Kontoeröffnung.

Am Dienstag habe ich das erste Mal seit sechs Jahren ein neues Konto eröffnet. Banken in Japan sind teils etwas anders als in Deutschland, ein Konto zu eröffnen ist aber eigentlich ganz einfach. 🙂 Hier ein kurzer Eintrag für alle, die nach Japan kommen und ein Konto brauchen.

Zu welcher Bank sollte ich gehen?

Da es in Japan Geld kostet Geld von einer Bank zu einer anderen zu überweisen, wird euch wahrscheinlich euer Arbeitgeber versuchen vorzugeben, zu welcher Bank ihr gehen sollt. Mein erster Arbeitgeber wollte, dass ich zu 東京三菱UFJ (Tôkyô Mitsubishi UFJ) gehe, deswegen bin ich dort. Ansonsten: Schaut was in eurer Nähe oder in der Nähe eurer Arbeit ist. An den Geldautomaten anderer Banken Geld abzuheben kostet Gebühren!

Ich habe mich natürlich für's Quietschdesign entschieden

Ich habe mich natürlich für’s Quietschdesign entschieden

Was brauche ich, um ein Konto zu eröffnen?

① Irgendeine Art von Ausweis mit Namen und Adresse, bei den meisten 在留カード (Zairyû Card; Residence Card)

② はんこ (Hanko; Namensstempel), manchmal reicht auch die Unterschrift

Um meinen Namen mit Kanji nutzen zu können, musste ich außerdem ein Dokument mit ebendiesen Kanji vorzeigen, in meinem Fall meine Versicherungskarte.

Bei der ゆうちょ銀行 (Yûcho-Ginkô; Postsparbank) musste ich auf dem Antragsformular jediglich Namen, Adresse, Geburtsdatum und gewünschte Kontoform wählen. Außerdem darf man sich in Japan den PIN selbst aussuchen, er wird entweder im Antragsformular abgefragt oder man gibt ihn auf einem Pad ein. Der PIN kann oft im Nachhinein am Kontoautomaten geändert werden. Außerdem wollte man wissen, welcher Tätigkeit ich nachgehe, also ob ich Schülerin, Hausfrau, Angestellte, etc. bin.

Direkt in die Hand gedrückt bekommt man sein 通帳 (Tsûchô; Sparbuch), bis man die Cash Card zugesendet bekommt, dauert es ein wenig länger. Vorsicht: Mit Cash Cards kann man nicht im Laden bezahlen, sie sind nur zum Geldabheben gedacht. Debit-Karten gibt es auch, sie werden aber nicht automatisch ausgehändigt.

Und wie schaut’s mit einer Kreditkarte aus?

Das kommt leider ganz drauf an. Ich habe ohne Probleme eine Kreditkarte bekommen, aber die Anträge einiger Bekannter wurden immer und immer wieder abgelehnt. Man kann es natürlich immer versuchen.

An sich ist es wirklich nicht großartig kompliziert. Ich wurde übrigens damals erst mal damit abgekanzelt, dass man erst nach einem halben Jahr in Japan ein Konto eröffnen könnte – totaler Stuss. Dass ihr erst ein in Japan gültiges Ausweisdokument braucht, ist klar, aber das bekommt man inzwischen ja bei der Einreise nach Japan. 🙂

Alles ganz simpel, also keine Sorge! 😀

Weihnachten kommt in großen Schritten.

Heute haben wir das dritte Türchen unseres Star Wars Adventskalenders geöffnet. Das heißt, es sind noch genau drei Wochen bis Weihnachten. Wollt ihr mal raten, wie viele Geschenke ich schon gekauft habe? 😉

Geschenkekaufen ist durchaus nicht meine größte Stärke – ich weiß nie was ich kaufen soll und meine Auswahl ist auch nicht immer spot on. All das wird natürlich dadurch verkompliziert, dass ich spätestens eine Woche* vor Weihnachten alles rausschicken muss, dass es möglichst klein und vor allem leicht sein muss, und dass ich nicht einfach zum Bücherkaufhaus Dussmann spazieren und jedem einen Gutschein kaufen kann.

* Wenn ich mit EMS sende, bei der viel günstigeren Airmail sind’s sogar zwei Wochen.

Was ich wirklich gern verschenke ist Tee. Lupicia ist mein liebster japanischer Teeladen, jedes Jahr zu Neujahr kaufen wir dort eine Wundertüte (福袋) und trinken den Tee den Rest des Jahres. Jedes Jahr zu Weihnachten gibt es dort unglaublich gut riechende Weihnachtstees und Neujahrstees. Nun weiß ich natürlich gar nicht, wie viel Tee meine Familie in Deutschland so verbraucht, es gibt trotzdem eiskalt jedes Jahr neuen. 😉

Ansonsten fand ich HeatTech, diese superwarmen Klamotten von Uniqlo, eigentlich immer super, aber jetzt werden die ja auch in Deutschland verkauft. 🙁 Globalisierung, du zerstörst mir meine Geschenkideen.

Bis nächste Woche werde ich also noch ein paar kleine Sachen finden müssen. Weil Weihnachten natürlich auch dieses Jahr wieder ganz unerwartet gekommen ist. 😉

Was verschenkt ihr gern? Habt ihr irgendwelche Geschenkideen, auf die ihr im Notfall zurückfallt? Helft mir!

Alle Jahre wieder: 忘年会.

忘年会 (Bônenkai(s)), die großen Feiern um das Jahr zu vergessen, sind wieder da. Während es mich im ersten Jahr nach der Hochzeit noch ziemlich aufgeregt hat, dass mein Mann trinken gehen muss, habe ich inzwischen resigniert.

