Weihnachtsfest.

Letzten Samstag war bei mir auf Arbeit das Weihnachtsfest. Schon Wochen vorher fingen wir an Lieder zu üben und Überlegungen anzustellen.

Eine Woche vorm Fest hatten wir jeden Tag Probe, mit Proben der Aufstellung, Durchgehen aller Lieder, usw. usf. Nicht sehr spannend, auch nicht für die Kinder, die mich dann nach der Probe und dem Mittagessen nur noch stressten. Die Energie will halt irgendwo hin… Meine Gruppe hat sich auch angewöhnt wegen allem zu mir zu kommen. Ob irgendjemand sie angerempelt hat*, jemand anders etwas nicht richtig macht oder fünf Mal gefragt werden muss, aber wir heute noch rausgehen. Ziemlich anstrengend.

* Wenn das mit Absicht passiert ist, kann mir das gerne berichtet werden, aber bei 18 Kindern auf einen Haufen passiert es eben mal, dass man unbeabsichtig an jemanden stößt…

Dieses Jahr haben wir mit allen Kindern うさぎ野原のクリスマス (Usagi Nohara no Christmas; in einer langsameren Version, aber ich finde auf YouTube kein gutes Video) und Feliz Navidad gesungen, für meine Kleinen kamen dazu noch zwei vollkommen unweihnachtliche Lieder und “We Wish You A Merry Christmas”.

WeihnachtskostümeKleine Kostüme bastelten wir auch, die Idee war “Weihnachtsbaum-Superheld”.

Als es dann endlich soweit war, lief gar nicht mal so viel schief. Ein neues Mädchen weinte die ganze Zeit (aber das hatten wir vorhergesagt), ein Junge, der sonst sehr gut singt und tanzt, steckte sich zwischendurch die Finger in die Ohren und ein Mädchen drehte sich mitten im Lied einfach zur Wand um. Dabei konnten die das in den Proben alles perfekt, nur vor Mama und Papa hakte es.

Aber eigentlich sind so kleine Schönheitsfehler vollkommen egal. Denn es ist vorbei. Vorüber. Weihnachten ist für mich gelaufen. Das sieht der Rest der Welt natürlich nicht so, weswegen mich Weihnachtsmusik aber nicht weniger irritiert und nervt. Nicht, weil es Weihnachtsmusik ist, das vertrage ich eigentlich ganz gut, sondern weil ich die Lieder derzeit mit Arbeit in Verbindung bringe, die eigentlich schon beendet ist.

Am Montag bekam ich noch ein paar Lorbeeren in Form von positiven Bemerkungen der Eltern, und jetzt lechze ich nur noch nach meinen Ferien. Keine Weihnachtslieder! Keine kleinen Monster! Kein ABC-Song! Das ist wahre Freiheit.

Virenpanik!

Dass es keine neuen Einträge gab, lag hauptsächlich daran, dass nicht viel passiert ist. Alles wiederholt sich nur, so bin ich zum Beispiel mal wieder krank.

Diesmal aber weder Nase, noch Ohren, noch Handgelenke noch Magen, nein, es hat den Hals erwischt. Es ist also Husten angesagt.

Höchstattraktives Foto der Autorin ;)

Höchstattraktives Foto der Autorin 😉

Um meine Viren nicht über alle Kinder auf Arbeit zu verteilen (obwohl das eigentlich nur fair wäre, weil ich die Erkältung mit Sicherheit von einem von den Monstern habe) unterrichte ich derzeit mit Maske. Die schränkt mein Blickfeld zwar etwas ein, aber bisher bin ich noch über kein Kind gestolpert.

Solch hübsche Gesichtsmasken sind übrigens durchgehend in Mode, von Herbst bis nach der Heuschnupfensaison. Die für heute habe ich einfach von der Arbeit gemopst (war ja auch für die Arbeit), ansonsten gibt es Masken auch überall zu kaufen. Überall.

Wenn wir ein Kind haben, das trotz Durchfall und Erbrechen in den Kindergarten gebracht wurde, tragen wir Masken, in der Hoffnung, dass wir uns dadurch etwas vor Krankheiten schützen können. Wenn ich alle paar Minuten heftig Husten muss, trage ich eine Maske, damit ich mir nich ständig die Hände vor den Mund halten und eben diese Hände dann jedes Mal waschen muss.

Mir wurde nahgelegt, trotzdem mal einen Arzt aufzusuchen. 6,500Yen ärmer, fünf Medikamente und lustige Diagnoseverfahren “reicher”, weiß ich jetzt, dass ich eine Erkältung habe. Überraschung!

Zum Glück habe ich nur noch vier Tage zu arbeiten, und dann gibt’s Weihnachtsferien, in denen ich mich auskurieren kann, bevor wir ins eiskalte Seoul aufbrechen.

Es wackelt schon wieder.

Ich rede Erdbeben gern herunter. Wirklich, die meisten Erdbeben bekomme ich nicht einmal mit.

Wie ihr vielleicht schon in Radio, Fernsehen und sonstwo mitbekommen habt, gab es heute um kurz nach fünf (Ortszeit) ein etwas stärkeres Beben. Das war recht beeindruckend, weil ich grade beim Koreanischunterricht in einem Café mit freischwingenden Lampen war, und die natürlich durch die Gegend schwangen, als gäbe es kein Morgen. Die Stärke war auch gar nicht so schrecklich, sondern die Länge. Solang es noch andauert kann es nämlich auch noch stärker werden. Super Aussichten!

