Willst du etwas Liebe mit deiner Tasche?

Am Wochenende fuhren mein Mann Nachmittags nach 有楽町 (Yûrakuchô), um mir eine neue Tasche zu kaufen. 😀 Ich wollte eine kleine Tasche haben, für die Tage, an denen ich wirklich kaum etwas brauche, und in letzter Zeit liebe ich Zartrosa.

Die Wahl fiel auf eine Tasche von Samantha Thavasa , jener japanischen Taschenmarke, von der ich zu meinem Geburtstag letztes Jahr schon eine Tasche bekommen habe. Diesmal war es ein klarer Fall von “Liebe auf den ersten Blick”, aber wir kaufen generell meist so ein. Wenn wir etwas sehen, das uns wirklich gefällt, bringt es meist nichts weiter zu suchen, es läuft eh auf das hinaus, was uns zuerst gefallen hat.

Es ging also mit meinem Mann in den Laden, wo ich, nachdem ich ihn schon fast unterschreiben lassen wollte, dass nichts gegen seinen Willen geschieht, sein Portmonee an mich nahm und bezahlte. Zurück bekam ich nicht nur die Tasche, natürlich hübsch verpackt, sondern auch ein kleines Tütchen.

20140520_154258Das Tütchen kommt vom 出雲大社 (Izumo-Taisha) in 島根県 (Shimane-Ken; Präfektur Shimane), einem der bedeutensten Shinto-Schreine Japans. In den größeren Schreinen kann man Amulette (お守り omamori) für die verschiedensten Dinge kaufen, ob nun für Verkehrssicherheit oder gegen Kopfschmerzen – oder eben für die Liebe. Dort heißt es dann 縁結び (Enmusubi). Es hilft einem einen Partner zu finden und dann bei allem, was mit der Partnerschaft zu tun hat.

縁結び ist etwas schlecht zu übersetzen, aber bedeutet in etwa zwei Menschen aneinander zu binden. In Japan ist der rote Schicksalsfaden (運命の赤い糸 unmei no akai ito), der füreinander bestimmte Menschen am kleinen Finger miteinander verbindet, ein beliebtes Motiv.

In der Tüte befindet sich ein solcher Schicksalsfaden und ein 5-Yen-Stück, die bringen nämlich Glück. Warum? Weil Japaner Homophone lieben: 五円 (fünf Yen) und ご縁 ( Schicksal) werden gleich gesprochen, go-en.

Beide werde ich aber nie sehen, denn man soll die Tüte nicht aufmachen, sondern nur mit sich herumtragen. 🙂 Und genau an diesem Punkt sieht man dann vielleicht, warum ausgerechnet eine Taschenfirma soetwas als Extra verschenkt: Man soll es einfach in die neue Tasche packen.

Das Glück findet einen schon.

Geschafft. Pause.

Wie ihr vielleicht in den letzten Einträgen gesehen habt, war ich in den letzten Wochen um einiges mehr unterwegs als sonst. Viele Sachen haben es auch gar nicht in den Blog geschafft, auch weil euch Familienessen mit der japanischen Verwandtschaft, das Verhalten meines Mannes beim kleinsten Anzeichen einer Krankheit* und Krankenhausbesuche beim Schwiegergroßvater wahrscheinlich nicht sonderlich interessieren. 😉
Ich brauche einfach mal eine Pause, auch von der Suche nach einem Thema. Mir geht bei vielen Sachen durch den Kopf, ob man das vielleicht in ein Blogthema verarbeiten könnte und manchmal ist das ziemlich anstrengend.

* Ihr könnt wahrscheinlich schon den gesamten möglichen Eintrag aus diesen kurzen Worten ableiten.

Falls ihr dennoch irgendetwas habt, worüber ich schreiben soll – kommentiert und ich werde zeitnah einen Eintrag verfassen! Ihr nehmt mir schließlich die halbe Arbeit ab, wenn ihr Ideen liefert. 🙂

Ich werde wahrscheinlich in spätestens vier Tagen wieder ausgeruht sein und diesen Eintrag obsolet machen, falls dem aber nicht so sein sollte – auch wenn ich nicht poste, bin ich nicht tot. Wirklich. 🙂 Ich muss nur Energie sammeln und endlich dieses Buch über Schimpfworte (“Filthy English: The How, Why, When and What of Everyday Swearing”) fertiglesen.

Bis dann!

Meine Stadt von N bis Z: Tokyo.