Letzten Donnerstag war es bei ihm so weit, er kam nach der 2次会 (Ni-ji-kai)* nach Hause und übergab sich erst einmal. Was billiger Wein halt mit einem so macht. Auch am nächsten Morgen hing er über dem Kloschüssel, wollte aber partout nicht zu Hause bleiben, das sei schlecht für den Ruf. Wenn er meint, schließlich ist er kein Kind, das vor sich selbst beschützt werden muss.

* Es ist die Party nach der Party an einem anderen Ort. Und man kann hochzählen, es gibt also auch die 3次会 (San-ji-kai).

Meine Bônenkai war am Samstag, zwei Stunden 飲み放題 (Nomihôdai; All-You-Can-Drink) und Essen. Da ich in der Nacht von Freitag auf Samstag mit übelsten Magenschmerzen aufwachte und es mir trotz des Kaufs eines neuen Paars Schuhe nicht unglaublich gut ging, bin ich aber nach diesen zwei Stunden schon abgehauen und habe den Rest des Abends in inniger Umarmung mit meiner Wärmflasche verbracht.

Habt ihr auf Arbeit (statt Bônenkai) Weihnachtsfeiern? Ist das auch nur eine Trinkveranstaltung, oder geht es etwas besinnlicher zu?

Zur dunklen Seite der Macht.

Mein Mann und ich machten uns am Sonntag im etwas angetrunkenen Zustand* auf zu Docomo, unserem Handy-Anbieter. Eigentlich wollten wir nur nachfragen, wann wir denn endlich kostenlos aus unserem Vertrag aussteigen können. Wir wollten wieder zurück zu au (englisch ausgesprochen A-U).

* Erkennt hier jemand ein Muster? 😉

via au

Kurz vorweg: Ich habe keine Ahnung von Handyverträgen in Deutschland. 2009 bis 2011 hatte ich zwar ein deutsches Handy mit Vertrag, aber bis auf “Versatel ist scheiße” ist da nicht viel hängengeblieben.

Die Handyanbieter in Japan haben ein ganz großes Problem: Der Markt ist gesättigt. Kinder werden quasi automatisch in die Verträge ihrer Eltern aufgenommen, so dass für gewöhnlich eine ganze Familie bei einem Anbieter ist. Wie bekommt man neue Kunden? Indem man sie voneinander abwirbt. So ist es in Japan eigentlich immer günstiger von einem anderen Anbieter zu wechseln (他社から乗り換えTasha kara Norikae) als einfach so einen neuen Vertrag (新規契約 Shinki Keiyaku) abzuschließen.

Was kann man als Anbieter dagegen tun, dass einem die Leute bei jeder Aktion eines Mitbewerbers abspringen? Man macht es unglaublich teuer aus einem Vertrag auszusteigen**. Bisher hing es immer davon ab, wie viel Laufzeit der Vertrag noch hatte. 6 Monate vor Auslaufen des Vertrags auszusteigen war also teurer, als wenn man es einen Monat vorher tat. Das ist leider nicht mehr so.

** Kann man das in Deutschland überhaupt?

Inzwischen muss man seinen zwei-Jahres-Vertrag im 25. Monat kündigen, um nichts zahlen zu müssen. Bei Docomo werden ansonsten ca. 10,200yen (ca. 70€) fällig, plus Bearbeitungsgebühren, wenn man seine Nummer mitnehmen möchte, von ca. 3000yen (ca. 20€) – Pro Gerät. Die Verträge für unsere Handys liefen zwar beide auf meinen Namen, der eine wurde aber im Dezember und der andere im Juni abgeschlossen – eigentlich hatten wir keine Lust mehr zu warten.

Wir haben einfach in den sauren Apfel gebissen, uns eine MNP予約番号 (MNP Yoyaku Bangô; MNP Auftragsbestätigungsnummer) geben lassen und sind am Montag, dem 勤労感謝の日 (Kinrô Kansha no Hi; Tag des Dankes für die Arbeit) gleich morgens zu au (dem Netzanbieter) gelaufen.

Irgendwie hatte ich erwartet, dass sich au ein bisschen damit haben könnte, dass ich Ausländerin bin, und sie fragten tatsächlich nicht nur nach meiner 在留カード (Zairyû Card; Residence Card), sondern auch nach meinem Pass. Anders als meiner Erfahrung nach in Deutschland, wird in Japan jeder Vertrag langatmig durchgegangen, damit man auch wirklich versteht, was man da unterschreibt. Nach rund einer Stunde hatten wir neue Handys in der Hand.

iphoneZwei iPhone 6 mit 128GB. Ja, wir sind jetzt auf der dunklen Seite der Macht, aber es ist schon ziemlich chic hier. 😉 Was ich festgestellt habe: Letztendlich ist es nicht schwieriger von einem Android zu einem iPhone umzusteigen, als seine Daten von einem alten Android auf ein neues zu bekommen. Was mir nur noch etwas fehlt ist die “Zurück”-Taste…

Gleich daraufhin fuhren wir zu Yodobashi Camera nach Akihabara und fanden uns vor einem vollkommen neuen Problem: Mit den Samsung-Handys hatten wir immer eine extrem kleine Auswahl an Hüllen, beim iPhone gibt es so viele, dass man sich gar nicht entscheiden kann. 😉 Letztendlich ist es eine rote Hülle von der schwedischen Firma Krusell geworden.

Insgesamt ein ziemlich teures Unterfangen, aber wir hatten ja eh nicht vor dieses Jahr noch in den Urlaub zu fahren…