Während in Deutschland von Magnitude 7.3 im Epizentrum die Rede ist, ist es in Japan (auf dem Land) aber höchstens ein “震度 (Shindo, Bebengrad) 5 (schwach)”-Beben gewesen. Japan nutzt die JMA-Skala (JMA steht für Japan Meteorological Agency), die in zehn Grade von 1 bis 7 unterteilt ist. Auf Wikipedia gibt es zu den Stufen eine gute Zusammenfassung.

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Eine typische Erdbebenkarte sieht dann übrigens so aus wie oben. Das Kreuz markiert das Epizentrum, und von dort aus abgestuft wird für einzelne Gebiete der Shindo angezeigt. Für die meisten Leute ist Shindo einfacher verständlich als Magnituden, zumal man auf der Karte auch direkt sieht, wo das Erdbeben wie stark angekommen ist.

Bei uns* war es Shindo 4 (hängende Lampen wackeln, Geschirr geräuscht, manchmal merkt man es auch im Auto). Zusammen mit dem Beben heute Morgen um halb sechs (Shindo 2), das meinen Mann und mich aufgeweckt hat, ist das nicht ganz so schön. Im Café haben meine Lehrerin und ich uns auch schon aufs Flüchten vorbereitet (alles in die Taschen und Jacken an), aber irgendwann hörte es auf zu rütteln.

* Im Osten Tokyos und in Chiba

Auf dem Weg nach Hause fuhren die Bahnen mit stark verringerter Geschwindigkeit, ich weiß nicht genau warum, kann mir aber vorstellen, dass auch eine Bahn schneller vor durchs Beben auf die Gleise gelangte Hindernisse abbremsen kann, wenn sie nur 20km/h fährt. Natürlich lief bei einigen Linien gar nichts mehr, weil erst einmal eine Sicherheitsüberprüfung stattfand, zum Glück habe ich es aber mit nur 30 Minuten Verspätung nach Hause geschafft.

Ich hoffe, dass es das jetzt erstmal war, ein großes Beben bei Temperaturen um die Null Grad möchte ich mir nämlich nicht ausmalen.

Was ist eigentlich ein Conbini?

Alle die schon mal in Japan waren oder dort leben, mal kurz weghören, es folgt eine Erklärung für alle, die mit Japan nicht so viel am Hut haben, aber meinen Blog lesen. 😉

Während in Deutschland nach den Ladenöffnungszeiten oder am Sonntag höchstens noch Tankstellen oder Spätis offen haben, gibt es in Japan (und vielen anderen Ländern) Conbinis (jap. コンビニ). Das Wort leitet sich vom englischen “Convenience Store” ab und bezeichnet einen Laden, der verschiedenste Dinge, die man auf die Schnelle mal brauchen könnte, verkauft, aber jeweils nur eine kleine Auswahl anbietet. Conbini impliziert in Japan auch, dass der Laden 24 Stunden am Tag geöffnet ist.

Ein 7Eleven in der Nähe.

Ein 7Eleven in der Nähe.

Er ist also gewissermaßen der Retter in der Not.

Wenn ich Geld abheben oder überweisen möchte, kann ich das im Conbini machen*. Wenn ich spät abends dringend noch Chips oder Alkohol brauche, gibt es die im Conbini. Der Conbini ist mir auch behilflich, wenn meine Strumpfhose oder mein Make-Up nachts um vier aufgegeben hat**. Wenn die Inspiration mich gepackt hat, ich aber weder Papier und Stift zur Hand habe, kann ich beides im Conbini kaufen. Oder einfach, wenn ich Zeit totschlagen muss bis zur nächsten Bahn – dann kann ich dort Zeitschriften lesen***.

Einige Rechnungen kann ich auch direkt im Conbini bezahlen, Tickets für’s Disney Land oder Konzerte kann man auch erwerben. Ein kleines Allround-Talent.

* Das hängt natürlich von der Bank, bei der man ist, ab.

** Herzlich willkommen bei “Situationen in die ich nie komme”.

*** Im Laden Zeitschriften zu lesen findet keiner schlimm. In größeren Läden liegen auch Leseexemplare aus, damit zumindest nur ein Magazin zerfleddert wird.

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Mozzarella-Tomaten-Spaghetti und Käsekuchen!

Am meisten nutze ich aber etwas ganz anderes: Bento! Natürlich nicht so süß wie im verlinkten Beitrag, aber in der Mikrowelle aufwärmbar und nicht komplett ungenießbar. Auf Wunsch wird es einem auch direkt im Conbini aufgewärmt und man bekommt Besteck, aber die meisten Läden haben keine Ecke, in der man dann letztendlich essen könnte.

Wenn mein Mann und ich nicht zusammen essen kaufe ich mir meist einfach etwas im Conbini, missachte, dass das nicht ganz so gesund ist und schlinge es in mich hinein, sobald ich zuhause angekommen bin.

Alles in allem: Conbinis sind super, ihr in Deutschland solltet sie euch mal anschaffen.