Wie versprochen hier der zweite Teil des Tokyo ABCs. Ein bisschen musste ich schummeln. 😉

tumblr_mhc5wjzIpp1r5ndj6o1_1280N wie 人形焼 (Ningyô-Yaki)

Ningyô-Yaki bestehen aus Castella (カステラ) mit einer Füllung aus süßen Bohnen und sind ein beliebtes Mitbringsel aus Tokyo. Unter anderem in 浅草 (Asakusa) kann man frische direkt kaufen und vorher noch die ausgefeilte Maschine, mit der sie hergestellt werden, bestaunen. Schmecken tun sie außerdem. 🙂

O wie 大久保 (Ôkubo)

Während Tokyo sonst, bis auf 六本木 (Roppongi), sehr… japanisch ist, findet man in Korean Town Ôkubo tatsächlich einen koreanischen Laden am anderen. Ob man dort nun Kosmetik kaufen, Koreanisch essen oder Fanprodukte koreanischer Bands kaufen möchte – wahrscheinlich hat man nirgendwo in Tokyo eine größere Auswahl. 🙂

558151_10200799932384659_1207309655_nP wie Purikura

Es gibt zwar auch in Deutschland einige Automaten, aber Purikura werden in Deutschland nie so erfolgreich sein wie in Japan, vor allem in Tokyo, und ganz vor allem in Shibuya am Wochenende. Ich mache kaum mal welche, aber wenn ist es trotzdem ein Riesenspaß. 😀 Sie sind auf jeden Fall ein nettes Souvenir, man muss sich nur an die Augen, die in ihrer Größe einem Albtraum entsprungen sein könnten, gewöhnen.

Q wie Qoo

Das ist geschummelt. Mit dem Getränk Qoo verbindet mich nämlich absolut gar nichts. Aber ich brauchte einen Eintrag für Q! Falls irgendjemand eine andere Idee hat – her damit.

20140129_105042R wie 力士 (Rikishi) in 両国 (Ryôgoku)

Rikishi oder einfach o-Sumô-san (お相撲さん) bezeichnet Sumo-Kämpfer. In Ryôgoku steht das 両国国技館 (Ryôgoku Kokugikan), wo man sich Sumo-Kämpfe anschauen kann. 🙂 In Tokyo finden die Wettkämpfe dreimal im Jahr statt, im Januar, Mai und September. Da auch die Rikishi irgendwie von A nach B kommen müssen, sieht man sie auch öfter mal in der Bahn, vor allem zwischen Ryôgoku und Makuhari (幕張).

S wie 千疋屋 (Sembikiya)

Sembikiya ist der Obstladen Japans! In Tokyo gibt es einige Läden, in denen man nicht nur die Früchte kaufen, sondern auch in Obst-Sandwiches oder Parfaits essen kann. Vor allem Obstsorten mit etwas Säure schmecken ganz anders. Manchmal gönnen wir uns das, obwohl es natürlich etwas teurer ist. 🙂

T wie Toiletten

Es gibt in Tokyo an so gut wie jedem Bahnhof Toiletten, auf die man sich ohne Probleme setzen kann und auch in Kaufhäusern muss man nicht für den Toilettengang bezahlen. Dafür hat man in manchen Bahnhöfen noch japanische Toiletten, zum Hinhocken. Das finde ich immer ein wenig eklig, aber viele Bahnhöfe haben schon längst umgerüstet oder es gibt zumindest eine oder zwei westliche Sitztoiletten.

U wie Untergrund mit Internet

Während man in den hauptsächlich überirdisch fahrenden JR-Bahnen ein Problem bekommt, wenn es dann doch mal in den Untergrund geht, hat die Metro vor einiger Zeit aufgerüstet und man kann das Handy-Internet durchgehend nutzen. Gar kein kleiner Aufwand, wenn man bedenkt, wie tief die U-Bahn hier teils fährt.

V wie Valentinstag

Valentinstag in Japan ist eine große Sache. Die Schokoladenindustrie hat sich nämlich überlegt, dass man als Frau/Mädchen vorm Valentinstag entweder stundenlang in der Küche stehen und Pralinen herstellen, oder gekaufte Schokolade verschenken muss. Nicht nur für den einzig wichtigen romantischen Partner, sondern auch für den ganzen Rest. Das nennt sich dann 義理チョコ (Giri Choco, obligatorische Schokolade) und kurbelt den Umsatz an. Dieses Jahr habe ich für meinen Mann Schokladenkuchen gemacht. 🙂 Für die männlichen Mitarbeiter nichts.

W wie Warteschlangen auf dem Bahnsteig

Auf den Bahnsteigen der meisten Bahnhöfe gibt es Markierungen, damit man sehen kann, wo sich die Bahntüren befinden werden, und da wird sich angestellt. Natürlich funktioniert das mal mehr und mal weniger gut, aber insgesamt mag ich das System ganz gern. 🙂 Das mit dem “einsteigen nachdem alle ausgestiegen sind” wird aber öfter mal geflissentlich ignoriert – besonders von den älteren Herrschaften.

X wie Xenophobie

Auch wenn Tokyo sich recht weltoffen gibt, gibt es noch immer die große Angst vorm Fremden und es wird eher gemauert, als einfach mal zuzuhören. Zum Glück scheint meine “Mach mich doof an und ich fress dich”-Aura dem entgegenzuwirken. Für gewöhnlich. Wenn es dann doch mal passiert, schreibe ich einen Eintrag darüber.

