Knister, Knister, Nudeln aus der Tüte.

 

91lgy7mv0gl-_sl1500_Als ich in der Oberschule war, waren Instant-Nudeln total in. Diese Tüten mit getrockneten Nudeln, die man mit heißem Wasser und einer Schüssel in eine Mahlzeit ohne für den Körper wichtige Stoffe verwandeln konnte? Genau. Die Marke war meist YumYum, weil es die in den meisten Läden gab und sie günstig waren, und jeder hatte seine eigene Lieblingssorte. Irgendwie muss man als rebellierender Teenager eben originell sein. Ich mochte Hähnchengeschmack.

Ob heutige Teenager noch immer auf diese Nudeln stehen und ob das überhaupt jemals ein übergreifendes Phänomen war, weiß ich nicht. Dafür bin ich dann doch schon zu lange aus der Schule raus* und begnüge mich, mich über die Jugend… nicht aufzuregen, weil die japanische Jugend zumindest nach außen hin irgendwie recht harmlos ist.

* Fast sechs Jahre, wie die Zeit verfliegt!

Weil uns damals einfache nährstofflose Ernährung noch nicht trashig genug war, und unsere Körper das noch abkonnten**, wurden die trockenen Nudeln oft mit der Hand zerbrochen und dann so aus der Tüte gegessen. An sich ziemlich eklig.

** Vgl. sämtliche Einträge über mich und meine Arztbesuche.

20140222_200251Allerdings scheinen das nicht nur deutsche Jugendliche gemacht zu haben, denn letztens erinnerte mein Mann mich an oben beschriebenen Sachverhalt, in dem er den im Foto zu sehenden Snack neben mir sitzend verschlang.

Es handelt sich hierbei um… trockene Instantramen mit Hähnchengeschmack, in eine runde Form gepresst, damit man sie leichter essen kann.

Nach Jahren der Abstinenz ließ ich mich dazu verlocken eines zu essen und… es schmeckt genau wie früher, nur weiß ich jetzt, wie scheußlich es schon immer war.

Bäh.

Grippe(?)-Pause.

Gestern Nacht erwachte ich um drei mit einem total trockenen Hals, also trank ich drei Gläser Wasser und versuchte zu schlafen – was nicht so ganz klappte, weil ich plötzlich anfing wie Espenlaub zu zittern.

Am Morgen dann Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Gelenkschmerzen und 37,2°C Fieber. Warum auch nicht? Dummerweise passieren solche Dinge zu oft dann, wenn ich auf gar keinen Fall auf Arbeit fehlen kann. Heute ging es nämlich zur Routineuntersuchung beim Zahnarzt, also 20 Kinder in einen Bus gesetzt, eine Dreiviertelstunde* mit dem Bus fahren, warten bis alle fertig sind, und wieder zurück. Das könnte meine Assistentin schwer allein stemmen und so schleppte ich mich zur Arbeit.

* Der Zahnarzt ist mit unserem Chef befreundet. Es gäbe sonst sicher noch einige näher dran.

Bei späteren Temperaturmessungen konnte ich dann eine langsam ansteigende Kurve beobachten, weswegen ich es vorzog eine halbe Stunde früher zu gehen und den nächsten Arzt aufzusuchen. Bei dem wurden dann 38,8°C gemessen und es wurde ein Grippe-Test durchgeführt, ich bin nämlich nicht geimpft. Ich weiß, ich weiß, aber wenn die hier mit den Impfungen anfangen, bin ich schon krank.

Ärztin: Haben Sie denn jemanden mit Grippe in Ihrem Umfeld?

Ich: Ich arbeite in einem Kindergarten.

Ärztin: Also “Ja”.

20140221_161930Laut Influenza-Test habe ich keine Grippe, was aber nichts daran ändert, dass ich die gleichen Symptome wie bei einer Grippe habe. Außerdem ist der vielleicht falsch und wenn ich am Montag noch immer Fieber haben sollte, soll ich noch mal hin. Super.

