Kinder sind die Besten.

Kleine Kinder haben es so an sich, dass sie Erwachsene kopieren. Das kann manchmal recht peinlich werden.

Letztens in Shinjuku in einem Kaufhaus:

Mama sieht sich Kleidung an.

Kleines Mädchen: Mama, wir kaufen heute aber nichts!

Mama schnappt sich ihre Tochter und entfernt sich schnell.

Die lieben Kleinen. 😉

Die geheimnisvolle Box.

Unsere jetzige Wohnung ist recht neu, wir sind erst die zweiten Mieter. Die alte Wohnung war so alt wie ich und technisch auf einem dementsprechenden Stand. An neue Dinge gewöhne ich mich eher schnell, aber manches ist schon etwas eigenartig.

Wir haben jetzt zum Beispiel eine Alarmanlage mit unglaublich vielen Knöpfen und dreiundzwölfzig Modi, die ich hoffentlich nie durcheinanderbringen werde – falls wir einen Fehlalarm auslösen und die Leute von der Alarmanlagenfirma anrücken, ganz ohne dass ein Kettensägenmörder in der Nähe ist, müssen wir Strafe zahlen. Mein Mann hat aber große Angst vor allem, was mir potentiel gefährlich werden könnte, weswegen er darauf pocht, dass ich den Wunderkasten verwende.

Die Wunderbox

Die Wunderbox

Bisher ging das doch nicht, denn um den Modus zu ändern braucht man eine PIN. Das erzählt einem die Alarmanlagenbox auch ganz gerne viele viele Male, denn bekannterweise redet in Japan alles mit einem. Nur fand sich in unseren Unterlagen nirgendwo ein Hinweis auf diese Nummer.

Zum Samstagabend hatten wir uns jemanden von der Firma bestellt, der mir das Dings mal erklären sollte. Die Bedienungsanleitung hatte ich auf der Suche nach der PIN schon mal durchgeblättert, ganz fremd war mir die Bedienung also nicht, aber man musste es mir natürlich noch einmal groß und breit erklären. Klaro.

Auf jeden Fall habe ich jetzt die PIN, es ist eingetragen, wer angerufen werden soll wenn wilde Bären* in die Wohnung eindringen und einen Schlüssel zur Wohnung hat die Firma auch bekommen, falls ein Notfall eintrifft.

* Nicht dass plötzlich jemand Angst um unser leibliches Wohl hat: Bären laufen hier nicht einfach durch die Stadt.

Ich habe derweil mehr Angst, dass die Anlage einfach so losgeht, als dass hier jemand einbricht…

Monatsticket.

In Berlin gibt es tolle Monatskarten. Für alle Teilbereiche (AB und C) zahlt man höchstens 95€ im Monat und kann damit sämtliche Linien der BVG und S-Bahn verwenden. Ein Traum.

MonatskarteHier in Tokyo habe ich auch eine Monatskarte. Die gilt genau für die Strecke von unserem Zuhause bis zu meiner Arbeitsstelle. Auf meinem Arbeitsweg muss ich einmal von einer JR-Linie auf eine Keisei-Linie umsteigen, ich habe zum Umsteigen aber mehrere Möglichkeiten – mit meiner Monatskarte kann ich nur eine verwenden.

Bis zur Arbeit brauche ich ca. eine Stunde, für eine Strecke (Luftlinie) von etwas über 30km. Wie teuer ist meine Monatskarte? 28,770Yen (236€). Ja, für genau einen Monat. Zum Glück zahlen die meisten Arbeitgeber die Monatskarte, so auch meiner.

Je näher man übrigens an Tokyo kommt und je weniger verschiedene Bahngesellschaften man nutzt, umso günstiger wird die Monatskarte. Die Monatskarte von Ogikubo, wo ich 2008 bis 2009 gewohnt habe, bis Shinagawa, wo ich gearbeitet habe, kostete “nur” 8,890Yen (73€).

Einen Eintrag übers allgemeine Bahnfahren in Tokyo gibt es hier.

Testen. Immer wieder testen.

Japaner stehen volle Kanne auf Qualifikationen. Zettel, auf denen einem irgendetwas bescheinigt wird, sind Gold. Mein Mann hat einige, ich eigentlich nur zwei: Den JLPT N1 (Japanese Language Proficiency Test) und einen abgelaufenen TOEFL iBT (Test of English as Foreign Language internet-based testing) mit 109 Punkten.

Ich weiß nicht, wie ich solche Sprachtests finden soll, weil sie oft so wenig aussagen. Der JLPT hat zum Beispiel keine Sektion, wo man sprechen oder schreiben müsste – alles Multiple Choice. Angeblich ist man mit dem JLPT N1 auf Muttersprachlerniveau, ich zweifle das aber an.

TOPIK

Koreanisch lässt sich leichter ins Japanische als ins Deutsche übersetzen.

Auf jeden Fall haben meine Koreanischlehrerin und ich beschlossen, dass ich im Oktober am TOPIK (Test of Proficiency in Korean) für Anfänger teilnehmen werde. Die letzten Tests kann man sich komplett auf der offiziellen Seite inklusive Lösungsbogen herunterladen. Sogar die Audiodateien für den Hörteil gibt es kostenlos. Derzeit sitze ich in meiner freien Zeit, wenn ich grade nicht mit wichtigeren Dingen* beschäftigt bin, an diesen Aufgaben. Meine Lehrerin meint, ich schaffe das bestimmt, ich bin mir nicht so sicher.

Naja, mehr als sieben Monate habe ich ja noch…

* Ihr kennt das sicher, dass es plötzlich unglaublich viele unglaublich wichtige Dinge gibt, wenn man eigentlich lernen sollte. Ich gucke dann Dr. Phil und fühle mich schlecht.