Tokyo Café Tour: Panda-Café!

Heute war ich mit Bibi von Japanisch studieren* in 阿佐ヶ谷 (Asagaya) um das ぱんだ喫茶店 (Panda Kissaten; Panda-Café) zu besuchen.

* Was ist das überhaupt für eine geniale URL? Viel besser und aussagekräftiger als 8900km. 😉

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Etwa drei Minuten Fußweg vom Bahnhof Asagaya entfernt, liegt das Café im Obergeschoss, von der Straße aus sieht man aber ein Schild und Panda-Lampions.

Echte Pandas zum Streicheln wird man dort zwar nicht finden, dafür aber unglaublich viel Panda-Deko!

Panda-Plüschtiere, Panda-Figuren, Panda-Geschirr, Panda-Gitarre, Panda-CD, Panda-Besteck, Panda-Alles!

Kaufen kann man natürlich auch einiges.

IMGP2064Weil ich keinen Hunger hatte, habe ich mich für einen heißen Kakao entschieden – auf alle Getränke mit Schaum wird einem mit Kakaopulver ein Panda gemalt! Superniedlich. ♥

Einige der Speisen werden aber scheinbar auch so angerichtet, dass sie wie Pandas oder andere Tiere aussehen. Eine süße Idee! 🙂

Quatschen lässt es sich dort übrigens auch wunderbar. 🙂

Wäre der Laden um die Ecke, würde ich sicher öfter mal hinfahren, so ist in Asagaya ansonsten zu wenig los um extra hinzufahren.

東京都杉並区阿佐谷南3丁目31−14

Tôkyô-to Suginami-ku Asagaya-Minami 3-chôme 31-14

Öffnungszeiten: 11:00 – 19:00 (Mittwoch Ruhetag)

Wintereinbruch? Wintereinbruch.

Dieser Tage verbringen wir die meiste Zeit mit den Beinen unter unserem Kotatsu. Weil unser Schlafzimmer, wo er sonst immer stand, zu kalt ist, haben wir unseren Couchtisch gegen ihn getauscht.

Es ist auch bitter nötig, denn während wir normalerweise im Winter eine Durchschnittstemperatur von 8.7°C* haben, ist das heute unsere Höchsttemperatur. Heute Morgen hatten wir tatsächlich sogar einen Minusgrad. Was geht denn da ab? Die durchschnittliche Tiefsttemperatur ist eigentlich 5.1°C.

* Alles Werte für Tokyo, sollte bei uns aber ähnlich sein.

Es sind auch nicht nur wir, die mit der plötzlichen Kälte zu kämpfen haben. Woanders hat das größere Ausmaße: Auf der anderen Seite Japans, am japanischen Meer**, hat es stark geschneit, wie auch in anderen Regionen des Landes. In 徳島 (Tokushima) sind 185 Haushalte vom Rest der Welt abgeschnitten und in vielen Bereichen in 北陸 (Hokuriku; wörtl. Nordküste) und 東北 (Tôhoku; wörtl. Ost-Nord) darf man nur mit Schneeketten auf die Schnellstraßen.

** In Nordkorea heißt es übrigens wohl “Koreanisches Ostmeer”. War ja klar. 😉

kotatsumuri

Mein Mann ist eine コタツムリ (Kotatsu + Katatsumuri (Schnecke))

Nächste Woche wird es zum Glück wieder etwas wärmer, ich hoffe, dass das auch ein wenig so bleibt. Nicht nur, weil ich einen warmen Mantel eigentlich erst im Winterschlussverkauf kaufen wollte, sondern auch, weil mein Mann den ganzen Tag unter’m Kotatsu verbringen kann.

So ein kuschliger Tisch verleitet ziemlich dazu, gar nichts zu tun. Aufstehen? Wozu?! Noch fünf Minuten, Mami…

Allerdings ist genau das auch unser Plan für die Neujahrsferien dieses Jahr – statt Urlaub, werden wir unterm Kotatsu verfaulen. 🙂

Der Krampf mit dem Keigo.

Ich lerne derzeit 敬語 (Keigo). Keigo sind die japanischen Höflichkeitsformen, die mir wahrscheinlich frühzeitig graue Haare bescheren werden. Während wir im Deutschen einfach die dritte Person Plural (sie) mit einem großen Anfangsbuchstaben versehen, ist das im Japanischen ein wenig komplizierter, weil streng hierarchisch und für mich manchmal undurchsichtig. Je nachdem zu welcher Beziehung eine Person zu mir steht oder auch in welcher Beziehung eine dritte Person zu der angesprochenen Person steht, werden die Worte geändert.

Nun hat man natürlich im Alltag sowieso ein wenig Keigo. Im Wartezimmer meines Arztes sagt mir keiner

「座って待ってて」 (Suwatte Mattete; Setz dich hin und warte)

sondern

「おかけになってお待ちください」(O-kake ni natte o-machi kudasai)

Das ist 尊敬語 (Sonkeigo), das Respekt vor der angesprochenen Person ausdrückt.

Sogar der Kriegsschrei der japanischen Serviceindustrie

「いらっしゃいませ」(Irasshaimase; Kommen Sie/Willkommen)

ist Sonkeigo. Manchmal wäre mir Respekt vor meinen Trommelfellen lieber. 😉

Neben Sonkeigo gibt es auch 謙譲語 (Kenjôgo), die den Sprecher bescheidener wirken lässt. Auch die hat man im Alltag oft.

