So arbeite ich.

Während ich noch in Seoul bin, hier ein Eintrag:

Scheinbar lesen tatsächlich Leute diesen Blog. Und manche interagieren sogar mit mir und verlinken mich. Für mich etwas unglaublich, aber Smilla von anders anziehen will wissen, wie ich arbeite. Beziehungsweise blogge. Hauptberuflich lasse ich mir bekanntlich meine Nerven von Kleinkindern ruinieren. Aber los!

Bloggerinnen-Typ:
Herumgeplappere aus dem Land der aufgehenden Sonne. Ich schreibe über meine neue Heimat (Japan, fast in Tokyo. Ich muss nur einen Fluss überqueren), meinen Mann (noch immer super), unsere Reisen (und wenn ihr diesen Eintrag am Veröffentlichungstag seht, befinde ich mich sogar gerade auf einer) und generell, Krams.

Gerätschaften digital:
Mein langsam altersschwaches MacBook*, die Fotos kommen entweder aus der Pentax k-r, der Pentax Q10 oder meinem Handy (Samsung Galaxy S3). Auf dem Handy habe ich zwar die WordPress-App, aber die verwende ich nur zum Moderieren und Beantworten von Kommentaren. Ganze Einträge möchte ich darauf nicht tippen, da würden mir die Finger abfallen.

*ich backuppe ganz fleißig

Gerätschaften analog:
Das einzige wichtige Analoge ist mein Kalender. Moleskine, in der “Der Kleine Prinz”-Version. 🙂 Ich erinnere mich an alle Termine besser, wenn ich sie mir einmal aufgeschrieben habe – soll heißen, ich brauche meinen Kalender mehr zum Aufschreiben als zum Nachschlagen.

Arbeitsweise:
Wenn etwas passiert, ich irgendwo war, und ich noch nicht darüber geschrieben habe*, schreibe ich einen Eintrag. Manchmal liegt der dann noch ein wenig herum, meist wird er aber direkt geplant – denn meist schreibe ich mehrere Einträge hintereinander, möchte sie aber nicht alle am selben Tag veröffentlichen. Das würde nur darin resultieren, dass länger keine Einträge kommen, und daran erinnert sich jeder mehr als daran, dass zwischendurch aber ganz viele auf einmal kamen. Wenn sie dann veröffentlicht sind, guckt meist mein Korrekturleser Vater von Deutschland aus drüber und schreibt mir eine E-Mail, wenn es einen logischen oder rechtschreibtechnischen Fehler gibt. Das passiert immer mal wieder, weil ich schlampig arbeite.

* Ich habe es schon einmal erwähnt, aber wenn ich diese Regel nicht befolgen würde, hättet ihr hier schon fünfzig Katzeneinträge.

Welche Tools nutzt du zum Bloggen, Recherchieren und Bookmark-Verwaltung?
Die Frage klingt, als sollte ich da ein großartiges Konzept haben. Habe ich aber nicht. Bloggen geht übers WordPress-Interface, Recherchieren per Google (oder tatsächlich auch nachfragen, ich bin hier schließlich von Japanern umgeben) und für Reisen auch über Reiseführer, Bookmarks macht Firefox für mich.

Wo sammelst du deine Blogideen?
Es gibt eine Evernote-Notiz mit Themen, falls ich mal echt nichts mehr haben sollte. Ansonsten schreibe ich, was mir grad in den Sinn kommt. Vielleicht, weil mich mal jemand danach gefragt hat, oder auch einfach, weil ich es selbst ganz spannend finde.

Was ist dein bester Zeitspar-Trick/Shortcut fürs Bloggen/im Internet?
… Wenn jemand einen guten hat, immer her damit?

Benutzt du eine To-Do List-App? Welche?
Nein. Manchmal schreibe ich in meinen Kalender, was ich einkaufen muss. Zählt das?

Gibt es neben Telefon und Computer ein Gerät, ohne das du nicht leben kannst?
Ohne meine Kamera ginge es mir schlechter. Außerdem ohne Yoga, aber da habe ich keine Gerätschaften.

Gibt es etwas, das du besser kannst als andere?
Geradeheraus sein. Sagt mein Mann.

