Miau, Miau, Miau.

Letzte Woche fragte mich eine Freundin, ob wir nicht zusammen in ein Katzen-Café (im Japanischen 猫カフェ (Neko-Café) oder 猫喫茶 (Neko-Kissa)) gehen wollen und ich sagte natürlich sofort zu!

IMGP1106

Dazu muss ich vielleicht erst einmal kurz erklären, was ein Katzen-Café ist und was man damit überhaupt will. In Tokyo dürfen in vielen Wohnungen keine Haustiere gehalten werden, weswegen man das entweder illegal machen und den Rauswurf befürchten, in eine teure Wohnung, in der Tiere erlaubt sind, ziehen oder sich gleich Wohnraum kaufen muss. Also hat kaum jemand eine Katze. Katzen sind aber toll, und wenn man sich mit welchen Treffen möchte, geht man eben ins Katzen-Café, wo sie in der Gegend umherdösen.

Man bezahlt pro Stunde einen Obolus, und kann, muss aber meist nicht, noch Getränke und leichte Speisen kaufen. Ursprünglich stammt die Idee aus Taiwan, wo sie bei japanischen Touristen dermaßen beliebt war, dass 2004 das erste Katzen-Café in Osaka eröffnet wurde. Für Tokyo sind inzwischen über 30 Läden auf der landesweiten Katzen-Café-Karte verzeichnet.

IMGP1164

Letztes Jahr waren mein Mann und ich bei CatMagic in Shinjuku (das ist so bekannt, dass es bei Google Maps sogar eine Streetview-Ansicht vom Innenraum gibt…) und fanden es aber nicht so toll. Das Café dort ist ziemlich winzig, die Katzen sind lethargisch und lassen sich auf kein Spielen ein, und generell war unser Eindruck nicht besonders gut. Süß waren die Tiere natürlich, aber ein bisschen taten sie uns auch leid. Was wird mit denen angestellt, dass sie dermaßen unbeeindruckt von allem sind und den normalen Spieltrieb verlieren? Den Laden empfehle ich also nicht. Warum ich erzähle, dass man auch einen blöden Laden erwischen kann? Weil der, in dem wir am Donnerstag waren, toll war.

Wir waren im Nekomaru Café East (猫まるカフェEast) in Kinshichō. Der Raum ist relativ groß, es gibt mehrere Tische an und Sofas auf die man sich setzen und verschiedene Bücher, Manga oder Zeitschriften lesen könnte, wenn man nicht von den vielen Katzen abgelenkt wäre, die sich durch den ganzen Raum verteilen und meist vor sich hindösen. Streicheln kann man sie,  Spielzeug steht auch bereit, und wir hatten viel Spaß sie einfach zu beobachten, wie sie ihrem unglaublich anstrengenden Katzenleben hinterhergingen. Falls es den Tieren zu viel werden sollte können sie durch zwei Löcher in der Wand in einen abgeschirmten Hinterraum verschwinden und sich vor den Menschen verstecken. Die Katzen wirkten auf uns sehr gepflegt und gesund und nicht lethargischer als es jede Katze von Natur aus ist.

IMGP1381

Die Angestellten dort sind auch sehr freundlich, und es gibt ein englisches Erklärblatt, damit man auch wirklich den gesamten Ablauf versteht. Während wir dort waren, war es nie so richtig voll, ein wenig gefüllter wurde es erst nach 18 Uhr. Als meine Freundin und ich zwischenzeitlich nur noch zu zweit im Laden waren, holte die Mitarbeiterin dort sogar zwei Neuzugänge von hinten heraus, um sie uns zu präsentieren – zwei kleine Kätzchen im Alter von drei Monaten, mit den Namen Ten (“Punkt”, links) und Tenten (“Punkte”, rechts). Süß!

IMGP1400

Im Café gibt es außerdem verschiedene Produkte mit Katzen-Thema zu kaufen, und für einen einmaligen Betrag von 315Yen kann man so viele Getränke aus einem Getränkeautomaten ziehen, wie man möchte. An Wochentagen beträgt der Preis pro Stunde 1,050Yen, und es gibt auch günstigere Pakete, wenn man länger bleibt, werktags von zwölf bis 18 Uhr zahlt man an Grundgebühr höchstens 2,100Yen. Wir waren für drei Stunden von 16 bis 19 Uhr dort und haben insgesamt, mit Getränken, 2,415 Yen bezahlt. 2,415Yen, die ich für absolut nicht verschwendet halte, denn Katzen sind nicht nur toll, sondern bringen einen auch ein wenig vom Alltag weg. Außerdem gab’s viele Katzenhaare kostenlos dazu 😉

Nekomaru Café gibt es nicht nur in Kinshichō sondern auch in Ueno, und ich kann es nur empfehlen. Kinder unter zwölf Jahren dürfen das Café nicht betreten, und auch bei Kindern über zwölf Jahren sollte man etwas mitbringen, dass ihr Alter verifiziert.

東京都墨田区錦糸2−5−11
Tokyo, Sumida, Kinshi 2-5-11

Sonne, scheine!

Wir machen morgen auf Arbeit kleine てるてる坊主 (Teruteru Bôzu), und weil ich dafür schon einen zuhause vorgebastelt habe, wollte ich kurz drüber schreiben.