「お名前をお伺いしてもよろしいでしょうか?」 (o-namae wo o-ukagai shite mo yoroshii deshô ka?; Darf ich Sie nach Ihrem Namen fragen?)

Das Problem ist natürlich, dass ich wirklich nur diese Phrasen kenne, die mir im Alltag über den Weg laufen. Sofern ich nicht vorhabe zum Beispiel in einem Restaurant zu arbeiten, bringt mir das wenig.

Ich tröste mich damit, dass auch Japaner Keigo aktiv lernen müssen und sie so oft Fehler machen, dass es für bestimmte eigene Namen gibt, zum Beispiel 二重敬語 (Nijû-Keigo; Zweischichten-Keigo), was passiert wenn man Sonkeigo-Verbformen (いらっしゃる irassharu statt 行く iku) dann noch in die Passivform setzt, weil das auch eine Art wäre höflich zu sein (richtig wäre 行かれる ikareru statt 行く iku). Heraus kommt dann いらっしゃられる (irassharareru), was falsch ist.

Die dritte Keigo-Form ist übrigens 丁寧語 (Teineigo), was die meisten wahrscheinlich als です・ます・ございます (desu, masu, gozaimasu) kennen. Das ist einfach das Japanisch, dass man mit jedem außer Freunden, Familie und Kindern nutzt. In der Umgangssprache wird übrigens statt zum Beispiel

「彼女から聞きました」 (Kanojo kara kikimashita; Ich hab’s von ihr gehört)

gern die faule Version

「彼女から聞いたんです」(Kanoji kara kiita’n’desu)

also “Verb in der Grundform + ndesu”, genutzt. Während のです (no desu) bzw. んです (n’desu) eine eigene grammatikalische Aufgabe hat, wird es oft einfach als “Instant Teineigo” verwendet. Ich bekenne mich schuldig.

via Yosensha, wo man auch ein wenig reinlesen kann

via Yosensha, wo man auch ein wenig reinlesen kann

Da ich vorhabe ab nächstem Frühjahr nicht mehr zu lehren, sondern nach Möglichkeit in einer japanischen Firma zu arbeiten, muss ich jetzt in den sauren Apfel beißen. Was habe ich also als erstes getan? Ein Buch gekauft, natürlich.

Es heißt 美しい言葉づかいと敬語の教室 (Utsukushii Kotoba-dsukai to Keigo no Kyôshitsu). Ich finde den grünen Umschlag auch sehr nett:

「知らなかった」「教わらなかった」ではすまされない!! (“Shiranakatta” “Osowaranakatta” de ha sumasarenai!!; “Das wusste ich nicht”, “das hat mir niemand beigebracht” lasse ich nicht durchgehen!!)

Es ist wirklich ein Buch um die Grundlagen zu lernen und damit genau, was ich brauche.

Außerdem schreibe ich zur Übung Briefe in Keigo, die mein Mann dann korrigieren darf. Er meint, es wird langsam besser. Ich merke auch, dass es mir langsam geringfügig weniger starke Kopfschmerzen bereitet. Geringfügig.

(Ich garantiere nicht, dass das Japanisch in diesem Eintrag korrekt ist.)

Weihnachten kommt in großen Schritten.

Heute haben wir das dritte Türchen unseres Star Wars Adventskalenders geöffnet. Das heißt, es sind noch genau drei Wochen bis Weihnachten. Wollt ihr mal raten, wie viele Geschenke ich schon gekauft habe? 😉

Geschenkekaufen ist durchaus nicht meine größte Stärke – ich weiß nie was ich kaufen soll und meine Auswahl ist auch nicht immer spot on. All das wird natürlich dadurch verkompliziert, dass ich spätestens eine Woche* vor Weihnachten alles rausschicken muss, dass es möglichst klein und vor allem leicht sein muss, und dass ich nicht einfach zum Bücherkaufhaus Dussmann spazieren und jedem einen Gutschein kaufen kann.

* Wenn ich mit EMS sende, bei der viel günstigeren Airmail sind’s sogar zwei Wochen.

Was ich wirklich gern verschenke ist Tee. Lupicia ist mein liebster japanischer Teeladen, jedes Jahr zu Neujahr kaufen wir dort eine Wundertüte (福袋) und trinken den Tee den Rest des Jahres. Jedes Jahr zu Weihnachten gibt es dort unglaublich gut riechende Weihnachtstees und Neujahrstees. Nun weiß ich natürlich gar nicht, wie viel Tee meine Familie in Deutschland so verbraucht, es gibt trotzdem eiskalt jedes Jahr neuen. 😉

Ansonsten fand ich HeatTech, diese superwarmen Klamotten von Uniqlo, eigentlich immer super, aber jetzt werden die ja auch in Deutschland verkauft. 🙁 Globalisierung, du zerstörst mir meine Geschenkideen.

Bis nächste Woche werde ich also noch ein paar kleine Sachen finden müssen. Weil Weihnachten natürlich auch dieses Jahr wieder ganz unerwartet gekommen ist. 😉

Was verschenkt ihr gern? Habt ihr irgendwelche Geschenkideen, auf die ihr im Notfall zurückfallt? Helft mir!