Ich hatte Geburtstag.

521649dc4eb611e3b7f812595175ceb2_8Gestern war mein Geburtstag, der 24.! 😀

24 ist für mich aus irgendeinem Grund ziemlich groß, als müsste ich jetzt endlich erwachsen werden. Objektiv gesehen bin ich wahrscheinlich ziemlich erwachsen, verheiratet und mit Job und selbstfinanzierten Urlauben, aber so richtig erwachsen fühle ich mich nicht. Gerüchten zufolge gibt es diesen Moment, von dem an man weiß, dass man erwachsen ist, und einem plötzlich alles klar ist, sowieso nicht. 😉

IMGP9588Über mein Geburtstagessen mit meinem Mann habe ich schon geschrieben, am Samstag waren wir mit meinen Schwiegereltern essen und ich habe mein Geschenk von ihnen und den Schwiegergroßeltern bekommen: Eine wunderschöne Tasche! ♥ Sie ist von der japanischen Marke Samantha Thavasa und ich habe mich in sie verliebt, als ich sie das erste Mal im Laden gesehen habe.

Die Tasche war ziemlich teuer, aber meine japanische Familie hat in der Hinsicht eh ganz andere Maßstäbe als meine deutsche. Was absolut nicht negativ gegenüber meinen eigenen Eltern gemeint ist, wirklich. 🙂

IMGP9589Meine Eltern haben mir per Amazon schon letzten Monat zwei Bücher zukommen lassen, Graham Moores “The Sherlockian” und John Greens “The Fault in Our Stars”. Natürlich konnte ich mich in der Zeit zwischen der Ankunft des Pakets und meinem Geburtstag nicht beherrschen und habe sie beide schon gelesen. Wirklich empfehlenswert, auch wenn ich bei “The Fault in Our Stars” Rotz und Wasser geheult habe.

Alle Geschenke hatte ich also schon vor meinem Geburtstag bekommen, und so suchten wir nach einem Weg, den eigentlichen Geburtstag besonders zu machen. Machen wir’s kurz: Wir waren im Disney Sea! 😀

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クラ (Kura) ist eine Kurzform von クラウディア (Claudia), さん (san) ist ein Namenssuffix.

Im Disney Land und Disney Sea kann man einen Geburtstagsaufkleber bekommen, der einem wenig bringt, außer dass einem die ganze Zeit alles Gute gewünscht wird. Man hat sonst keine Vorteile, aber irgendwie hat es mich gefreut.

Unsere Lieblingsattraktion hatte zwar eine lange Schlange, aber wir sind einfach auf andere mit kürzeren Wartezeiten ausgewichen. Nachdem das Feuerwerk wegen des starken Windes abgesagt wurde, wollten wir eigentlich noch zum “Tower of Terror”, konnten uns aber nicht dazu durchringen 40 Minuten dafür anzustehen.

Als wir also weiterliefen streckte uns plötzlich eine Gruppe Japaner zwei FastPasses (mit denen man an der Schlange vorbei nach vorne laufen kann) entgegen. Sie hatten zwei über und fragten, ob wir sie gern hätten. Natürlich! 😀 Mich hat das unglaublich gefreut, und ich fand es super nett von ihnen die Karten weiterzugeben statt sie einfach wegzuwerfen.

20131119_213026Der ganze Park ist schon für Weihnachten dekoriert, meine Lieblingsdekoration im ganzen Jahr. 😀 Ich war dieses Jahr übrigens bisher sieben Mal in einem der beiden Disney Parks. Meist nur abends, weil wir innerhalb von 25 Minuten hinkommen und manchmal einfach aus einer Laune heraus hinfahren.

Gestern ging es mit dem Taxi zurück, denn der Heimweg mit der Bahn ist nervig und wir gönnen es uns einfach.

Einen schönen Geburtstag hatte ich, vielen Dank an alle, auch für die lieben Glückwünsche!

Ein Sonntag.

Auch wenn das im Blog sicher etwas anders wirkt, ist in meinem Leben natürlich nicht alles rosarot. Man stellt sich, bewusst oder unbewusst, doch immer etwas glücklicher dar, als es eigentlich der Fall ist.

Bevor ihr euch nun aber Sorgen macht, es geht mir gut. Nur manchmal eben nicht ganz so. Dann fühlt sich alles anstrengend an und wird zu einer Pflicht, selbst Dinge, die mir eigentlich Spaß machen. So eine Phase hatte ich im Frühjahr, und auch jetzt stolpere ich immer wieder mal in dieses Loch.

IMG_20131109_140023Passend dazu bekam ich von der Bibliothek eine E-Mail, dass ein bestelltes Buch abgeholt werden könnte: 仕事も人間関係も「すべて面倒くさい」と思ったとき読む本 (Shigoto mo Ningenkankei mo “subete mendôkusai” to omotta toki yomu hon; Das Buch für Zeiten, wenn man denkt, dass die Arbeit und zwischenmenschliche Beziehungen und alles anstrengend ist). In dem Buch stehen natürlich Sachen, die ich schon vorher wusste, aber es ist ein guter Anlass, das auch mal umzusetzen.

Und so habe ich beschlossen, mich nicht mehr so sehr in Frage zu stellen. Wenn es mir doof geht, geht es mir doof. Das irgendwie wegzuerklären macht es nicht besser. Natürlich geht es mir objektiv gesehen wirklich gut, ich verhungere nicht, habe Arbeit, habe einen wundervollen Ehemann usw. usf. Meine Probleme sind im Vergleich zu denen anderer Leute minimal.

