Probleme muss man haben.

Eigentlich wollte ich den TOPIK dieses Jahr endlich in Angriff nehmen. Zwar auf dem niedrigsten Level (초급, chogeub), aber ich lerne die Sprache ja nun auch noch nicht so super lange. (Auch wenn ich mit meinen Fortschritten natürlich total unzufrieden bin, hauptsächlich weil ich seit neun Jahren keine neue Sprache mehr gelernt habe.)

Tests, auch der JLPT, eignen sich hervorragend zum Lernen. Mit einem festen Ziel und einer recht präzisen Liste des zu lernenden Vokabulars und der benötigen Grammatik lässt es sich viel leichter pauken, als wenn man einfach vor sich hin trödelt.

Wenn ich alte TOPIK-Tests durcharbeite, erreiche ich recht hohe Punktzahlen, eigentlich bin ich also vorbereitet und so wollte ich mich für den nächsten Test anmelden. Dummerweise ist der aber am 20. Oktober.

IMGP2630Vom 18. bis zum 20. Oktober werden mein Mann und ich höchstwahrscheinlich in dem Land sein, in dem wir bisher den tollsten gemeinsamen Urlaub hatten: Taiwan!

Für viel weniger Geld, als ich nur für meinen Flug nach Deutschland bezahlt habe, werden wir drei Tage lang in Taipei sein, diesmal mit Trips nach 淡水 (Danshui) und 新北投 (Hsin Peitou). Vor allem mein Mann freut sich schon riesig drauf, denn er ist seit unserer Reise ins eiskalte Seoul war er nicht mehr im Urlaub.

Nächstes Jahr geht es übrigens wahrscheinlich im Frühjahr nach Vietnam! Dinge, die man sich zu Tanabata wünscht, werden eben doch wahr.

Und wegen dieses harten Lebens, das ich führe, zwischen Teilzeitjob und Reisen ins Ausland, kann ich den TOPIK doch noch nicht dieses Jahr schreiben. Man, sowas aber auch. 😉

Reden wir doch mal über eigene Kinder.

Auf Arbeit, von Freunden und von meinem Vater werde ich immer mal wieder gefragt, wann ich denn nun endlich Kinder bekomme. Die einfache Antwort: Noch nicht.

Es gibt natürlich auch eine längere. Ich hätte unglaublich gern ein Kind. Mein Mann auch. Schon vor der Heirat im März 2011 haben wir die Namen ausgesucht, Namen die sowohl in Deutschland als auch in Japan funktionieren. Derzeit feilen wir an den Kanji, vor allem, weil mein Mann 礼 (rei; Dankbarkeit) nicht verwenden möchte.* Welche Namen das sind wissen Freunde von mir, für den Rest wird’s eine Überraschung wenn ich dann wirklich schwanger werde.

* Es ist auch in seinem Namen, aber mit einer anderen Lesung.

Worauf warten wir also? Darauf, dass mein Mann genug Geld verdient. Wenn man in Japan Mutter wird, heißt das meist, dass man erst einmal für ein paar Jahre zuhause ist. Nur mit dem Geld meines Mannes könnten wir uns derzeit nicht einmal zu zweit über Wasser halten, vor allem, weil wir im Frühjahr in eine größere und teurere Wohnung umgezogen sind.

Mein Mann wartet darauf, dass er in eine Position kommt, in der er abends Zeit hätte um Zeit mit einem Kind verbringen zu können. Sein Vater hat immer viel gearbeitet und war nur am Wochenende für ihn da, und das möchte er absolut nicht. Wir reden viel darüber, was wir mit einem Kind alles unternehmen würden, und er hat so viel, was er machen und zeigen möchte.

Außerdem lieben wir Reisen, und während das natürlich auch mit einem Kind absolut möglich ist, kann mir keiner erzählen, dass es nicht viel anstrengender wäre. Wir müssen also vorher noch ganz viel reisen! Wir haben große Pläne. 🙂 Von Europa möchten wir gern mehr sehen, nach Amerika wollen wir auch noch…

Und dann muss man noch etwas anderes bedenken: Wir sind zwar inzwischen seit fast zweieinhalb Jahren verheiratet, aber ich bin erst 23 Jahre alt. Das Durchschnittsalter für die Geburt des ersten Kindes liegt in Deutschland bei ca. 29 Jahren, in Japan sogar etwas höher (29.5 Jahre im Jahr 2008). So lange möchte ich um ehrlich zu sein nicht warten, aber lasst mir doch noch etwas Zeit! 😉

Günstig essen in Japan: CoCo壱番屋

In Reiseführern finden sich öfter teurere Restaurants oder vermeintliche Geheimtipps. Wenn Freunde nach Japan kommen und für ihre Mahlzeiten kein Vermögen ausgeben möchten, schlage ich immer vor, in ein Kettenrestaurant zu geben. Die gibt es hier zahlreich, und eigentlich schmeckt es immer.

20130720_122851CoCo壱番屋 (CoCo Ichi-ban-ya, kurz ココイチ, Koko-ichi) ist ein solches Kettenrestaurant, für ein Essen, an das die meisten Leute nicht denken, wenn es um die japanische Küche geht: Curry! Curry kommt natürlich ursprünglich aus Indien, schmeckt in Japan aber ganz anders.* Bei Koko-ichi gibt es Curry mit verschiedenem Inhalt, also Curry mit Schwein, Rind, Hühnchen, Spinat, Käse und vielem mehr. Jede Portion gibt es normaler (並盛り, namimori) und in großer Größe (大盛り, ômori).