Teruteru Bôzu ist eine kleine Figur, die aussieht wie ein Geist, und die für gutes Wetter sorgen soll. “Teru” heißt “scheinen” und ein Bôzu ist ein Mönch (oder auch nur jemand, der kurzgeschorene Haare hat).

Eigentlich ist der Teruteru Bôzu weiß und aus Papier, aber wir werden sie morgen in gelb und blau produzieren. Das hat auch, aber nicht nur, damit zu tun, dass es das Material nicht in weiß gab… 😉

Auch wenn im oben verlinkten Wikipedia-Artikel steht, dass ein Teruteru Bôzu mit Gesicht Regen bringt, habe ich hier im Gegenteil kaum mal welche ohne Gesicht gesehen – das wäre einfach nicht niedlich genug.

Es gibt natürlich auch ein Teruteru Bôzu-Lied, von dem die meisten aber nur die ersten zwei Zeilen kennen.

てるてる坊主 てる坊主 (Teruteru Bôzu, Teru Bôzu)
あした天気に しておくれ  (Ashita tenki ni shiteokure; Mach dass das Wetter morgen gut ist)
いつかの夢の 空のよに 晴れたら (itsuka no yume no sora no yô ni haretara; Wenn die Sonne so sehr scheint, wie in meinen Träumen)
金の鈴あげよ (kane no suzu ageyo; Gebe ich dir ein goldenes Glöckchen)

Die ersten beiden Zeilen werden in den nächsten zwei Strophen beigehalten und nur durch entweder

私の願いを 聞いたなら (Watashi no negai wo kiitara; Wenn du meinen Wunsch hörst/erfüllst)
あまいお酒を たんと飲ましょ (Amai osake wo tanto nomasho; gebe ich dir viel süßen Alkohol zu trinken)

oder

それでも曇って 泣いてたら (sore demo kumotte naitetara; Wenn es trotzdem wolkig und regnerisch* sein sollte)
そなたの首を チョンと切るぞ (Sonata no kubi wo chinto kiruzo; schneide ich dir den Hals durch)

ergänzt.
Jaja, die friedlebenden Japaner…

* 泣いてたら (naitetara) heißt eigentlich “wenn (jemand) weint”, ich bin mir nicht sicher, ob es darum geht, dass “die Wolken weinen” (und ich weiß gar nicht, ob diese Ausdrucksweise im Japanischen gebräuchlich ist), oder dass der Sprecher weint. Regen erschien mir logischer.

Glaub mir doch!

Ich: Ich habe bei MUJI eine Kiste für meine Wintersachen gekauft.

Er: Und wo bringst du die unter?

Ich: In unserem Wandschrank oben.

Er: Die passt da bestimmt nicht rein.

Ich: Doch, die passt.

Er: Niemals!

Ich: Und ob die passt!

Er: Aber da oben ist doch kaum noch Platz.

Ich: Aber sie passt trotzdem rein.

Er: Und woher weißt du das?

Ich: Weil sie schon oben drin ist.

Er: Oh.

Aber erstmal diskutieren. Männer!

Die Existenz dieser Box erleichtert es mir natürlich ungemein, neue Klamotten zu kaufen, ist ja wieder Platz in meinem normalen Schrank. 😉

Adidas CP 80S MITA 「Japan Exclusive」 halten Einzug.

Er hat es schon wieder getan. Nachdem wir erst letzten Oktober ein Paar der limitierten CP80S MTA (in Navy) gekauft hatten, haben wir am Sonntag, beinahe anlässlich des Geburtstags des Göttergatten (der ist am Samstag 24 geworden, juche!), ein Paar CP 80S MITA in Burgundy gekauft.

Wir sind mal wieder nur durch Zufall drauf gestoßen, dass es die Schuhe überhaupt gibt. Beim Einkaufen lächelten sie uns plötzlich entgegen und schrien “Kaufe uns!”, mein Mann hielt sich aber noch zurück. Bis wir wieder zuhause waren. Zu dem Zeitpunkt waren die Schuhe in der Monstergröße, die der Mann braucht (29.5; entspricht der deutschen Größe 46) natürlich auf der Website von Mita Sneakers schon ausverkauft. Also sind wir zu Beauty & Youth-Läden gefahren, weil wir die Schuhe dort schon gesehen hatten.

Im Laden wurde uns aber gesagt, dass die Schuhe nur bis Größe 28.5 an die Firma geliefert wurden. In denen war es den Monsterfüßen zwar zu eng, doch wir hatten das Glück, dass der Shinjuku Adidas Original Store gleich um die Ecke war – und dort gab es dann auch die begehrten Schuhe in der richtigen Größe. Von der 10%-Rabatt-Aktion für Newsletter-Abonnenten waren die Schuhe leider ausgenommen, und so mussten wir die gesamten 14,700Yen (ca. 147€) hinblättern.

Einige der Ladenmitarbeiter hatten selbst ein Paar und wussten zu berichten, dass die Einlegesohle, die einzige wirkliche Änderung im Vergleich zur Version vom letzten Jahr, sich an den Fuß anpasst und dann superbequem ist. Den Schuhen lagen drei verschiedene Paare rote Schnürsenkel bei, die wir aber durch weiße ersetzt haben, weil mein Mann das so lieber mag.

Und so gelangte das fünfte Paar Adidas Campus in unseren Haushalt…