber bei TOHO Cinemas kosten alle Tickets für den ersten des Monats nur 1,000Yen (7,25€) statt 1,800Yen (13,07€), es war also kein großer Verlust. Kostenlos dazu gab es kurzweiliges Entertainment dank des Tickets: Auf Japanisch heißt der Film マイティ・ソー ダーク・ワールド (Maiti Sô Dâku Wârudo), der Titel war aber zu lang um auf die Tickets zu passen. So wurde nach ダ abgeschnitten und es ist plötzlich nicht Mighty Thor, sondern Mighty Soda (マイティ・ソーダ).

Ich bin der Gott der kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränke!

Valentinstags-Donut.

Nach diesem Samstag machten wir es uns am Sonntag Morgen bis Mittag gemütlich, aßen Donuts und schliefen. Abends trafen wir uns dann mit einem chinesischen Studienkollegen meines Mannes, der nach sechs Jahren in Japan demnächst aus familiären Gründen nach China zurückkehren wird.

Die ganze Geschichte werde ich hier natürlich nicht wiederkäuen, aber stellt euch ein verrücktes koreanisches Drama mit Kindheitsfreundinnen, Auslandsaufenthalten, Spionen, Schauprozessen, einer labilen Mutter und einer Ex-Freundin, die noch in derselben Wohnung lebt, vor. Egal, was dabei rauskommt, es ist wahrscheinlich nicht halb so unglaublich wie die Wahrheit.

Es wurde also vier Stunden lang getrunken und geredet, und ich glaube es hat dem Freund geholfen Bestätigung zu bekommen – die Situation jetzt ist gelinde gesagt kompliziert, aber letztendlich wird es das beste für alle Beteiligten sein. Das nächste Mal sehen wir uns wohl in Peking.

Außerdem hat es heute in Tokyo geschneit. Verrückte Welt.

So viele Buchstaben, so viele Worte.

Diesen Blog betreibe ich seit fast drei Jahren, viele Besucher haben die meisten meiner Einträge gelesen, langsam bin ich mutig genug, um euch ein wenig mehr Privates anzuvertrauen.

Ich hoffe also nicht zu große Besorgnis auszulösen, wenn ich euch mein größtes Problem gestehe: Ich habe haufenweise Bücher, die ich noch nicht gelesen habe. Einige Bücher wurden mir empfohlen, andere habe ich von meiner Schwiegermutter bekommen und wieder andere — ich weiß nicht? Nach unruhigen Nächten erwache ich und muss feststellen, dass sich schon wieder ein Buch in meine Sammlung geschlichen hat.

Dieses Jahr habe ich mir vorgenommen 30 Bücher zu lesen. Bisher habe ich vier ausgelesen, eines lese ich (“The Aquariums of Pyongyang” von Kang Chol-Hwan). 15 habe ich ungelesen auf dem Kindle oder im Bücherregal. Fünfzehn! Tatsächlich im Bücherschrank stehen davon zum Glück nur fünf und zwar die japanischen Bücher, die ich von meiner Schwiegermutter bekommen habe.

Auf Japanisch zu lesen ist eigentlich kein Problem. Wenn ich nicht so schrecklich faul wäre. Ich bin ein ziemlich schneller Leser, nicht weil ich eine Technik hätte, sondern weil ich Übung habe. In der Grundschule fanden das die anderen Kinder immer sehr eigenartig. Ich habe einfach auch schon als Kind sehr gern und viel gelesen. Am schnellsten lese ich natürlich auf Deutsch, Englisch geht auch recht fix, wenn es zu Japanisch kommt geht diese Lesegeschwindigkeit aber sehr zurück. Zudem ist Japanisch zu lesen etwas anstrengend.

Dass die japanischen Bücher liegenbleiben ist also reine Faulheit. Dass die deutschen und englischen Bücher auf der Speicherkarte verstauben liegt daran, dass ich zu viele kaufe. Theoretisch müsste ich bei meiner derzeitigen Lesegeschwindigkeit bis Juni keine Bücher mehr kaufen. Praktisch sind Bücher aber so ein guter Einkauf. Bei Büchern denke ich nie, dass ich einen sinnlosen Kauf getätigt habe. Bücher sind immer gut. Bücher hat man nie genug. Bücher ♥

Bücher haben bringt nichts, wenn man sie nicht auch liest. Und so nehme ich mir vor mehr zu lesen oder zumindest keine neuen Bücher zu kaufen, bis ich zumindest die Hälfte der derzeitig ungelesenen Bücher abgearbeitet habe. Außerdem gelobe ich wieder mehr Japanisch zu lesen. Vier von 26 Büchern im Vorjahr ist zu wenig.

Ungelesene Bücher, derzeit:

  1. Émile Zola – The Ladies’ Paradise
  2. John Sweeney – Elephant Moon
  3. F. Scott Fitzgerald – The Great Gatsby
  4. Silke Nowak – Schneekind
  5. John Silver – Thomas Edison: Resurrector
  6. James Whitworth – The Eve of Murder
  7. Charles Dickens – A Christmas Carol
  8. John Green – Looking for Alaska
  9. Peter Silverton – Filthy English
  10. Ken Robinson – Finding your Element
  11. 東野圭吾 (Higashino Keigo) – 容疑者Xの献身 (Yôgisha X no Kenshin)
  12. 東野圭吾 (Higashino Keigo) – 流星の絆 (Ryûsei no Kizuna)
  13. 東野圭吾 (Higashino Keigo) – 夜明けの街で (Yoake no Machi de)
  14. 東野圭吾 (Higashino Keigo) -白夜行 (Byakuyakô)
  15. 三島有紀子 (Mishima Yukiko) – しあわせのパン (Shiawase no Pan)