Ein Besuch bei Yebisu in Ebisu.

Letzten Sonntag machten mein Mann und ich uns auf den Weg nach Ebisu (恵比寿) in der Nähe von Shibuya, um ins Museum of Yebisu Beer (ヱビスビール記念館) zu gehen.

Yebisu ist nach Ebisu, einem der sieben Glücksgötter (七福神), benannt, er ist auch das Logo der Firma. Ende des vorletzten Jahrhunderts begann die Firma unter Vorbild deutscher Brauereien und mit Hilfe von Deutschen Bier zu brauen. Es ist übrigens nicht so, dass Ebisu, der Ort, auch nach dem Glückgott benannt wurde – nein, die Bahnstation Ebisu wurde gebaut, weil das beliebte Bier irgendwie transportiert werden musste und später wurde die Region danach benannt.

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Im Museum selbst haben wir an einer Führung teilgenommen, pro Erwachsenem kostete das 500 Yen (3,57€). Man kann sich das Museum auch kostenlos ohne Führung ansehen, aber die Bierverkostung findet nur für Führungsteilnehmer statt. 🙂

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Während die Führung ausschließlich auf Japanisch stattfindet, findet man sämtliche Texte im Museum auch auf Englisch. 🙂 Dann kann man sich alte Fotos und Werbeplakate anschauen, etwas über Bier nach dem zweiten Weltkrieg lernen oder Bierflaschen mit Korken bewundern.

Nach etwa 20 Minuten ist die Führung durchs Museum vorbei und es gibt endlich, worum es die ganze Zeit ging: Bier! Es wurden zwei Sorten ausgeschenkt, normales Yebisu-Bier und Kohaku Yebisu (琥珀ヱビス ; Bernstein-Yebisu). Außerdem wurden uns die Grundstoffe für Bier gezeigt und erklärt wie man Bier so einschänkt und trinkt, dass es am besten schmeckt.

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Die Führungsleiterin war übrigens überaus nett und kompetent und konnte Fragen der Besucher ohne Probleme beantworten. 🙂

Da ich normalerweise sehr wenig trinke, war ich nach den zwei Bier schon sehr angeheitert, wir haben es natürlich dennoch geschafft im angeschlossenen Souvenir-Shop etwas zu kaufen.

Wer Bier mag oder einfach am Sonntag nichts zu tun hat – so günstig wie in Ebisu bekommt ihr Yebisu-Bier nirgends. 😉 Für die Führung kann man, muss sich aber nicht anmelden. Alle 20 Minuten startet eine neue Führung und selbst am Sonntag waren noch Plätze frei. 🙂

東京都渋谷区恵比寿4-20-1 恵比寿ガーデンプレイス
Tokyo, Shibuya, Ebisu 4-20-1 Ebisu Garden Place

Kurz eingeschoben: Das Toast-Mysterium.

IMG_0633Wenn man in Japan Toast kauft, stehen auf allen Verpackungen große Zahlen.

4, 5, 6, 8, 10? Das steht jeweils für die Anzahl der Toastscheiben. Aber die Verpackungen sind doch alle gleich groß? Ja, aber die gleichgroßen Laibe wurden in verschieden dicke Scheiben geschnitten. “8 Scheiben” ist so dick, wie ich Toastbrot aus Deutschland kenne, “4 Scheiben” hingegen so unglaublich dick, dass ich damit gar nichts anzufangen wüsste. Manchmal kaufe ich aus Versehen die falsche Sorte und muss mich dann durch superdicke Scheiben kämpfen…

Habt ihr wieder was gelernt. 😀

Was ich seit Fukushima esse.

Anmerkung: Dieser Eintrag ist keine Empfehlung. Ich wurde lediglich in einem anderen Eintrag gefragt, wie ich das mit dem Essen machen würde, und dachte, dass ich darauf etwas ausführlicher antworten möchte.

Nach dem schweren Beben am 11. März 2011 war recht schnell klar, dass es außer der durch die Beben und Tsunamis verursachten Schäden noch andere Probleme geben würde – bis heute ist die Situation im 福島第一原子力発電所 (Fukushima Dai-ichi Genshiryoku Hatsudensho; Kernkraftwerk Fukushima Dai-Ichi) nicht im Griff.

IMG_0632Die Strahlung ist ausgetreten, das Gebiet verseucht, nur dummerweise ist 東北 (Tôhoku; die Präfekturen Aomori, Iwate, Miyagi, Akita und Fukushima selbst) eigentlich die Speisekammers des Ostens. Das meiste Gemüse, das hier in 関東 (Kantô; Präfekturen Tokyo, Chiba, Saitama, Kanagawa, Ibaraki, Gunma, Tochigi*) im Supermarkt liegt, kam aus Tohoku. Viel Obst auch. Bei Fisch kann man eh nicht kontrollieren, wo der durchgeschwommen ist.