* Indisches Curry wird in Japan インドカレー (Indo-Karê; Indien-Curry) genannt.

20130720_123023Den Schärfegrad des Currys kann man selbst bestimmen, was mir besonders entgegenkommt – für mich ist alles scharf. Los geht es bei 甘口 (ama-kuchi, süß/mild), über 普通 (futsû, normal) dann zu 辛口 (kara-kuchi, scharf) in zehn Stufen von 辛1 bis 辛10 (辛10 ist 24-mal so scharf wie 辛1). 辛6 und die Stufen darüber darf man erst essen, wenn man 辛5 gegessen hat. Alle Stufen über “normal” kosten etwas mehr.

Wenn man möchte, kann man auch mehr als die 300g Reis, die normalerweise dabei sind, bekommen, für 100Yen pro 100g. Entsprechend wird dann auch die Menge der Currysauce angehoben. Verschiedene Toppings gibt es auch noch, Tomatenpuree, Schinken, und ähnliches.

Man kann sich also sein ganz persönliches Curry zusammenbasteln. 😉

Wenn man nicht im Laden essen möchte, kann man es sich auch zum Mitnehmen (お持ち帰り, o-mochi-kaeri oder テイクアウト, teiku-auto (Take-out)) bestellen.

IMGP7694Ich habe mir チキンと夏野菜カレー (chikin to natsu-yasai karê, Hünchen-und-Sommergemüse-Curry) mitgenommen. Sommergemüse, darunter fallen Aubergine, Paprika, Okra, Tomate, Knoblauch-Schnittlauch, Zucchini und Kürbis, gilt als gut gegen 夏バテ (natsu-bate).

Damit der Reis nicht beim Transport mit dem Curry zusammenkommt und eingeweicht wird, wird das Curry in einem eigenen Behälter (mit eigenem Deckel) transportiert und erst vorm Verzehr zum Reis gekippt.

Eine ganze Portion Curry bei CoCo壱番屋 kostet ab 580yen (ca. 4,40€), eine halbe mit Getränk ab 330yen (ca. 2,50€). Die Läden findet man eigentlich überall, auch in Tourismus-Gebieten. 🙂

Der Geldautomat und seine familiären Probleme.

Seit nunmehr fünf Jahren habe ich ein Konto bei einer japanischen Bank*. Wenn man in Japan bei einer japanischen Firma arbeitet ist ein japanisches Konto unabdingbar. Meist hängt die Wahl direkt mit der Firma, bei der man arbeitet, zusammen. Als ich bei meiner damaligen Arbeit angefangen habe und gefragt wurde, ob ich ein japanisches Konto habe, verneinte ich. Daraufhin bat man mich inständig bei einer bestimmten Bank ein Konto zu eröffnen.

*東京三菱UFJ, Tôkyô Mitsubishi UFJ, falls es irgendjemanden interessiert.

IMGP7697Warum? Weil jede Überweisung zu einer anderen Bank erst gegen Lösegeld freigelassen wird. Dabei handelt es sich zumeist um mindestens 105Yen pro Überweisung, der Betrag steigt, je mehr Geld man überweist. Wenn meine Arbeitsstelle mir also mein Geld überweist, muss sie dafür Gebühren zahlen. Wenn ich im Internet etwas kaufe, und das Geld per Banküberweisung zahlen muss, kostet mich das. (Banküberweisungen hier sind eh etwas anders, aber darüber schreibe ich vielleicht ein andern mal.)

Wir haben drei Konten bei drei verschiedenen Banken. Meins, das meines Mannes und eins bei der japanischen Post, auf der wir unser Gespartes lagern. Weil Überweisungen Geld kosten, das Geld vom Konto meines Mannes, auf welchem das Gehalt eingeht, aber irgendwie auf das Postkonto kommen muss, machen wir jeden Monat eine dämliche Tour: Wir gehen zur Göttergatten-Bank, heben Geld ab, laufen zur Postbank und zahlen das Geld dort wieder ein.

Abheben ist aber auch so eine Sache: Wenn ich bei einer Filiale meiner Bank Geld abhebe, kostet es kein Geld. Außer ich bin vor 8:45 oder nach 18 Uhr dort. Dann kostet mich das 105Yen. Gleiches gilt, wenn ich Geld am Wochenende oder an Feiertagen brauche. Jedes Mal. Auch Geld einzuzahlen kostet dann Gebühren. Herr ATM sollte nämlich eigentlich schon längst zuhause bei Frau und Kindern sein.

Noch schöner ist es, wenn ich im Conbini Geld abheben möchte. Dann kann ich nicht zum nächsten Conbini gehen, denn die ATMs dort sind die Sharks zu meinen Jets, und nehmen 210Yen pro Vorgang. Wenn ich zu einer anderen Kette gehe, habe ich plötzlich die gleichen Konditionen wie wenn ich direkt in der Bank Geld abheben würde, dafür muss ich aber länger laufen.

Aber gut, dafür muss ich mich nicht ängstlich umsehen, bevor ich meine PIN** eingebe oder das Geld entnehme. Interessiert sich niemand für, zumindest nicht wo ich wohne. Außerdem fallen zumindest bei meiner Bank mit meinem Konto keine Kontoführungsgebühren an, es gleicht sich also irgendwie aus.

** Die kann man sich übrigens selbst aussuchen.