Was begleitet dich musikalisch beim Bloggen?
Das kommt drauf an, manchmal Serien, aber meist nur Umgebungsgeräusche.

Wie ist dein Schlafrhythmus – Eule oder Nachtigall?
Ich stehe arbeitsbedingt früh auf, und eigentlich mag ich das so auch ganz gut. Wenn ich aus irgendeinem Grund mal bis nach Mitternacht wach bin, wird’s komisch.

Eher introvertiert oder extrovertiert?
Das kommt drauf an, wie lange man mich kennt und wie wohl ich mich fühle. Wie bei denke ich jedem.

Wer sollte diese Fragen auch beantworten?
Anna und Melissa vom Euro Asia Imbiss, und wenn er Zeit hat, der Tabibito.

Der beste Rat den du je bekommen hast?
Zum Thema Blog? “Schreib das bloß weiter”, von meinem Opa. Das nenne ich mal Motivation 😀

Noch irgendwas Wichtiges?
Und Fernbeziehungen klappen doch! Auch über 8900km! Nicht aufgeben. 😀

Dieser Fragebogen hat seinen (deutschen) Ursprung übrigens bei Isabella Donnerhall.

Wie ich meinen Mann kennengelernt habe.

Immer wenn ich erzähle, dass ich seit inzwischen zwei Jahren mit einem Japaner verheiratet bin, und dass wir uns in Japan getroffen haben, werde ich gefragt, wie und wo und überhaupt. Hier also eine kleine Zeitreise.

Ins Jahr 2008.

Damals war ich immer mit recht vielen anderen Ausländern unterwegs, und um Weihnachten herum kam auch eine deutsche Freundin wieder nach Tokyo. Am 24. Dezember gingen wir zusammen zur Wohnung schwedischer Freunde, um dort mit vielen anderen Leuten das Weihnachtsfest zu begehen. Ein koreanischer Freund hatte einen weiteren koreanischen Freund dabei, der meine deutsche Freundin unglaublich dringend am nächsten Tag noch einmal sehen musste.

Ein Foto von unserer japanischen Hochzeit

Ein Foto von unserer japanischen Hochzeit

Problem: Er sprach nur Japanisch und Koreanisch, meine Freundin nur ein wenig Japanisch und ansonsten Englisch und Deutsch. Was macht man also? Man schleppt mich mit, zum Übersetzen. Weil man aber nicht zu dritt zu einem Date geht, wurde ein Freund herbeitelefoniert um eine grade Zahl zu ergeben. Dieser Freund: Mein jetziger Mann.

Nachdem wir alle Sukiyaki essen waren, wurde ich von ihm nach Hause gebracht, so richtig funkte es aber noch nicht. E-Mail-Adressen wurden trotzdem ausgetauscht.

Über die nächsten Tage und Wochen sind wir uns dennoch immer näher gekommen und irgendwann schickte ich ihm eine E-Mail: “大好き!” (Daisuki!, Ich mag dich!*), woraufhin ich folgende romantische Nachricht direkt vom Herzen bekam: “ありがとう” (arigatô, danke). Super.

* Bzw. auch “Ich liebe dich”, obwohl es dafür auch 愛してる (aishiteru) gibt.

Auf Nachfrage sagte er mir, dass er annahm, ich würde ihn nur wie einen Kumpel mögen… Da öffne ich mein Herz, und dann das. Das Missverständnis konnte aber offensichtlich aufgeklärt werden. Leider waren nur noch etwa sechs Monate meines Working Holiday-Visums übrig, aber das hat uns beiden ausgereicht festzulegen, dass wir heiraten, sobald mein Mann sein Studium abschließt. Und so geschah es nach etwas über zwei Jahren Beziehung (davon eineinhalb Jahre Fernbeziehung). Den Rest könnt ihr hier im Blog lesen. 😉

Filmzeit: Der Detektiv trinkt weiter.

Nachdem mein Mann und ich in letzter Zeit nur wenige Filme, und wenn dann westliche, gesehen hatten, ging es am Samstag mal wieder in einen japanischen Film. Die Fortsetzung von 探偵はBarにいる (Tantei ha Bar ni iru) lief nämlich an, und das konnten wir uns nicht entgehen lassen.

