Kabelsalat.

Heute hatte ich Besuch von zwei Handwerkern, die den Fernsehanschluss (das Ding, was da aus der Wand kommt.) auf Kabel umgestellt haben. Ich habe keine Ahnung. Angeblich können wir unser Internet jetzt günstiger bekommen, aber da rede ich noch mal mit dem Mann.

Was der Handwerker mir sonst noch erzählen sollte, wusste er selbst nicht, weil wir ja noch immer keinen Fernseher hier stehen haben. Vorbildlichst.

Ansonsten ist alles ruhig, am Sonntag fahren wir zur Hochzeitsfeier eines Studienfreundes des Herrn Ehemanns. Einen Termin zum Haaremachen habe ich auch – um sieben Uhr morgens. Meine Friseuse lässt mir echt viel durchgehen 😉

Neues Jahr.

Nach einer Einführungsveranstaltung am Samstag beginnt nun das neue Schuljahr. Der Englischunterricht hat noch nicht begonnen, derzeit unternehmen wir mit allen Kindern zusammen etwas, gehen also meist auf einen der Spielplätze in der Gegend. Also alles ganz entspannt, die Schüler können sich an die eine neue Lehrerin (aus England) gewöhnen, und sie sich an die Arbeit.

Ich habe einen neuen Klassenraum und nur noch kleine Schüler, die alle noch in Windeln stecken. Das ist für mich komplett neu, weil ich letztes Jahr erst in der zweiten Jahreshälfte bei der Firma angefangen habe, als einige Kinder doch schon etwas größer und an die Routinen und die Toilette gewöhnt waren. Den wirklich harten Teil habe ich gar nicht mitbekommen. Letztes Jahr begann das Jahr aber auch mit nur sieben Kindern in der Gruppe – dieses Jahr sind es schon doppelt so viele. Darauf bin ich, um ehrlich zu sein, schon etwas stolz. Während die Kinder automatisch in die nächsten Gruppen aufsteigen, wenn sie ein bestimmtes Alter erreicht haben, ist meine die erste Gruppe mit Englischunterricht, für die sich alle anmelden müssen. Die Eltern aller Kinder, die ich jetzt unterrichte, haben also meinen Unterricht gesehen und fanden ihn toll. 🙂

Die neuen Kinder sind auch soweit in Ordnung, zwei haben sich direkt an mich gewöhnt, und ein Mädchen weint zwar noch ständig nach Mama, aber das wird mit der Zeit sicher auch besser. Ein guter Start ins neue Jahr auf jeden Fall!

(Das Foto ist von einem normalen Tag in der letzten Klasse)

Deutschland in Japan: Hundefutter.

Letztens war ich im Baumarkt um einige Kleinigkeiten zu besorgen, als ich plötzlich eine Deutschlandfahne im Augenwinkel sah. Mit Schallgeschwindigkeit den Kopf gedreht und – Tada! – deutsches Hunde- und Katzenfutter (weiter unten, nicht auf dem Foto).

Angeblich eine Premium-Marke. In Deutschland kostet das aber sicher nicht über drei Euro pro Packung.

Die Krux mit den Kanji.

Nachdem ich den JLPT N1 bestanden habe, dachte ich, dass ich mich an meine nächste Schwachstelle wage: Kanji.

In Japan gibt es den 漢字検定 (Kanji-Kentei kurz auch 漢検 Kanken; Kanji-Zertifikat) auf zehn verschiedenen Levels bei denen eins das höchste ist. Level zehn ist das, was Erstklässler am Ende des Schuljahres können, Level eins ist Universitätslevel (oder höher).

Kanji sind an sich nur Lernsache, und viele habe ich auch einfach im Kopf behalten, weil ich sie so oft sehe. Bücher lesen ist eigentlich kein großes Problem (aktuell “Lakeside” von Higashino Keigo), Schilder, E-Mails und ähnliche Späße sowieso nicht. Inzwischen glaube ich sogar, dass Kanji praktisch sind, denn Japanisch ist eine Sprache voller Homophone – die Kanji geben oft Aufschluss darüber, worum es eigentlich geht. Solange man Kanji nur lesen und an PC und Handy tippen müsste, wäre das alles gar kein Problem.

Der Test hat nun aber mehrere Teile:

① Neben die Kanji die Lesung schreiben. → Kein Problem, lesen kann ich ja.

② Zu einem Kanji jeweils zwei Lesungen angeben (im Kontext). → Meist auch kein Problem.

③ Aus drei Möglichkeiten das richtige Kanji für eine angegebene Lesung schreiben. → Alles klar.

④ Die Striche in Kanji zählen und bestimmen, der wievielte Strich ein bestimmter ist. → Ich bin als Linkshänder (darauf schiebe ich es einfach) eine große Null darin, Kanji in der richtigen Strichfolge zu schreiben, zählen geht so halbwegs.

⑤ Angeben welche Lesung (on- oder kun-Lesung) ein Kanji mit angegebener Lesung hat. → Auch kein Ding.

⑥* Den Gegensatz eines Wortes suchen und ein Kanji aufschreiben. → Was? Mit der Hand? Aus dem Gedächtnis?

* Es gibt insgesamt 11 Aufgaben, aber ich habe einfach die Aufzählung abgebrochen.

… Ich kann nicht aus dem Gedächtnis mit der Hand schreiben. Absolut gar nicht. Einige Kanji schon, aber die sind etwas erbärmlich, und reichen nicht einmal aus um einem Viertklässler (Kanken Level 7) Konkurrenz zu machen. Warum ich nicht schreiben kann, liegt auf der Hand: Wann muss ich es denn mal? Wenn es wirklich etwas gibt, tippe ich den Text vorher am PC und schreibe ihn ab. Kanji, die ich, wenn ich sie sehe, ohne Probleme lesen kann, kann ich mir einfach nicht bildlich vorstellen, wenn ich sie schreiben soll.

Damals, vor vielen Jahren, besuchte ich Volkshochschulkurse um Japanisch zu lernen, in denen dann nach Ewigkeiten, die man sich gelangweilt hatte, weil irgendjemand irgendetwas noch immer nicht begriffen hatte, gnädigerweise mal Kanji auf dem Plan standen – bis ich die Kurse aufgab wahrscheinlich so zehn. Da rächt sich das gemeine Selbststudium und die schöne neue Welt, in der man keine Briefe mehr schreibt!

Also muss ich das alles nachholen. Wenn die Lehrbücher (wie gesagt, für Viertklässler) keine putzigen Bildchen an allen Ecken und Enden hätten, käme ich mir dabei auch nicht so bescheuert vor…