* Kleiner Fakt: Allein in Kanto lebt ein Drittel der japanischen Bevölkerung.

“Kam”, weil sich zumindest in meinem heimischen Supermarkt über die Jahre einiges geändert hat. Vieles kommt jetzt aus der Umgebung, ob das an der geänderte Nachfrage liegt, oder an meinem Supermarkt, weiß ich auch nicht. Wenn an etwas groß Fukushima dran steht, mache ich einen Bogen darum, aber um ehrlich zu sein weiß ich nicht, wann das das letzte Mal nötig war.

Was sich in Japan nämlich wirklich gut macht – in so gut wie jedem Supermarkt steht dran, woher die Lebensmittel kommen. So kann man Sachen aus bestimmten Regionen ganz einfach vermeiden.

IMG_0631Bei Fleisch gibt es so gut wie immer die Möglichkeit günstiger aus dem Ausland (Nord- und Südamerika) zu kaufen, aber letztendlich ist japanisches Fleisch leckerer. Bei einigen Fleischsorten steht drauf, dass die Ware stichprobenweise auf erhöhte Strahlungswerte untersucht wurde, aber der genaue Herkunftsort wird nicht immer genannt. Reis kaufen wir aus 北海道 (Hokkaidô). Fisch kaufe ich sowieso nie, weswegen der Fischgrill, der in jeder Herdeinheit in Japan standardmäßig dabei ist, noch wie neu ist. Ich mag Fisch einfach nicht.

Ich weiß nicht, ob ich das alles so entspannt sehen würde, wenn wir Kinder hätten, aber im Moment mache ich mir da ehrlich nicht so den Kopf drum. Das ist natürlich total naiv und blauäugig, aber wie mir ein Mitarbeiter des Bundesamtes für Strahlenschutz in Berlin-Karlshorst*** erzählte:

“Wenn Sie im Berliner Umland Pilze sammeln, sind die auch strahlenbelastet.”

*** Das ist so eine Geschichte, die ich damals hätte aufschreiben müssen. Ich wurde nach meiner standesamtlichen Hochzeit im März 2011 nämlich tatsächlich im Bundesamt für Strahlenschutz auf Strahlung untersucht. Super cool! 😀

Tokyo Café Tour: Omusubi Café.

IMGP2117In der Nähe der 銀座 (Ginza), befinden sich einige kleine Cafés, so auch das お結びカフェ (Omusubi Café).

Im Erdgeschoss des verglasten Gebäudes befindet sich eine Holzwerkstatt, in der Paare vor der Hochzeit zusammen Ornamente herstellen können, im ersten Obergeschoss findet man das Café. Auch hier ist alles aus Holz, und die Atmosphäre ist wirklich nett. お結び ist übrigens doppeldeutig: Einerseits hat es etwas mit “Menschen verbinden” zu tun, für die Liebe kauft man 縁結び (Enmusubi) Amulette. Andererseits ist es auch einfach ein anderer Name für おにぎり (Onigiri), Reisbällchen.

IMGP2107Die gibt es dann auch zu kaufen, und bei einigen Mittagssets sind sie dabei.

Der Laden ist auf Gerichte aus 福井県 (Fukui-ken; Präfektur Fukui) spezialisiert und bezieht auch viele Zutaten von dort. Während ich sonst überhaupt keine Ahnung von Reis habe, war der hier wirklich lecker. 😀

Mein Mann hatte 越前二八瓦そば (Echizen ni-hachi Kawara-Soba) mit einem Onigiri und 唐揚げ (Karaage; frittiertes Hühnchen) mit Soja-Sauce.

IMGP2111Ich hatte etwas mehr Hunger und bestellte ソースカツ丼 (Sauce Katsudon; Schweineschnitzel auf Reis mit Sauce und Salat). Der Salat und das Katsudon waren sehr lecker, nur mit der Suppe konnte ich absolut nichts anfangen – mein Mann meinte aber, dass sie sehr gut sei.

Insgesamt vielleicht nicht, was man sich in Deutschland unter einem Café vorstellen würde, ich bin mir nicht einmal sicher, dass es Süßkrams gab, aber absolut geeignet für ein leckeres und günstiges Mittagessen.

Zusammen haben wir 1,930 Yen (13,53€) bezahlt, was absolut akzeptabel ist. 🙂 Falls euch also mal auf der Ginza das Verlangen nach japanischem Essen und etwas Ruhe überkommen sollte…

東京都中央区銀座2丁目9−13 GINZA-2 2F
Tôkyô-to Chûo-ku Ginza 2-chôme 9-13 GINZA-2 2F