© 2013「探偵はBARにいる2」製作委員会

© 2013「探偵はBARにいる2」製作委員会

探偵はBarにいる2 ススキノ大交差点 Tantei ha Bar ni iru 2 Susukino Daikôsaten (2013) (Trailer)

Regisseur: Hashimoto Hajime

Darsteller: Ôizumi Yô, Matsuda Ryûhei, Ono Machiko

Zwei Tage nachdem ein mit dem Detektiv befreundeter Transvestit einen landesweiten Magier-Contest gewinnt, wird er tot aufgefunden. Als der Detektiv auf eigene Faust nach dem Mörder sucht, findet er heraus, dass ein Politiker in den Fall verwickelt ist. Daraufhin nehmen gleich mehrere Gruppen die Verfolgung auf und wollen dem Detektiv an den Kragen. Und dann ist da auch noch die undurchsichtige Auftraggeberin, eine Violinistin, deren größter Fan der Tote war.

Persönliche Meinung: Der Film hält einen durchaus in Atem und ist lustiger als der Vorgänger, was aber manchmal etwas überzeichnet ist. So schwankt der Film zwischen gewalttätigen und lustigen Szenen, was durchaus interessant ist, aber manchmal nicht ganz zusammenpasst. Das Zusammenspiel zwischen dem Detektiv und seinem Partner ist durchaus in seiner Rollenverteilung ganz witzig und auch einige (wenige) Charaktere, die im ersten Film schon am Rande vorkamen, bekommen endlich eine etwas größere Rolle. Ansonsten hätte ich langsam mal gern mehr über den noch immer namenlosen Detektiv erfahren. Aber ich wette der dritte Film ist schon geplant.

Isumi: Tuut-Tuut! Mumins auf Zugfahrt.

Auf unserem Rückweg von Tateyama fuhr der Schwiegervater einen klitzekleinen riesigen Umweg, damit ich die Mumin-Bahn sehen konnte.

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Die Bahngesellschaft Isumi (いすみ鉄道株式会社) betreibt ein kleines Bahnnetz auf dem Lande. So klein und so sehr auf dem Lande, dass die Firma 2006 vor dem Aus stand. Nach einem Wechsel in der Führungsetage wurde beschlossen Bahnen im Mumin-Design fahren zu lassen. Japaner lieben nämlich sämtliche Spezialversionen von allem, wenn es mit beliebten Charakteren ist umso besser. Außerdem lieben alle japanischen Jungs Bahnen und es gibt an jeder Station Stempel zum Sammeln. Perfekt!

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Wir waren am Bahnhof Kuniyoshi (国吉駅), der an einem kleinen Ort mit Reisfeldern und viel grün liegt. Die Atmosphäre stimmt auf jeden Fall. Auf den zwei Bahnsteigen finden sich geschnitzte Charaktere und man kann auch Mumin-Produkte kaufen. Am Wochenende waren recht viele Leute dort, auch zwei Kinder von meiner Arbeit, aber es war nicht störend. Die Angestellten wirkten auch recht entspannt, und der Bahnhofsvorsteher fuhr mit seinem VW-Bus (mit Lenkrad auf der linken Seite!) über den Bahnhofsvorplatz. Insgesamt war es ein wenig, als wäre dort die Zeit stehengeblieben.

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Bei einem Bahnhof darf natürlich eins nicht fehlen: Bahnen! Die fahren dort zwar nicht allzu häufig und man muss ein wenig warten, aber die Bahnen sind niedlich! Total kurz im Vergleich zu tokyoter Bahnen, aber echt neu. An der Seite sind Mumin-Illustrationen, wobei es verschiedene Versionen gibt. Auch haben nicht alle Bahnen Illustrationen, die Express-Bahn, die wir gesehen haben, war ganz gewöhnlich. Um damit durch die Gegend zu fahren hatten wir nicht genug Zeit, aber wenn man Entspannung sucht, ist das sicher ganz schön.

Isumi ist schon ein kleines Mumintal. 🙂