Medikamente habe ich natürlich auch bekommen, selbstverständlich abgezählt auf die genaue Menge für vier Tage. Meine Ärztin dort mag ich übrigens sehr gerne, weil sie nicht um den heißen Brei herumredet und mir alles so erklärt, dass ich es verstehe. Meine Schwiegermutter mag sie nicht, sie ist ihr zu direkt. Geschmäcker halt.

Nun kann es natürlich sein, dass ich ganz schnell wieder gesund werde. Falls das aber nicht geschehen sollte, pausiere ich hier kurzzeitig, nicht weil meine Augen oder mein Kopf wehtun würden, sondern weil mein Becken schmerzt, wenn ich sitze. Juche!

Das japanische Adress-System.

Einige wissen vielleicht, dass es in Japan für gewöhnlich kaum Straßennamen gibt. Selbst wenn manche große Straßen einen Namen haben, helfen diese bei der Suche nach z.B. Geschäften kaum weiter. Hier also eine kurze und oberflächliche Erklärung des Maleurs, das sich japanische Stadtplanung nennt.

Da die meisten hier wahrscheinlich zuerst Tokyo besuchen werden, ist unsere Beispieladresse die des Katzencafes, in das ich gern gehe.

〒130-0013
東京都墨田区錦糸2丁目5-11 フナダビル3階

Tôkyô-to Sumida-ku Kinshi 2-chôme 5-11 Funadabiru 3-kai

〒130-0013

Während in Deutschland Adressen mit dem Straßennamen anfangen und der Stadt enden, ist es in Japan etwas anders. Wenn angegeben, findet man zuerst die Postleitzahl, sieben Ziffern lang. Das eigenartige T vor der PLZ ist das Zeichen der Japanischen Post und soll wahrscheinlich einen Briefkasten darstellen. Wenn man mit der japanischen Tastatur ゆうびん (yu-u-bi-nn) eingibt und per Leertaste umwandelt, kommt u.a. das Zeichen raus.

東京都 (Tôkyô-to)

Danach kommt die Präfektur, in diesem Fall 東京都 (Tôkyô-to). Falls es sich um eine Stadt in einer Präfektur handeln sollte, steht erst die Präfektur, dann die Stadt, z.B. 神奈川県横浜市 (Kanagawa-ken Yokohama-shi; Präfektur Kanagawa Stadt Yokohama).

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Die gestrichelte Linie markiert 錦糸 (Kinshi).

墨田区 (Sumida-ku)

Weiter geht es mit dem Bezirk, dem 区 (ku), danach kommt die nächstkleinere Einheit (錦糸 Kinshi), quasi der Kiez. Wir tasten uns also langsam vor. 😉

Bis hierhin ist eigentlich alles noch Pillepalle, und weil auf den Laternenmasten steht, in welchem Kiez man sich grad befindet, kann man sich fast nicht verlaufen. Man findet auch an fast jeder Bahnstation eine Karte. Solche Karten sind in Japan übrigens nicht auf Norden ausgerichtet, sondern auf die Blickrichtung des Betrachters.

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Blau ist 2-chôme

2丁目 (2-chôme)

Nun fängt es aber an mit den 丁目 (chôme), den… Blöcken? Diese Einteilung erfolgt zwar meist in einer gewissen Reihenfolge, man findet also (meist) 2丁目 neben 3丁目, da hört’s dann aber mit der Logik auf. Diese Blöcke sind nämlich teils ziemlich willkürlich eingeteilt, und bei weitem nicht immer so schön kastenförmig wie im Beispiel. Man orientiert sich dennoch am Straßenverlauf. Für gewöhnlich ist 1丁目 am nähsten am Bahnhof. Manchmal aber auch nicht.

スクリーンショット 0026-02-12 7.17.185番地 (5-banchi)

番地 (banchi) wird als Hausnummer übersetzt, ist es aber noch nicht. Ein Banchi ist der Bereich zwischen zwei Straßen, und da nicht an der Seite jedes einzelnen Hauses Straßen vorbeiführen, taugt es eher um die gesuchte Adresse noch weiter einzugrenzen.