Y wie 有楽町 (Yûrakuchô)

Yûrakuchô ist mein liebster Ort zum Einkaufen und Bummeln in Tokyo. Es ist weniger überrannt als Shinjuku, gleich in der Nähe von 銀座 (Ginza), und wenn man zu viel Zeit hat, kann man durch einen dreistöckigen Riesen-MUJI tigern. 🙂 Nur für Restaurants muss man zehn Minuten in Richtung Bahnhof Tokyo laufen. 😀 Generell liebe ich den Bereich zwischen 日本橋 (Nihonbashi) und 新橋 (Shinbashi), mit 丸の内 (Marunouchi), eben Yûrakuchô und der Ginza.

Z wie Zebrastreifen

Angeblich lernen Japaner in der Fahrschule, wie so ein Zebrastreifen funktioniert, in der Realität werden sie aber ständig ignoriert. Jeden Morgen gehe ich über einen Zebrastreifen, und oft muss ich warten, bis sich mal jemand erbarmt anzuhalten. Die meisten donnern mit 50km/h hindurch. Schulkinder und alte Frauen? Müssen halt warten. Japaner gehen halt auch nicht einfach mal so über die Straße, während Berliner — Das Auto wird schon anhalten. 😉

Und das war’s. 🙂 Der zweite Teil war auf jeden Fall schwieriger zu schreiben, als der erste.

Habt ihr noch weitere Ideen?

Auf zur Himmelsbaumstadt!

20140510_101923Mein Mann hatte dieses Wochenende ausnahmsweise mal frei, es war also Zeit für ein Date. 😀 Weil er standfest behauptet, dass ich mir nie überlegen würde, wo wir hingehen, habe wie immer ich unser Ziel für den Tag ausgesucht.

Während ich schon oben auf dem Skytree war und auch das Einkaufszentrum darunter, Solamachi, unsicher gemacht habe, war mein Mann noch nie dort gewesen. Ein Versäumnis, das schnell aufgeholt werden musste!

In Skytree Town kann man nicht nur einkaufen, es gibt auch ein Aquarium und ein Planetarium. War einer von euch in letzter Zeit mal in einem Planetarium? 😉 Das letzte Mal war ich wohl in der Grundschule in einem. Im 天空 (Tenkû; Firmament) werden derzeit (Frühjahr 2014) drei Filme gezeigt, einer für Kinder, einer für Paare und einer, bei dem Aroma im Raum verteilt wird. Wir waren natürlich bei dem für Paare. 🙂 Ist schließlich ein Date.

via news2u

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In 星の島で、恋をする (Hoshi no Shima de, Koi wo suru; Sich auf der Sterneninsel verlieben) wird man nach Okinawa entführt, auf die 八重山諸島 (Yaeyama-Shotô; Yaeyama-Inseln). Von dort aus kann man nicht nur einen ausladenden Sternenhimmel betrachten, natürlich sieht man auch die wunderschöne Natur der Inseln. Alles begleitet von Okinawanischer Musik und der Band HY, inklusive ihres Liedes 帰る場所 (Kaeru Basho), einem Liebeslied an Okinawa. Nun ist das alles an sich nicht spektakulär, aber durch die Dom-Form der Leinwand ist man tatsächlich mitten drin. Wir waren auf jeden Fall sehr begeistert. 😀

20140510_115452Schon vor unserem Planetariumsbesuch hatten wir gesehen, dass in einem der Außenbereiche an Buden Bier aus verschiedenen Ländern verkauft wurden. Das war wohl eine Aktion des 世界のビール博物館 (Sekai no Bîru Hakubutsukan; Welt-Bier-Museums), eines Restaurants, das neben Importbier auch kleine Speisen der jeweiligen Länder verkauft. Statt eines Mittagessens trank mein Mann also insgesamt vier Becher Bier. Flüssiges Brot, richtig? 😉 Trotz ziemlich starken Windes waren wir bei weitem nicht die einzigen, die sich nach draußen gewagt hatten, es war ziemlich was los.

via getgold.jp

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Das Einkaufszentrum mag ich übrigens sehr gern, es hat neben Stockwerken mit den typischen Läden, die man auch in anderen Tokyoter Einkaufszentren findet, auch Bereiche für typisch japanische Mitbringsel und natürlich einen riesigen Bereich für Essen. Somit ist es für Touristen und Tokyoter gleichermaßen interessant und wird nicht nur von Leuten besucht, die die Stadt von der Aussichtsplattform aus sehen möchten. Das Gebäude an sich ist auch wirklich schön gemacht, besonders mag ich das Erdgeschoss, das an alte japanische Einkaufstraßen erinnert.

20140511_162422Und so verbrachten wir den Vormittag und frühen Nachmittag dort, mein Mann von den vier Bieren beflügelt in Kauflaune – leider nur für sich selbst. Aber ein paar neue Klamotten waren wirklich nötig. 🙂 Wer meinen Mann kennt, wird den Unterscheid sofort bemerken: Keine beigen Chinos? Was ist denn hier los? 😉 Jacket, Hose und Schuhe sind neu und wurden erst einmal zuhause zusammen anprobiert – normalerweise würden wir nie mit Straßenschuhen in die Wohnung gehen.

Spaß hat’s auf jeden Fall gemacht, wir werden sicher mal wieder zum Skytree fahren – nur nach oben will er absolut nicht. 🙂