Aber deswegen geht es mir ja nicht besser. Beziehungsweise geht es mir dadurch, dass ich mir selbst sage, dass es gar nicht so schlimm sein kann, nur schlechter. Deswegen habe ich dieses Wochenende Pause gemacht. Einfach Pause. Außerdem habe ich den Vertrag mit meinem Hot Yoga-Studio aufgelöst. Eine Sache weniger, die mir Spaß machen sollte, aber eigentlich nur noch Schuldgefühle auslöst. Ich muss hingehen, es ist gut für meine Gesundheit. Ich muss fünf Mal im Monat hingehen, damit es sich finanziell lohnt.* Ich muss, ich muss, ich muss.

* Pro Monat hat es 13,800Yen gekostet, eine Stunde ohne Vertrag kostet 3,000Yen. Es war also auch finanziell eine Belastung.

So. Ich habe beschlossen, dass ich versuche mehr zu tun, was ich will.

Was wollte ich also am Sonntag? Curry-Reis-Gratin zum Frühstück. Eine heiße Badewanne. Schlendern ohne etwas bestimmtes zu suchen. Das Schlafzimmer umstellen. Mittagessen bei 大戸屋 (Ôtoya). Rumlungern Ausruhen. Abendessen bei Jolly Pasta. Vom Mann ganz viel hören, dass ich genau so gut bin, wie ich bin. Dessert vom liebsten Konditor. Impromptu Dance Party im Wohnzimmer. Früh ins Bett und dann noch ganz lange reden.

Einen Tag einfach wirklich nur zu tun, worauf man Lust hat, ist ziemlich beruhigend. 🙂 Dass das natürlich nicht jeden Tag umsetzbar ist, ist klar, schließlich gehe ich arbeiten, aber: Kleine Schritte.

Treffen mit einem alten Bekannten.

Anders als in Japan hatte ich in Deutschland tatsächlich Freunde. Einer dieser Freunde, Robert, lebt jetzt in der Nähe von 京都 (Kyoto) und kam für eine Konferenz nach Tokyo, eine perfekte Möglichkeit um sich nach über drei Jahren mal wieder zu treffen. Wir kennen uns seit fast zehn Jahren und haben damals zusammen viele Anime und japanische Filme geguckt. 😉

Unser Treffpunkt war in 浅草 (Asakusa), wo wir uns eigentlich entspannt durchfuttern wollten, aber leider regnete es* und der Himmel war wolkenverhängt, so aßen wir nur einiges, sahen uns Samples an und fuhren dann nach 秋葉原 (Akihabara), um noch etwas zu trinken. Leider gibt es auf der Hauptstraße, die am meisten nach Akihabara aussieht, kaum Trinkgeschäfte, wir fanden dann aber doch noch in der Nähe des Bahnhofs etwas.

* Auch wenn Robert es mir nicht glauben wollte. Nieseln ist auch Regen!

Nicht das beste Foto, aber ich habe auch nur zwei gemacht...

Nicht das beste Foto, aber ich habe auch nur zwei gemacht…

Einen schönen Abend hatten wir, mit Gesprächen über persönliche Pläne, das japanische Schulsystem (Stichworte: Lernen durch Wiederholung, Geschichtsbücher), und darüber, dass mein Mann nie nach Deutschland ziehen sollte, weil es dort auch nicht viel besser ist. Befeuert wurde das alles mit Alkohol und viel Essen, als wir uns um kurz vor zehn losreißen mussten, war es schon ziemlich schade. Aber Robert hatte am Sonntag Workshops und Vorträge zu bestreiten, während denen er nicht einfach schlafen konnte.

Was mich natürlich besonders gefreut hat, war dass Robert wohl unter anderem durch meine Wenigkeit inspiriert war überhaupt nach Japan zu kommen. Wenn ich das schaffe, kann das nämlich jeder. 🙂

So schnell sehen wir uns leider nicht wieder, außer mein Mann und ich schaffen es in nächster Zeit nach 神戸 (Kôbe) und schauen mal bei Robert vorbei. Alte Freunde zu treffen ist aber immer schön, zumal er der am nächsten an Tokyo lebende sein dürfte. 😉 Vielen Dank für den netten Nachmittag und Abend!

Der Winter kommt.

Ich bin mal wieder erkältet. War ja klar, da wird es am Wochenende mal etwas kalt, um die 16°C, und ich fange mir sofort eine Erkältung ein.

Auf Arbeit ist im Moment auch viel los, morgen ist unsere Halloween-Party, für die ich noch einiges vorbereiten muss. Wenn ich nach Hause komme bin ich also total fertig, und kann nicht mehr viel machen. Deswegen hier erstmal eine kleine Pause.

Was vielleicht einige Leute freut, die etwas mehr über meine Arbeit wissen: Dieses Jahr werden die Vertragsverhandlungen von unserem britischen Head Teacher übernommen, und der hatte mir letzten Monat gesagt, dass man es bestimmt gedeichselt bekommt, mich im Kindergarten näher bei mir zuhause einzusetzen. Die Schule, in der ich derzeit unterrichte, ist von allen Kindergärten der Kette am weitesten von mir entfernt, obwohl es einen in fünf Minuten Laufentfernung gibt…

Wir hören demnächst wieder voneinander!