Wenn man schon so nah dran ist, muss man meist nur mal die Augen aufsperren um den gesuchten Ort zu finden, aber für die Vollständigkeit:

11

Die 11 in der Adresse ist dann tatsächlich die Hausnummer. Die Häuser werden im Block, also im Kreis herum numeriert und teils schwer einsehbare Hinterhäuser oder nicht mehr existierende Häuser haben auch Hausnummern, weswegen manchmal der Eindruck entstehen kann, dass in der Nummerierung keine Logik steckt. Auch ist Google manchmal nicht aktuell, wenn es um Hausnummern geht und kann einen in die Irre führen. Unsere Hausnummer ist 34, das Haus ist aber von 2011 und wird zwar in den Umrissen auf der Karte angegeben, aber ist nicht direkt suchbar. Das Haus an unserer Rückseite ist Nummer 1, das zu unserer Linken 32.

フナダビル3階 (Funadabiru 3-kai)

Japanische Gebäude haben Namen, über die man sich noch einmal versichern kann, dass man wirklich an der richtigen Adresse gelandet ist. ビル (biru) ist eine Kurzform des englischen Wortes “Building”. Auch sonst findet man oft ausländische Häusernamen, manchmal sogar auf Deutsch. Ganz viele “Heime”.

階 (kai) heißt Stockwerk, wobei es kein Erdgeschoss gibt, was in Deutschland das Erdgeschoss wäre, ist hier also 1-kai.

Wenn ich einen bestimmten Ort besuchen will, schaue ich meist vorher bei Google Maps und auch auf den Seiten verschiedener Läden findet man nützliche Anweisungen. “Zwischen dem Conbini und der Post” 🙂 Es ist auch nicht komplett ungewöhnlich, dass Läden sich nicht im Erdgeschoss befinden. Der Closet Child, ein Second-Hand-Laden für alternative Mode, in Shinjuku befindet sich z.B. im vierten bis sechsten Stockwerk hinter einer recht unscheinbaren Haustür, an der man auch leicht vorbeilaufen kann.

Valentinstag. Mit Kuchen!

Kurz nachdem mein Mann und ich im Januar 2009 zusammenkamen, war Valentinstag. Damals habe ich im Kekse gebacken, über die ganze Geschichte habe ich 2012 schon eimal geschrieben.

Seit diesem Valentinstag habe ich ihm nie wieder etwas gemacht. Warum weiß ich nicht genau, vielleicht lag es daran, dass ich kein Vertrauen in meine Backkünste hatte oder ich dachte, wenn ich ihm etwas anderes schenkte wären Süßigkeiten nicht so wichtig.

20140213_080728Letzten Monat haben wir einen Ofen gekauft, und ich setzte mir in den Kopf ihm dieses Jahr etwas zu backen. Etwas Richtiges. Bei Cuoca gab speziell für Valentinstag Handmade Kits, für verschiedene Kuchen und Kekse, mit fast allem, was man für die Zubereitung so braucht.

Neben bärenförmigen Keksen, Gateaux Chocolat, Deco-Muffins, Deco-Keksen und Käsekuchen gab es auch Fondant Chocolat, einen meiner Lieblingskuchen. 🙂 Zusätzlich brauchte ich nur zwei Eier, Sahne, Zucker und Butter.

vdayGestern stellte ich mich also eine Stunde lang in die Küche und backte.

Ganz professionell kam das Endergebnis leider nicht raus, aber für den ersten Versuch war es nicht schlecht.

Morgens stehe ich vor meinem Mann auf und bereite das Frühstück vor. Heute stellte ich die kleine Schachtel auf den Tisch und als er sie endlich bemerkte und öffnete brach er vor Freude in Tränen aus. 🙂 Es war also eindeutig höchste Zeit ihm etwas zu backen.

20140214_123123Auf Arbeit war natürlich auch Valentinstag angesagt, und so wurde mit fast 30 Kindern gebacken. Muffins, mit Backmischung und einem altersschwachen Ofen.

Insgesamt war es eine ziemliche Sauerei, aber die Muffins waren lecker. Der übriggebliebene Teig auch. 😉

Falls ihr am Valentinstag irgendetwas unternehmen solltet, viel Spaß! Wenn nicht: Schokolade wird bald günstiger. Haut rein. 😉